Archiv für den Monat November 2020

325. Text_Das Leben geht weiter

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Liebe Blogbesucher!

Seit voriger Woche bin ich nun 6-fache Oma. Mein Ältester und seine Frau bekamen das 3. Kind. Wie bei den anderen beiden Geburten auch, war medizinisch indiziert ein Kaiserschnitt nötig.
Und da wurde nun auch das Geheimnis um das Geschlecht gelüfetet: Es ist wieder ein …
Nun habe ich von dem einen Geschlecht 5 Enkel und vom anderen 1 Enkel.

In Zeiten wie diesen durfte mein Sohn seine Frau nur ins Spital bringen, musste dann wieder wegfahren (OP war zwischen 8 und 13 Uhr angesetzt), wurde ,als der Vormittags-Termin bekannt war, zeitgerecht wieder ins Spital geholt und musste dann vor dem OP warten.

Danach durfte er sein Kind und seine Frau sehen und da das Geburtszimmer danach nicht benötigt wurde, konnte er glücklicherweise bis am späten Nachmittag bleiben.
Aber in den Tagen ihres Spitalsaufenthalts durfte kein Besuch kommen, also auch er als Vater nicht und die beiden Kinder durften ihr Geschwisterl auch nicht kennenlernen.
So wie es aussieht, darf sie heute nach Hause gehen und dann ist die Familie endlich vereint und kann sich mit dem neuen Mitglied vertraut machen.

Ich werde mein neues Enkelkind vermutlich Anfang Dezember im Arm halten, wenn wir wieder soziale Kontakte pflegen dürfen.

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Ich selber bin nach wie vor im Homeoffice und es ist derzeit auch ganz schön viel los. Aber ich mag die Ruhe in meinem Arbeitszimmer und dass die Wegzeiten entfallen. Und auch die Mittagsküche von meinem Mann ist exzellenter als die Mittagskost, die ich sonst „genieße“. 🙂

Uns gehen die Kulturveranstaltungen ab: Konzerte, Theater, Kabarett, Museen …
Natürlich gibt es viele Online-Angebote, aber die ersetzen halt nicht die Live-Atmosphäre eines wunderbaren Konzertsaals, das Stimmengewirr etc., wenn man zu zweit vor dem TV sitzt.
Aber ich hoffe, dass das auch wieder vorbeigeht.

Kleintochter hat eine Info vom Studium erhalten, dass sie zu den besten
10 % der Studenten in der Vergleichgruppe von 831 Personen gehört und ihr Notendurchschnitt bei 2,6 liegt. So gut hätte sie sich gar nicht eingeschätzt.
Und das Beste: Ihr macht das Studium Spaß und es interessiert sie.
Neben dem Studium arbeitet sie wieder 2 Mal die Woche in der Anwaltskanzlei, deren Besitzer sie coronabedingt im Frühjahr entlassen mussten.

Unsere für Anfang Dezember geplante Reise nach Berlin haben wir auch schon abgeschrieben.
Aber noch haben wir Hoffnung, dass wir Großtochter und ihre Lieben Anfang Jänner im Nachbarland besuchen können.
Der Herz-US, der bei ihrem älteren Kind gemacht wurde, weil bei 2 verschiedenen Untersuchungen ( 1Mal Kinderarzt-Kontrolle und 1 Mal Untersuchung für Einschulung) komische Herztöne aufgefallen waren, hat keinen Befund ergeben, also alles ok. Das war schon sehr erleichternd zu hören!
Dem kleineren Bauxerl, das im Jänner 1 Jahr alt wird, geht es auch gut. Das wächst und gedeiht und stellt sich schon überall auf und macht Schritte, solange es sich irgendwo anhalten kann.

Und sonstige Reiseplanungen?
Alles ausgesetzt, weil man derzeit nix planen kann: keine Vorfreude.
Für Ende Mai/Anfang Juni ist derzeit noch immer eine Motorradtour durch Italien angedacht. Davor werden wir mal mit einem verlängerten Wochenende mit längerer Anfahrtszeit zum Ziel ausprobieren, ob unsere Hintern und Rücken 2 bis 3 Stunden Fahrt durchhalten.
Immerhin haben wir ja auch schon den 5er vornweg stehen beim Alter. 😉

Und obwohl Herzensglück und ich nun 24 Stunden am Tag zu Hause sind, haben wir einander gestern wieder geherzt und gesagt: „Gell, wir sind erst seit einem halben Jahr verheiratet“.
Es fühlt sich nämlich noch immer so gut an. 🙂
Dabei sind es jetzt schon 3,5 Jahre!!!

