Archiv für den Monat Oktober 2021

337. Text_Herzensglück und ich

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Liebe Blogbesucher!

Da ich neugierige Nachfragen bekommen habe, wie denn das mit Herzensglück und mir begann, möchte ich heute darüber schreiben.

Nach der Trennung von meinem letzten Partner ging ich einige Zeit alleine durchs Leben und stellte fest, dass mir vor allem für Konzertbesuche eine Begleitung fehlt, mit der ich mich vorfreuen kann und dann noch plaudern, wie es uns gefallen hat.

Eine Zeitlang war meine Freundin mit mir unterwegs, aber nachdem sie sich von ihrem Partner getrennt hatte und niemanden zur Versorgung ihres Kindes hatte, blieb ich oft alleine bei meinen kulturellen Ausflügen.

Ich begann im Internet zu suchen, ob es irgendwelche Gruppen für Singles gibt, die einander für solche Aktivitäten treffen.

Ich fand so eine Plattform.
Auf ihr tauschten sich Hundebesitzer aus, Leute, die gemeinsam Museen besuchen wollten etc.
Aber es war keine Gruppe für Musikfreunde vorhanden.

Kurzerhand gründete ich so eine Gruppe und schrieb fortan Konzerte, die mich interessierten, an alle auf der Suche nach Gleichgesinnten.
Auf ein Konzert der Tiger Lillies meldete sich Herzensglück und als ich antwortete, dass ich mich um Karten für einen der beiden Konzertabende, den sie in unserer Stadt gaben, umsehe, kam er drauf, dass er an dem Abend bereits etwas vorhatte, nämlich ein Treffen von den Plattformnutzern aus den unterschiedlichsten Gruppen in einem Lokal, in dem an dem Abend auch eine Band auftritt. Er fragte, ob ich nicht mit ihm gemeinsam dorthingehen wolle.
Um einander vorher kennenzulernen, schlug er ein nahegelegenes Café vor.

So fuhr ich direkt von der Arbeit zu dem Café und traf dort auf ihn.
Wir plauderten vom ersten Moment an sehr angeregt und locker miteinander.
Er erzählte, dass er in wenigen Tagen zu einer dreimonatigen Tour durch Südostasien aufbricht, aber da es ihm momentan – vermutlich aufgrund der ein paar Wochen zurückliegenden Trennung von seiner Freundin – gesundheitlich nicht so gut ginge, wisse er nicht, ob er das nicht verschieben wird. Er erzählte von seinen Reisen, die ihn schon öfter in diese Gegend Asiens geführt haben.
Ich erzählte u. A. von meiner ehrenamtlichen Sozialbegleitung, was ihn auch sehr interessierte.
Nach einer guten Stunde, die sehr schnell verging, begaben wir uns zum Lokal, trafen andere Leute von der Plattform und genossen einen schönen Abend.
Auf dem Nachhauseweg gingen wir noch ein kurzes Stück gemeinsam, bevor sich unsere Wege trennten.
Ich bedauerte auf der Heimfahrt im Stillen, dass er nun 3 Monate weg ist, da ich mir wirklich sehr gut vorstellen konnte, mit ihm Konzerte zu besuchen, weil alles so locker und ungezwungen ablief und wir so viele gemeinsame Themen hatten.
Und wer weiß, ob er nach den 3 Moanten überhaupt noch an gemeinsamen Konzertbesuchen Interesse hätte oder ob er in der Zeit nicht eine Frau kennenlernt und dann ohnehin eine Begleitung hat.

Da er am Ehrenamt und wie man dazu kommt sehr interessiert war, habe ich ihm am nächsten Tag die Information zu einem Ehrenamtstag geschickt, bei dem sich alle Institutionen vorstellen, die ehrenamtliche Unterstützer suchen, und habe ihm nochmal eine gute Reise gewunschen.
Da ich seine private Mailadresse nicht hatte (und auch sonst keine privaten Kontaktdaten), fand unsere Kommunikation über das Tool auf der Plattform statt.
Er bedankte sich, schrieb, dass seine Ärztin grünes Licht für die Reise gegeben hätte, er also planmäßig am übernächsten Tag aufbricht.
Dann hörte ich einige Tage nichts von ihm und dann waren da ein paar Zeilen, die er von seiner 1. Station in Thailand aus schickte, in denen er mir schrieb, dass es ihm supergut ginge, dass es ihm sehr gut tut, im Warmen zu sein, das Gewusel der Menschen rundum und er sich mega auf seine 3 Monate freut.
Ich hab mich ehrlich von Herzen gefreut, dass er sich so gut fühlte und schrieb ihm dies zurück.

