Archiv für den Monat Dezember 2019

300. Post_Übergriff

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Liebe Blogbesucher!

Diesen Sonntag vor Augen geführt bekommen, dass von einem Moment auf den anderen alles anders sein kann.
Herzensglück und ich waren mit Kleintochter fürs Fitnessstudio verabredet und es war vereinbart, dass ich ihr noch die Uhrzeit durchgebe, wann wir einander dort treffen.
So schicke ich also Sonntagmorgen eine Nachricht und sehe, dass Kleintochter um 5.16 das letzte Mal online war.

Ach ja, sie hatte ja Mädelsabend mit Adventfeier, na da ist es ganz schön spät/früh geworden. Aber wenn junge Frauen mal ins Plaudern kommen, kann es schon mal länger dauern.

Am Vormittag dann ihre Nachricht: Ich schaffs heute doch nicht, ist gestern was Schlimmes passiert und bin ko.
Auf meine Nachfarge, was passiert sei, schreibt sie: Ruf dich später an, aber nix in meiner Beziehung.

20 Minuten später ruft sie an und ich erfahre Folgendes:

Sie stieg als Einzige aus dem Nachtbus aus, hört dann hinter sich Schritte, wechselt die Straßenseite, um abzutesten, ob sie verfolgt wird. Die Schritte bleiben, sie biegt kurz in eine Nebengasse ein und gleich wieder heraus, die Schritte hinter ihr ebenfalls.
Sie meint, spätestens da war ihr klar, dass der Typ sie verfolgt.
Die Schritte immer näher, dann ganz nah, plötzlich spürt sie was Nasses auf den Haaren, dreht sich um, da greift ihr der Typ zwischen die Beine.
Sie beginnt lauthals zu schreien, was den Typen veranlasst wegzurennen.
Sie schreit weiter, weil sie verhindern will, dass der nochmals zurückkommt.
Kein Licht geht an, nirgendwo lässt sich ein Mensch blicken.
Sie geht dann schnell nach Hause (zu ihrem Freund).
Dort greift sie sich auf die Haare, nimmt die Hand vors Gesicht, um daran zu riechen, berührt dabei auch ihre Haut …. und da beginnt das ganze Gesicht zu brennen, die Augen tränen und die Nase rinnt wie blöd.
Es war Pfefferspray.
Sie meint, sie hätte sich so hilflos gefühlt, wie ein Stück menschliches Fleisch, auf das einer Jagd macht.
Und dieses Bewusstsein, dass sie dem Typen ausgeliefert war, die Vorstellung, was passiert wäre, hätte er ihr den Spray direkt ins Gesicht gesprüht oder eine Waffe gehabt, dass man da gar nichts ausrichten kann, selbst wenn man sportlich und trainiert ist.

Sie erzählt, dass sie in der Schule mal eine Instruktorin zur Selbstverteidigung hatten und sie die Übung gemacht hätten, dass sie im Turnsaal laufen mussten und laut schreien. Sie sagt, ein paar Mädels hätten das damals nicht und nicht geschafft.
Und ihr hätte es sogar Spaß gemacht, ganz laut schreien zu können.
Die Instruktorin meinte noch, sie sei wie die Dinger, die man sich für Notsituationen zulegen kann, die einen Lärm machen, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Bin ich froh, dass sie lauthals schreien konnte.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das geschafft hätte.

Ich habe ihr geraten, die Polizei zu verständigen und dass sie sich psychologische Unterstützung holen soll, wenn sie merkt, dass sie das Erlebte belastet.
Und als Mutter fühle ich mich auch so hilflos, weil ich mein Kind nicht beschützen kann vor solchen Situationen.
Ich hab ihr gesagt, sie soll künftig nur mehr mit dem Taxi fahren, wenn sie spät/früh unterwegs ist, ich zahl ihr das.

Und der Typ dürfte mir nicht begegnen!

 

 

 

299. Text_Freude machen macht Freude

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Liebe Blogbesucher!

