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Liebe Blogbesucher!

Diesen Sonntag vor Augen geführt bekommen, dass von einem Moment auf den anderen alles anders sein kann.
Herzensglück und ich waren mit Kleintochter fürs Fitnessstudio verabredet und es war vereinbart, dass ich ihr noch die Uhrzeit durchgebe, wann wir einander dort treffen.
So schicke ich also Sonntagmorgen eine Nachricht und sehe, dass Kleintochter um 5.16 das letzte Mal online war.

Ach ja, sie hatte ja Mädelsabend mit Adventfeier, na da ist es ganz schön spät/früh geworden. Aber wenn junge Frauen mal ins Plaudern kommen, kann es schon mal länger dauern.

Am Vormittag dann ihre Nachricht: Ich schaffs heute doch nicht, ist gestern was Schlimmes passiert und bin ko.
Auf meine Nachfarge, was passiert sei, schreibt sie: Ruf dich später an, aber nix in meiner Beziehung.

20 Minuten später ruft sie an und ich erfahre Folgendes:

Sie stieg als Einzige aus dem Nachtbus aus, hört dann hinter sich Schritte, wechselt die Straßenseite, um abzutesten, ob sie verfolgt wird. Die Schritte bleiben, sie biegt kurz in eine Nebengasse ein und gleich wieder heraus, die Schritte hinter ihr ebenfalls.
Sie meint, spätestens da war ihr klar, dass der Typ sie verfolgt.
Die Schritte immer näher, dann ganz nah, plötzlich spürt sie was Nasses auf den Haaren, dreht sich um, da greift ihr der Typ zwischen die Beine.
Sie beginnt lauthals zu schreien, was den Typen veranlasst wegzurennen.
Sie schreit weiter, weil sie verhindern will, dass der nochmals zurückkommt.
Kein Licht geht an, nirgendwo lässt sich ein Mensch blicken.
Sie geht dann schnell nach Hause (zu ihrem Freund).
Dort greift sie sich auf die Haare, nimmt die Hand vors Gesicht, um daran zu riechen, berührt dabei auch ihre Haut …. und da beginnt das ganze Gesicht zu brennen, die Augen tränen und die Nase rinnt wie blöd.
Es war Pfefferspray.
Sie meint, sie hätte sich so hilflos gefühlt, wie ein Stück menschliches Fleisch, auf das einer Jagd macht.
Und dieses Bewusstsein, dass sie dem Typen ausgeliefert war, die Vorstellung, was passiert wäre, hätte er ihr den Spray direkt ins Gesicht gesprüht oder eine Waffe gehabt, dass man da gar nichts ausrichten kann, selbst wenn man sportlich und trainiert ist.

Sie erzählt, dass sie in der Schule mal eine Instruktorin zur Selbstverteidigung hatten und sie die Übung gemacht hätten, dass sie im Turnsaal laufen mussten und laut schreien. Sie sagt, ein paar Mädels hätten das damals nicht und nicht geschafft.
Und ihr hätte es sogar Spaß gemacht, ganz laut schreien zu können.
Die Instruktorin meinte noch, sie sei wie die Dinger, die man sich für Notsituationen zulegen kann, die einen Lärm machen, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Bin ich froh, dass sie lauthals schreien konnte.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das geschafft hätte.

Ich habe ihr geraten, die Polizei zu verständigen und dass sie sich psychologische Unterstützung holen soll, wenn sie merkt, dass sie das Erlebte belastet.
Und als Mutter fühle ich mich auch so hilflos, weil ich mein Kind nicht beschützen kann vor solchen Situationen.
Ich hab ihr gesagt, sie soll künftig nur mehr mit dem Taxi fahren, wenn sie spät/früh unterwegs ist, ich zahl ihr das.

Und der Typ dürfte mir nicht begegnen!

 

 

 

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