299. Text_Freude machen macht Freude

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Letzten Sonntag feierten wir den 8. Geburtstag meines Enkelkindes.
Am Tag davor, also Samstag, traf ich erst meinen Klienten. Er ließ mich ein paar Mal während unseres Treffens verstehen, wie viel es ihm bedeutet, mich zu sehen. Das Wissen, dass er mit mir verabredet ist, führt dazu, dass er seiner Stimme, wenn sie ihm sagt, er möge doch zu Hause bleiben, etwas entgegensetzen kann. Nämlich, dass er sich darauf freut, mich zu sehen.

Nach dem Treffen fuhr ich zum Hauptplatz der inneren Stadt, um in einem Geschäft einen kleinen geschnitzten Schutzengelkopf zu erstehen.
Ich schenke meinen Enkelkindern nämlich zur Geburt einen kleinen Schutzengel, der sie durch das Leben begleiten soll.
Da Enkelkind Nummer 5 ja in in ein paar Tagen auf die Welt kommt, habe ich den Engelskopf gekauft.
Er liegt jetzt bei den Stramplern, die ich auch besorgt habe, nachdem Großtochter gemeint hat, genau solche fehlen ihr noch.

Auf dem Weg zurück zum öffentlichen Verkehrsmittel kam ich an ein paar Pferdekutschen vorbei, die dort auf Kundschaft warten.
Es stand eine Kiste da, in der gebrauchte Hufeisen zum Verkauf angeboten wurden.
Mein Geburtstags-Enkelkind reitet ja und so war mein Impuls: Jö, damit mach ich ihm bestimmt Freude, von den Kutschenpferden ein Hufeisen mitzubringen, das im neuen Lebensjahr das Glück einfangen soll.
Ich erwerbe also eines und auf dem Weg nach Hause bekomme ich Bedenken: Na ja, wenn Enkelkind in einem Reitstall ist, bekommt es wohl dort eh Hufeisen, da ist das nix Besonderes …
Nun ja, jetzt hatte ich es schon besorgt, also kam es auf das Geschenkpaket dazu, was wirklich sehr nett aussah.
Sonntag fuhren Herzensglück und ich zu meinem ältesten Sohn und Familie zur Feier.
Enkelkind nahm das Geschenk in Empfang und strahlte gleich: ein Hufeisen.
Es wollte wissen, woher ich das habe und wir haben es dann ganz genau angeschaut und ich hab dem Enkelkind erklärt, dass es das aufhängen kann und man sagt, dass dann das Glück hineinfällt.
Einige Zeit später wird der Tisch abgeräumt, um Platz für die Jause zu schaffen, als Enkelkind kommt und fragt: Wo ist mein Hufeisen?
Die Mutter meiner Schwiegertochter erklärt ihm, dass es das auf die Kommode gelegt hat und Enkelkind läuft sofort, um nachzusehen. Sieht das Hufeisen nicht sofort und sagt verzweifelt: Wo ist mein Hufeisen? Ich möchte mein Hufeisen!
Und es gibt keine Ruhe, bis das Hufeisen gefunden ist.

Gestern schickt mir mein Sohn eine Bildnachricht.
Darauf zu sehen: ein Bild vom Hufeisen, gezeichnet vom Enkelkind.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass dieses kleine Geschenk so viel Freude auslöst.

Und meine Schwiegermutter rief mich heute auch an.
Wir haben ihr aufgrund ihrer Erzählung, dass sie gerne Stollen und Kletzenbrot isst, diese besorgt und ins Bundesland geschickt, in dem meine Schwiegereltern wohnen.
Und so gefreut hat sie sich und sie wird sich das für die Feiertage aufheben, denn es sei so schön verpackt. Und wie sie sich revanchieren kann.
Ich meinte: Indem du mir versprichst, dass du dir eine gute Tasse Kaffee machst und den Stollen und das Kletzenbrot von Herzen genießt. Denn deine Freude ist das schönste Geschenk, das wir bekommen können.

Und da meine Enkelkinder so gerne eigene Post bekommen, habe ich an die beiden eine Nikolo-Karte abgeschickt mit persönlichen Worten an sie vom Nikolo und mit einem klitzekleinen süßen Gruß darin.
Ich nehme an, dass auch da viel Freude herrschen wird.

Ja: Freude machen macht Freude!

 

Hufeisen-Bild

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