Archiv für den Monat Februar 2021

329. Text_Grandioses Feedback

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Liebe Blogbesucher!
Bei dem Projekt, das ich alleinverantwortlich betreue, arbeite ich mit einer Kollegin des externen Auftraggebers zusammen.
Bevor sie den Verantwortungsbereich übernahm, waren zwei ihrer Kolleginnen meine Ansprechpartnerinnen gewesen.
Mit einer von ihnen verbindet mich noch heute eine schöne Beziehung.
In Vor-Corona-Zeiten trafen wir einander (oft gemeinsam mit Herzensglück) zum Essen und Austausch der neuesten Reisepläne. Wir kommunizieren per Mail zu diversen Themen, aber nie über die Arbeit.
Sie ist so wie wir an Asien interessiert, ist gerne individuell unterwegs, so war sie z. B. mit einer Freundin mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs.
Meine momentane Ansprechpartnerin versteht sich sehr gut mit ihren beiden Vorgängerinnen und so gibt es entsprechenden Austausch, was sich bei jeder Einzelnen von uns so tut.
Jedenfalls informierte mich K. (nennen wir einfachheithalber meine Kollegin so) Anfang letzter Woche, dass es bzgl. der Vertragsverlängerung des Projekts, an dem wir beide arbeiten, ein Gespräch mit meiner GF und dem Gruppenleiter geben wird. Mein Unternehmen war an den Auftraggeber herangetreten, um nachzufühlen, wie es um unsere Chancen steht, den Auftrag weiter zu bekommen.
Sie hatte mich im Herbst gefragt, ob ich ihr im Fall einer Verlängerung ohnehin als Ansprechpartnerin und Hauptverantwortliche erhalten bleibe, weil ja Teile des Unternehmens in ein anderes Bundesland übersiedeln und ich deswegen (lange Anfahrtszeit) kündigen könnte. Denn ohne mich würde sie die Verlängerung des Vertrages mit unserem Unternehmen bei ihrem Chef nicht aktiv betreiben.
Damals habe ich sie beruhigt, dass ich wohl in den sauren Apfel der langen Anreise beißen würde, auf eine teilweise HO-Regelung hoffe und ich ihr erhalten bliebe.
Nun hat sich das mit meiner Kündigung ja komplett verändert und ich kann genau genommen meine Zusage ihr gegenüber nicht einhalten. Ich habe es als moralische Verpflichtung gesehen, sie darüber in Kenntnis zu setzen.
Darum habe ich beim Kündigungsgespräch meine GF darauf angesprochen, wo man meinte, kein Problem zu haben, meine Kündigung „zu argumentieren“.

Ich war mir dennoch nicht sicher, ob ich sie davon unterrichten darf, dass ich gekündigt bin, da ihr Unternehmen ja Auftraggeber bei uns ist und ich damit eine Verlängerung des Vertrages u. U. vereiteln könnte.
Eine arbeitsrechtliche Auskunft hat mich aber informiert, dass eine offiziell ausgesprochene Kündigung etwas ist, was ich weitersagen darf.
Ich wollte sie davon gerne in einem persönlich Gespräch unterrichten, aber es ergab sich durch Lockdown keine Gelegenheit eines persönlichen Treffens.

Und nun stand dieses Gespräch bevor, für das sie bzgl. Verlängerung ihren Chef informieren wollte, dass sie es mit unserem Unternehmen/mit mir fortsetzen möchte und rief mich an. Sie sagte mir, dass es für sie Grundvoraussetzung wäre, dass ich weiter für das Projekt in der Verantwortung wie bisher zuständig bin, sonst wäre sie für Ausschreibung (es gibt noch andere, die an dem Vertrag sehr interessiert sind). Daraufhin habe ich sie darüber informiert, dass ich gekündigt bin und mein Fortbestand im Unternehmen damit nicht gesichert ist und daher auch nicht, ob ich weiter mit ihr zusammenarbeite.
Sie war völlig perplex. Sie hat doch während des 1. Lockdowns im Frühling schon per Mail an alle deponiert, wie toll die Zusammenarbeit funktioniert, sie hat es immer wieder erwähnt, dass sie so zufrieden ist, wie reibungslos alles ist und wie engagiert ich bin. Und ob der Arbeitgeber nicht wisse, was er an mir habe. Und sie hat nochmal ausgesprochen, dass es für sie Grundbedingung ist, dass ich mit an Bord bin, andernfalls – hat sie mit ihrem Chef schon besprochen – vergeben sie den Auftrag neu.
Ich habe gemerkt, wie sich in mir etwas schwer tut, dieses sehr große Lob annehmen zu können, vonwegen: Na ja, soooo gut bin ich auch wieder nicht, es könnt ja jemanden geben, mit dem sie noch zufriedener ist …
Toll, wie eingelernte Muster aus der Kindheit (aus dir wird nie was, halt den Mund bevor du was Falsches sagst, auf dich kommt nicht so viel …) nach wie vor wirken. 😦