So grüßt euch eine nach wie vor herzensglückliche
Patentsocke







324. Text_Mittendrin statt nur dabei

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Terroranschlag in meiner Heimatstadt und ich in der Nähe.

Herzensglück und ich waren in einem Konzert und als dieses zu Ende war, sagt uns eine Billeteur, es gäbe eine Schießerei in der Nähe und vielleicht wollen wir ja im Haus bleiben. Wir denken, es wurde ein Geschäft überfallen und alles nicht so schlimm, holen noch unsere Garderobe.
Mit uns sind die Mitarbeiterin des Auftraggebers vom Projekt, für das ich arbeitsmäßig zuständig bin und mit der ich eng zusammenarbeite und mich sehr gut verstehe, und ihre Freundin.
Wir hatten nämlich die 2 Karten für dieses Konzert, zu dem eigentlich unsere Freunde mitgehen wollten, deren Kind aber 5 Wochen zu früh zur Welt gekommen war und die ihre Karten weitergaben, ihr angeboten.
Im Eingangsbereich dann ein Mann aus dem Management, der sagt, die Polizei empfiehlt, das Haus nicht zu verlassen, von Fenstern und Türen wegzugehen und sie würden einen Saal zur Verfügung stellen, in dem man abwarten und sich die Nachrichten ansehen kann.
Wir sind noch etwas ungläubig, unser Motorrad steht ja direkt vorm Haus, es war ja ein lauer Novemberabend, also hatten wir das Zweirad genommen und nicht die öffentlichen Verkehrsmittel. Und während wir noch überlegen, doch heimzufahren, sehen wir Polizeieinheiten mit Helm und Schutzwesten mit schweren Waffen im Anschlag, die vorm Haus Stellung beziehen.
Ja, und dann sitzen wir 3 Stunden im Veranstaltungshaus fest, informieren uns über Handy, was los ist, erfahren von Schießerei und Toten sowie Verletzen und unübersichtlicher Lage. Man weiß nicht, wie viele Täter es sind, einer erschossen, andere vielleicht noch unterwegs, Bezirk abgesperrt, U-Bahn bleibt nicht in den Stationen dieses Bezirks stehen …
Meine Mutter ruft mich aufgelöst an, sie macht sich Sorgen, fragt, ob wir eh zu Hause sind und ist entsetzt, als sie hört, dass wir am Rand des Einsatzgebiets im Haus festsitzen. Ich gebe meinen Kindern Bescheid, dass es uns gut geht, sie wollen auf dem Laufenden gehalten werden.
Das Management teilt Mineralwasser aus, stellt die Verbindung zwischen uns Wartenden und der Polizei vor der Türe her und gibt Neuigkeiten an uns weiter.
Rundum hell erleuchtete Handys, jeder holt sich Info, schaut über Livestream die Nachrichten der Sondersendungen, die Verbindung ist nicht gut, immer wieder bricht sie ab. Wir beginnen uns darauf einzustellen, dass wir die Nacht hier verbringen. In einem wunderschönen Saal, in dem normalerweise wundervolle Musik genossen wird, in dem man das Schöne erlebt … jetzt ist es völlig konträr.
Alle versuchen zu begreifen, was sich draußen gerade abspielt.
Die Akkus werden leerer, das macht Sorge, wie verständigt man dann die Angehörigen, wenn man nach Hause darf, Telefonnummern werden auf Papier geschrieben, bevor das Handy erlischt, damit man von der öffentlichen Telefonzelle jemanden erreichen kann.
Nach Mitternacht dann die Information, dass alle großen Häsuser in der Umgebung evakuiert werden, die Polizei würde uns zur nächsten U-Bahn-Station evakuieren, damit wir aus der Gefahrenzone kommen.
Leute sind aufgeregt, wollen wissen, wohin diese U-Bahn fährt, ob dann dort Taxis zum Heimfahren stünden, ob man nicht doch nur durch den angerenzenden Park gehen könne, weil man sei dort gleich zu Hause.