Letzten Sonntag feierten wir den 8. Geburtstag meines Enkelkindes.
Am Tag davor, also Samstag, traf ich erst meinen Klienten. Er ließ mich ein paar Mal während unseres Treffens verstehen, wie viel es ihm bedeutet, mich zu sehen. Das Wissen, dass er mit mir verabredet ist, führt dazu, dass er seiner Stimme, wenn sie ihm sagt, er möge doch zu Hause bleiben, etwas entgegensetzen kann. Nämlich, dass er sich darauf freut, mich zu sehen.

Nach dem Treffen fuhr ich zum Hauptplatz der inneren Stadt, um in einem Geschäft einen kleinen geschnitzten Schutzengelkopf zu erstehen.
Ich schenke meinen Enkelkindern nämlich zur Geburt einen kleinen Schutzengel, der sie durch das Leben begleiten soll.
Da Enkelkind Nummer 5 ja in in ein paar Tagen auf die Welt kommt, habe ich den Engelskopf gekauft.
Er liegt jetzt bei den Stramplern, die ich auch besorgt habe, nachdem Großtochter gemeint hat, genau solche fehlen ihr noch.

Auf dem Weg zurück zum öffentlichen Verkehrsmittel kam ich an ein paar Pferdekutschen vorbei, die dort auf Kundschaft warten.
Es stand eine Kiste da, in der gebrauchte Hufeisen zum Verkauf angeboten wurden.
Mein Geburtstags-Enkelkind reitet ja und so war mein Impuls: Jö, damit mach ich ihm bestimmt Freude, von den Kutschenpferden ein Hufeisen mitzubringen, das im neuen Lebensjahr das Glück einfangen soll.
Ich erwerbe also eines und auf dem Weg nach Hause bekomme ich Bedenken: Na ja, wenn Enkelkind in einem Reitstall ist, bekommt es wohl dort eh Hufeisen, da ist das nix Besonderes …
Nun ja, jetzt hatte ich es schon besorgt, also kam es auf das Geschenkpaket dazu, was wirklich sehr nett aussah.
Sonntag fuhren Herzensglück und ich zu meinem ältesten Sohn und Familie zur Feier.
Enkelkind nahm das Geschenk in Empfang und strahlte gleich: ein Hufeisen.
Es wollte wissen, woher ich das habe und wir haben es dann ganz genau angeschaut und ich hab dem Enkelkind erklärt, dass es das aufhängen kann und man sagt, dass dann das Glück hineinfällt.
Einige Zeit später wird der Tisch abgeräumt, um Platz für die Jause zu schaffen, als Enkelkind kommt und fragt: Wo ist mein Hufeisen?
Die Mutter meiner Schwiegertochter erklärt ihm, dass es das auf die Kommode gelegt hat und Enkelkind läuft sofort, um nachzusehen. Sieht das Hufeisen nicht sofort und sagt verzweifelt: Wo ist mein Hufeisen? Ich möchte mein Hufeisen!
Und es gibt keine Ruhe, bis das Hufeisen gefunden ist.

Gestern schickt mir mein Sohn eine Bildnachricht.
Darauf zu sehen: ein Bild vom Hufeisen, gezeichnet vom Enkelkind.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass dieses kleine Geschenk so viel Freude auslöst.

Und meine Schwiegermutter rief mich heute auch an.
Wir haben ihr aufgrund ihrer Erzählung, dass sie gerne Stollen und Kletzenbrot isst, diese besorgt und ins Bundesland geschickt, in dem meine Schwiegereltern wohnen.
Und so gefreut hat sie sich und sie wird sich das für die Feiertage aufheben, denn es sei so schön verpackt. Und wie sie sich revanchieren kann.
Ich meinte: Indem du mir versprichst, dass du dir eine gute Tasse Kaffee machst und den Stollen und das Kletzenbrot von Herzen genießt. Denn deine Freude ist das schönste Geschenk, das wir bekommen können.

Und da meine Enkelkinder so gerne eigene Post bekommen, habe ich an die beiden eine Nikolo-Karte abgeschickt mit persönlichen Worten an sie vom Nikolo und mit einem klitzekleinen süßen Gruß darin.
Ich nehme an, dass auch da viel Freude herrschen wird.

Ja: Freude machen macht Freude!

 

Hufeisen-Bild