Sie hat dann noch mit ihren beiden Vorgängerinnen kommuniziert, weil sie deren Meinung einholen wollte, wie sie in dem Gespräch mit meiner GF agieren soll.
Daraufhin hat die Kollegin, mit der wir uns ab und an treffen, mir ein Mail geschrieben, in dem sie ihren Zorn über meine Kündigung rausgelassen hat und ihr Unverständnis ausgedrückt hat.
Auch sie hat nochmal betont, wie engagiert ich wäre und wie toll die Zusammenarbeit immer funktioniert hat, wie aufmerksam und verantwortlich ich meine Arbeit erledige …
Ich hatte dann direkt Tränen in den Augen ob der vielen Zustimmung der beiden Frauen und der Rückmeldung, dass ich „wertvoll“ bin.
Ich habe beiden gegenüber geäußert, dass ich ja Verständnis für die Vorgangsweise habe, denn wenn ich als GF nicht sicher sein kann, ob ich über das Ende des Jahres hinaus Arbeit für meine(n) Arbeitnehmer habe, dann muss ich rechtzeitig kündigen, da ich sonst weiter Gehalt bezahlen muss (also Kosten habe), die ich ja auf der anderen Seite nicht hereinbekomme, wenn es keine Arbeit gibt.

K. hat nach dem Gespräch mit GF und dem Gruppenleiter letzteren darauf angeredet, ob es eh dabei bleibt, dass ich weiter an dem Projekt arbeite, da bei dem Gespräch mit keinem Wort erwähnt wurde, dass ich gekündigt bin oder dass sich etwas ändern könnte. Sie hat daraufhin von ihm die Info bekommen, dass ich gekündigt bin. K. hat ihm gegenüber nochmal geäußert, dass sie mit mir zusammenarbeiten möchte und er antwortete ihr, dass die GF wohl nichts verändern wird, da sie ja schon mehrfach ihre große Zufriedenheit mit meiner Arbeit ausgedrückt hat.
Sie versteht nun nicht, warum man zwar sagt, dass es wohl keine Änderungen geben wird (wohl wissend, dass ich gekündigt bin und nicht wieder zur Verfügung stehen könnte, weil anderer Job ab 1. 1. 22 bzw. weil ich nicht zurückkehren möchte), mir aber gleichzeitig nicht zumindest eine Zukunftsperspektive im Unternehmen in Aussicht stellt, da es ja recht gute Chancen gibt, diesen Auftrag und damit Arbeit für mich zu bekommen.
Als sie diese Woche wegen eines Folgetermins von meinem Kollegen angeschrieben wurde, weil es um eine Adaptierung des Aussehens des Produkts geht und man dafür mit einer anderen Stelle des Unternehmens sprechen muss, hat sie ihm klipp und klar gesagt, dass sie wegen der Verlängerung verunsichert ist aufgrund meiner Kündigung und wissen möchte, wie die weiteren Aussichten sind.
Nun sind wir gespannt, was darauf folgt.

Was mich sehr ärgerlich macht, ist die Tatsache, dass ich beim Kündigungsgespräch auf die Vertragsverlängerung und die hohe Zufriedenheit des Auftraggebers mit meiner Arbeit hingewiesen habe und zu meiner großen Verblüffung als Antwort sinngemäß bekam: Na ja, Sie stecken ja auch viel Engagement in das Projekt und ziemlich alle Ihre Ressourcen sind in dem Projekt.
Ich habe da einen Vorwurf herausgehört, dass ich für andere Arbeiten damit weniger zur Verfügung stehe und die GF das stört. Ich war völlig perplex, da ich dachte, es würde zu meinem Vorteil gereichen, wenn ich gute Arbeit leiste.
Nun ist ein Kündigungsgespräch zudem eine Ausnahmesituation und es wurde dann gleich weitergeredet, sodass mir erst im Nachhinein bewusst wurde, was da an Information mittransportiert wurde.
So habe ich ein Mail verfasst, in dem ich meinen Eindruck/Rückschluss bzgl. der Aussage geäußert habe, mitgeteilt habe, dass es seit Übernahme des Projekts kein Gespräch gegeben habe, in dem ich auf ein Überengagement hingewiesen wurde (ich kenne nicht mal den genauen Vertragsinhalt, also für welche Leistungen mein Unternehmen vom Auftraggeber bezahlt wird), aber falls es hier Korrekturbedarf gäbe, stünde ich selbstverständlich für ein Gespräch zur Verfügung.
Auf dieses Schreiben bekam ich bis heute keine Antwort.
Dachte schon, ich hätte das doch missinterpretiert und das wäre eh nicht Thema.
Und dann erzählt mir K., dass bei dem Gespräch vorige Woche der GF wieder erwähnt hat, dass ja viele Mittel auf mich konzentriert wären.
Also ist es Thema: Aber mit mir wird nicht geredet!!!

Ja, jedenfalls bleibt es spannend.

Mittlerweile habe ich 2 Bewerbungen verfasst und 2 Absagen erhalten.
Aber ich sehe es nach wie vor als gute Lernchance.