Man fasst es nicht, wie eigenbezogen manche Menschen selbst in so einer Situation noch sind.
Es dauert noch lange Zeit, bis der Polizist zurückkommt und das Prozedere erklärt: Wir müssen uns in 4er-Reihen aufstellen, damit wir einen Pulk bilden, um den herum die Polizisten die Umgebung absichern können. Wir müssen zügig gehen. …
Wieder dauert es und dann setzen wir uns in Bewegung, gehen die Treppen im dunklen Stiegenhaus hinab in den Eingangsbereich, dort in 4er-Reihen aufstellen, die Polizei schreitet die Reihen seitlich ab und stellt Menschen, die alleine sind, noch zu Menschen, die nur zu dritt in der Reihe stehen.
Wieder der Befehl, zügig zu sein und keine Lücken in die Reihen reißen zu lassen.
Dann öffnet sich die Türe und wir treten hinaus, es geht zügig voran, Polizisten um uns, die angespannt mit gezogenen schweren Waffen die Umgebung abblicken, uns antreiben. Plötzlich Stillstand, wir stehen im Freien, rundum ist es dunkel, die Funkgeräte knacken, undeutliche Meldungen sind zu hören. Ich fühle mich nackt und unbeschützt trotz der vielen Polizisten. Im Haus habe ich mich sicherer gefühlt.
Herzensglück hält meine Hand noch ein wenig fester.
Nach ein paar Minuten geht es weiter, die Treppe zur U-Bahn hinunter, dort stehen wir vor versperrten Eisengittern, links geht ein Gang zu einer weiteren U-Bahn-Linie ab und gleichzeitig auch ins Freie zu einem Park. Polizisten leuchten den Gang entlang, einige werden abgestellt, den Gang zu sichern. Plötzlich ein wenig Hektik, ein Polizist hat eine offene Türe entdeckt, wir werden aufgefordert, den Bereich vor diesem Seitengang zu räumen. Mir wird bewusst, dass jemand, der draußen im Dunklen steht und hereinschießt, uns schön wie Jagdwild vor der Flinte hätte.
Es wird Entwarnung gegeben. Und es gibt tatsächlich noch in dieser angespannten Situation Menschen, die vom Polizisten, der den Einsatz befehligt, wissen möchten, wo dann ein Taxi warten könnte, wohin die U-Bahn genau fährt, ob nur bis zur nächsten Station oder bis zur Endstelle, was dort dann wartet… Ich bewundere den Mann, der trotz seiner Anspannung und dass er seine Kollegen im Auge haben muss, im Funkgerät die neuesten Infos hören möchte noch Nerven genug hat, freundlich zu bleiben.
Endlich die Info, dass wir diesen Gang zur U-Bahn gehen sollen, dort würden schon 2 Sonderwägen mit offenen Türen warten und uns aus der Gefahrenzone bringen.
Meine Projektkollegin entscheidet sich für die andere Fahrtrichtung, obwohl wir angeboten haben, dass sie mit uns kommt und wir sie dann nach Hause bringen, weil sie von der Station noch einen langen Heimweg habe, da sie näher an ihr Zuhause kommt.
Ihre Freundin steigt mit uns ein, da sie in die gleiche Richtung muss.
Es schließen sich die Türen und wir fahren ab. Die U-Bahn hält an allen Stationen, die auf ihrer Linie liegen, die Menschen steigen nach und nach aus. Ich telefoniere mit meinem Bruder, der angeboten hat, uns abzuholen, und sage ihm, wo wir aussteigen werden. Der Freundin der Kollegin biete ich an, das sie auch nach Hause gebracht werden kann, aber sie hat eine Freundin, die sie eine Station weiter abholen wird.
Wir haben uns alle versprochen, einander Bescheid zu geben, wenn jeder von uns wohlbehalten zu Hause angekommen ist.