Ja, und so begann eine Kommunikation, die erstmal alle paar Tage zu Nachrichten führte und dann an jedem Tag zu einer Nachricht und dann zu mehreren Nachrichten pro Tag.
Wenn er ohne WLAN im Zug unterwegs war, nutzte er Stopps in Bahnhöfen, um mir schnell zu schreiben.

Und wir stellten immer mehr fest, wie gleich unsere Interessen waren, dass wir den gleichen Humor haben, dass wir gleiche Assoziationen zu Themen hatten (so kamen wir drauf, dass wir beide z. B. beim ersten Anblick des Gemäldes der Mona Lisa im Louvre dieses mit einer gewissen Enttäuschung als sehr kleines Bild empfunden hatten).

Und da er mir immer schrieb, wo er gerade ist und die Namen der Quartiere und Ausflugsziele nannte, konnte ich virtuell mitreisen.

Da ich zum damaligen Zeitpunkt noch keine FB-Nutzerin war, musste er mir die Texte, die er dort publizierte, kopieren und in das Kommunikationstool der Plattform stellen.

Die 3 Monate war er auch unter dem Aspekt angegangen, dass er erfahren möchte, wie es ist, ganz alleine unterwegs zu sein. Einerseits die Freiheit zu haben, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, nur grobe Pläne zu haben und von einem Moment zum andern je nach Situation vor Ort entscheiden zu können, ob man doch länger bleibt oder weiterzieht, andererseits aber auch alleine zu sein.
Und da er relativ frisch getrennt war, war es auch ein Abstandgewinnen zu dem, was gewesen ist.

Ich postete auf der Plattform nach wie vor Konzerte und für eines von Van Morrisson schrieb er, ob ich ihm eine Karte besorgen könne, damit wir gemeinsam hingehen, denn zum Konzerttermin wäre er ja wieder zurück.
So besorgte ich die Karte und wir hatten somit ein erstes Date nach seiner Rückkehr.

Wir waren uns bewusst und „sprachen“ es auch aus, dass dies eine ungewöhnliche Situation ist und wir beide eventuell nur einer „Fantasie“ Gefühle geben, da wir einander ja lediglich 1 Mal gesehen hätten und jetzt in den anderen möglicherweise etwas hineininterpretieren. Was aber nicht zu leugnen war, war, dass unsere Ansichten sehr ähnlich waren und wir uns sehr gut verstanden.

Da ich mich auf das Van-Morrisson-Konzert vorbereitete, indem ich mir CDs von ihm anhörte, stieß ich auch auf sein Lied „Someone like you“. Und wie konnte es anders sein, fiel mir dabei Herzensglück immer ein.
Einige Tage drehte ich den Gedanken, ihm den Link zum Lied zu schicken, in meinem Kopf hin und her und dann tat ich es einfach. Ich schrieb ihm, dass es vielleicht „too much“ ist, aber ich würde bei dem Lied immer an ihn bzw. uns denken.

Dann wartete ich bange, was als Reaktion zurückkommt.

Und es tat sich nichts. Stundenlang nichts.

Ich machte mich damit vertraut, dass ich ihn damit ein wenig zu sehr bedrängt hätte, schalt mich voreilig …
Aber dann dachte ich: Wenn er das nicht so empfindet und es ihm zu viel ist, dass ich es geäußert habe, dann ist es so und natürlich eine „Enttäuschung“, denn dann hab ich mich getäuscht, aber wache noch rechtzeitig auf.

Und dann poppte seine Nachricht auf: Das ist das Lied, das ich seit Tagen höre und dabei immer an dich denke.

Es war ihm also genauso wie mir ergangen.
Er hatte nur nicht gleich geantwortet, da er mit einem Guide den Tag über unterwegs war und nicht schreiben konnte.

Ja, so vergingen 3 Monate mit sehr schönen Zeilen und Gefühlen und der Vorfreude auf beiden Seiten, uns wiederzusehen.
Kurz vor der Rückkehr schrieb er mir: Ich möchte dich so bald als möglich sehen, wenn ich wieder da bin.
Und er sah mich bald wieder, denn ich holte ihn vom Flughafen ab.
Eigentlich sollte ihn seine Ex-Freundin abholen, da sein Roller bei ihren Eltern in der Garage untergestellt war, damit er sich den gleich wieder abholt.