Es grüßt euch eine von den positiven Rückmeldungen der anderen Frauen erfreute
Patentsocke

328. Text_Es kommt Bewegung rein

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Liebe Blogbesucher!

Es ist wieder einige Zeit ins Land gezogen, seit ich den letzten Post veröffentlicht habe.
Ich war in der Zeit gut beschäftigt: im Job als auch mit mir.

Im Job habe ich mein Projekt abgeschlossen und nun sind ein paar Tage, die ruhiger verlaufen, bis Ende der Woche das neue Projekt wieder meine ganze Aufmerksamkeit fordert.
Nach wie vor sind wir im Homeoffice – bis auf ein paar KollegInnen, die vor Ort Dienst versehen.

Die, die im HO sind, müssen tagtäglich einen Tagesbericht abliefern – wir könnten ja Daumen drehen und den Hergott einen guten Mann sein lassen. Eigentlich sollte ersichtlich sein, wenn die Produkte, die wir bearbeiten, rechtzeitig fertig sind, dass wir alle nicht auf der faulen Haut gelegen sind.
Zudem dürfen wir keine Gut-/Überstunden machen und wenn aufgrund des Arbeitsanfalls die reguläre Tagesarbeitszeit überschritten würde, müssen wir das beim Leiter der Abteilung „genehmigen“ lassen.

Ich fand ja das bisher schon Kindergarten pur.

Nun gibt es noch die Steigerung, dass wir detaillierter berichten müssen, was wir be-/gearbeitet haben.
Ich kann mir schon vorstellen, woher der Wind weht: Der Eigentümer der Arbeitsstelle will wissen, wer wie fleißig ist, um auszusieben, wer arbeitsam ist, und mit denen dann verhandeln, die er bei weiterer Auftragslage weiter beschäftigen will und sich von den anderen trennen.
Ich frage mich dann nur, ob er in den 26 Jahren, die ich jetzt beim Unternehmen bin, noch immer nicht mitbekommen hat, welche Sorte Mitarbeiterin ich bin …
Aber ich habe gelernt, mir solche Fragen nicht mehr zu stellen.
Ich mache, was gefordert ist.
Was ich lerne, ist mich zu fragen, ob ich da weiter beschäftigt sein möchte.

Ich habe eine Liste begonnen, auf der ich in Stichworten notiere, welche Bereiche mich interessieren, welche Anforderungen ich an einen neuen Job/Arbeitgeber habe.
Was ist für mich sinnvolle Arbeit?
Und ich habe begonnen, mich zu bewerben.
Das macht psychisch etwas mit mir.
Ich werde aktiv.
Ich verharre nicht in der Starre, in der ich mit Tunnelblick auf das Ende des Jahres blicke und sich Horizonte erst ab Ende des Sommers auftun dürfen.
Ich schaue mich jetzt schon um.

Nachfrage bei den Arbeitsrechtsexperten erbrachte, dass ich trotz ausgesprochener Kündigung mit Einverständnis des Arbeitsgebers diese in eine Einvernehmliche umwandeln kann.
Und dies würde ich versuchen, wenn ich ein anderes Jobangebot annehmen könnte.

Und auch wenn meine Bewerbungen in Absagen münden, lerne ich etwas.
Ich habe einen Lebenslauf erstellt, habe mich mit Anschreiben/Motivationsschreiben auseinandergesetzt.
Setze mich aufgrund der Anforderungen in den Postenbeschreibungen mit Themen auseinander, die bisher nicht in meinem Fokus waren. Heute z. B. mit „Content Managament System“ und habe dadurch jetzt meinen WordPress-Auftritt optimiert.
Ich „lerne“ schon alleine durch die Jobauschreibungen neue Unternehmen und deren Angebote an ihre Mitarbeiter kennen.
Und ich muss euch sagen, da wackle ich gehörig mit den Ohren, welch attraktive Angebote es in manchen Unternehmen gibt.
Kurz gesagt: Es erweitert meinen Horizont.

Im Privaten ist alles in bester Ordnung.
Ich vermiss halt meine Enkelkinder, das jüngste habe ich zuletzt Anfang Dezember gesehen.
Sein großes Geschwisterkind schreibt mir per WhatsApp und schickt Sprachnachrichten.
Da ist so viel Herzlichkeit und Wärme in unserer Kommunikation – das ist richtig schön.

Mein reduziertes Essen hat mich schon 9 Kilo schlanker werden lassen.
Inzwischen ist Herzensglück auf den Zug aufgesprungen und versucht nun, auch bewusster und weniger zu essen.
Und gemeinsam schauen wir, dass wir genug Bewegung in unseren Alltag bringen.
Leider ist das Wetter der letzten Tage nicht unbedingt animierend, rauszugehen.
Und die Wettervorausschau sagt für die nächsten Tage auch winterlich kalte Tage an.

Ich schicke euch jetzt jedenfalls sonnige Grüße
Eure Patentsocke