Mein Bruder wartet auf uns, wir reden bei der Fahrt über das Geschehene, bekommen letzte Meldungen, die er im TV gesehen hat.
Zu Hause sind wir noch zu aufgewühlt, um schlafen gehen zu können, wir drehen den Fernseher auf, können trotz all der Erklärungsversuche nach wie vor nicht begreifen, was da los ist.
Es kommt ein SMS der Freundin der Kollegin, sie sei gut zu Hause angekommen, auch meine Kollegin schickt eine Nachricht, sie ist zu Hause, auf dem halben Heimweg sei ein Taxi aufgetaucht, mit dem sie fahren habe können statt 45 Minuten gehen zu müssen.

Die Bilanz: 4 Tote, ein toter Attentäter, 22 Verletzte und viele offene Fragen, wie das passieren konnte.
Aber auch Meldungen über viel Unterstützung und Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt.

Es grüßt euch eine nachdenkliche, aber auch zuversichtliche
Patentsocke



323. Text_November-Zeilen

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Liebe Blogbesucher!

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe.
Keine Bange, es geht mir gut, kein COVID-19-Ausfall, aber genug zu arbeiten. Meine Kolleginnen hatten die letzten Wochen abwechselnd Urlaub und ich habe daher zusätzlich zu meinem Projekt noch die jeweils diensthabende Kollegin unterstützt, wobei bei einer an einem Tag das Internet im Homeoffice ausfiel und ich dann gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht: Arbeitsauftrag über Arbeitsauftrag trudelte per Mail herein. Und alles natürlich uuuurdringend. Hat mich an meine Schulzeit erinnert, als alle Professoren der Meinung waren, ihr Fach ist das Allerwichtigste und daher die gestellten Aufgaben unbedingt sofort zu erledigen.
Aber wie man merkt, habe ich es überlebt. 😉

Mittlerweile erleben wir ja schon wieder aufgrund der steigenden Infektionszahlen den Lockdown und ich habe heute in meinem Kalender wieder etliche Kulturveranstaltungen herausgestrichen, die wir im November besucht hätten.
Mitte November war auch wieder ein Sonntag mit den Kindern meines Sohnes angedacht, der nun auch ins Wasser fällt.
Das 3. Kind der beiden = mein 6. Enkelkind wird nun am 19. 11. auf die Welt geholt. Es ist aufgrund medizinischer Indikation so wie bei den anderen beiden ein Kaiserschnitt nötig.
Das Rätselraten um das Geschlecht ist nach wie vor aktuell.
Das nächste Treffen wird Anfang Dezember erfolgen, da das ältere Kind dann seinen 9. Geburtstag feiert und damit einhergehend wird auch das neue Menschlein kennengelernt.

Herzensglück und ich waren Ende Oktober übers Wochenende noch einmal in Italien, genauer gesagt in Triest. Die Autofahrt mit Transit durch ein angrenzendes Land verlief gut, an der Grenze überhaupt keine Probleme.

Und so verbrachten wir noch drei schöne Tage bei sehr angenehmen Temperaturen, die mit dem Sonnenschein, der ab Samstagmittag herrschte, direkt sommerlich waren.
Wir haben wieder die Stadt erkundet, waren im Theater Verdi bei einem Konzert. In das Theater passen normal 1.400 Personen und ich habe übers ganze Theater verteilt etwa 100 Besucher gezählt. Auch Herzensglück und ich saßen in unterschiedlichen Reihen. Leider war der Applaus dann naturgemäß auch sehr dünn, obwohl die Leistung des Orchesters wesentlich tollere Ovationen verdient hätte.
Mund-Nasen-Schutz ist in Italien auch im Freien zu tragen gewesen und wir haben wieder sehr disziplinierte Menschen erlebt, die Abstand hielten, vor Geschäften warteten, wenn drinnen die Kapazität erreicht war.
Am anderen Tag erkundeten wir per Auto die Umgebung der Stadt, fuhren in die karstigen Hügel, die sich hinter der Stadt erheben, und ins Hinterland, danach noch nach Duino und auf die andere Seite der Stadt nach Muggia.
Am letzten Tag haben wir dann noch diverse kulinarische Köstlichkeiten eingekauft, unter anderem das allerjüngste Olivenöl, das am Tag zuvor frisch gepresst und abgefüllt wurde.
Es schmeckt richtig schön frisch, grasig und ein bissel brenzlig am Gaumen.

Die nächsten Wochen werden wir die Zeit wieder mehr zu Hause verbringen, arbeiten, lesen, den Garten winterfest machen.
Hoffen wir, dass die Zahlen zurückgehen, unser Gesundheitssystem nicht kollabiert und es im Dezember wieder ein bissel „normaler“ wird.

Für ein bissel optischen Genuss sorgen hoffentlich die Fotos aus Triest, die ich hier poste.

Es grüßt euch mit Hoffnung und Liebe im Herzen

Eure Patentsocke

Triest_
Piazza dell’Unità d’Italia bei Nacht
Stadtansicht Triest
Theater Verdi
Blick aus dem Hotelfenster
Italienische Mobilität
Wallfahrtskirche Monte Grisa
Wallfahrtskirche Innenraum 1. Stock
Blick von der Kirche Richtung Triest
Stadtansicht Muggia
Hafen für Kleinboote von Muggia