Natürlich war ich bei der Nachricht nicht wirklich glücklich, weil es für mich nicht passte, dass sich das zwischen uns entwickelt hatte, es quasi ein Neubeginn war, und sie jetzt die ist, die ihn nach 3 Monaten wieder empfängt.

Und dann wurde ihr Auto kaputt und so konnte sie ihn nicht abholen.
Und da bot ich ihm an, dass ich ja kommen könne.
Und so war es auch.
Ich stand in der Ankunftshalle des Flughafens und da kam er aus der Schiebetüre.
Es war vertraut und fremd zugleich und wir sind uns nicht stürmisch in die Arme gefalle, sondern haben uns sehr herzlich, aber eher wie sehr gute Freunde begrüßt.
Ich habe ihn nach Hause gebracht, seine tolle Wohnung kennengelernt und gesehen, dass er Geschmack hat und dass ich mich sofort wohlfühlte.
Dann waren wir gemeinsam frühstücken und anschließend brach ich zu meinem Ehrenamt-Treffen auf.

Ja, und dann begann unsere gemeinsame Zeit und nun sind wir verheiratet.

Und wir sind beide bis heute herzensglücklich!
Und da wir nicht gestorben sind, leben wir noch heute. 😉






336. Text_Wieder alles anders

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Liebe Blogbesucher!

Nachdem mich die Recherchen und Überlegereien zu dem Angebot der Selbstständigkeit beinahe 2 Wochen in Atmen gehalten und meine Ressourcen ganz schön gefordert haben, kam es zu einem erneuten Gespräch.
Und da wurde mir eine Anstellung angeboten: 25 Stunden, exklusiv das Projekt und ich kann 100 % von zu Hause aus arbeiten.

Ich bin also de facto selbstbestimmt im Rahmen der Erfüllung des Projekts (wie es ja bisher auch schon war) und kann darüber hinaus einteilen, wann ich was erledige. Hauptsache das Projekt wird laut Timing fertiggestellt.
Ich habe die Sicherheiten einer fixen Anstellung wie Entgelt im Krankheitsfall (in meinem Alter ja auch schon mitzubedeneken) und muss mich nicht selber um Steuer und Sozialversicherung kümmern.

Natürlich ist mit der verminderten Stundenanzahl auch das Gehalt dramatisch geschrumpft. Ich hab jetzt mal diesen „Nachteil“ gegen die Vorteile abgewogen und auch meine Erfahrungen, wie die Chancen am freien Arbeitsmarkt so für mich stehen (= gleich null) entschieden, das Angebot anzunehmen.
Es gilt jetzt noch, ein paar Details zu besprechen, denn ich möchte z. B. die Möglichkeit haben, neben dieser Anstellung noch für andere zu arbeiten, um mein Einkommen aufzubessern.

Die Mitarbeiterin des Auftraggebers hat gejubelt, als sie davon erfuhr, dass ich ihr ziemlich sicher erhalten bleibe und sie werden den Vertrag, wie es aussieht, auf 3 Jahre verlängern.
Der mir am Projekt zuarbeitende Kollege hat in der Zeit, als noch unklar war, wie es weitergeht, in einer Mail formuliert: „Es wäre für mich, für K (die Mitarbeiterin des Auftraggebers) und das Projekt eine Zumutung, wenn du nicht mehr mit dabei wärst.“

Natürlich beschäftigt mich jetzt das wesentlich geringere Gehalt und ich habe Einkommen und Ausgaben gegenübergestellt – und ja, es geht sich ein angenehmes Leben aus, Extrawünsche müssen halt künftig mehr bedacht werden.
Ich bekomme ja auch eine Abfertigung, die ein finanzieller Polster ist.
Aber ich bin halt eine sehr sparsame und wenn finanzielle Situationen nicht ganz klar sind, dann beschäftigt mich das – vielleicht mehr als andere Menschen, aber das bin halt ich.
Dazu habe ich gestern einen guten Podcast gehört: Wie schaffe ich es, das Leben zu genießen und mir auch mal was zu vergönnen?

So gönnen wir uns heuer am Ende meiner Projektbetreuung noch eine schöne Reise.
Wohin es geht, verrate ich in einem anderen Blog.

Alles in allem sieht es momentan ganz gut aus, aber ich merke nach wie vor, wie meine Ressourcen ganz schön gefordert werden und viele meiner Kapazitäten in Anspruch genommen sind.

So grüßt euch eine zufriedene, aber bissel geschlauchte
Patentsocke