Archiv für den Monat September 2019

293. Text_ Puuuuuuuuh

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Liebe Blogbesucher!

Gestern war sie also: unsere erste Einheit (50 Minuten) Yogalates.
Ich fühlte mich beim Heimkommen nicht besonders: Die Nase kitzelte (ich hatte untertags auch einige Male geniest), der Rachen war ein wenig rau, der Kopf schmerzte.
Aber ich wollte nicht schon beim 1. Mal aussetzen, also ein Aspirin genommen und beschlossen, dass wir nicht zu Fuß gehen, sondern mit dem Auto fahren. Vor allem angesichts der Tatsache, dass wir dann verschwitzt nach Hause gehen müssen und das vielleicht nicht so optimal ist.
Damit der Magen nicht belastet ist, haben Herzensglück und ich 2 Stunden vor der Einheit einen Basisbrei mit Milch angerührt. Diesen habe ich mit Sonnenblumenkernen, Cranberrys, Kokosraspeln verfeinert. Obenauf gaben wir noch Himbeeren und gesüßt wurde dezent mit Ahornsirup.
Eine halbe Stunde vor Beginn machten wir uns auf den Weg, mittlerweile hatte mich das Aspirin kopfschmerzfrei gemacht.
In der Garderobe ins Sportgewand und dann den Bewegungsraum aufgesucht – oh, eine große Spiegelwand – ich mag das ja gar nicht, wenn ich mich da selber ständig darin sehe.
Drei Frauen und ein Mann waren bereits im Raum, Herzensglück und ich suchten uns ein Plätzchen und dann warteten wir alle. Immer wieder ein Blick auf die Uhr, die Zeiger schritten voran und vom Trainer war nichts zu sehen. Ah, darum steht in der Beschreibung des Kurses, dass dies zu Balance und Gelassenheit verhilft. 😉

Mit fast 10-minütiger Verspätung kommt unser Trainer: ein drahtiger, muskulöser Mann. Und es geht los.

Wir kreisen mit dem Kopf, dehnen unsere Finger, strecken den Rücken …
Mir geht die Bemerkung einer Kollegin durch den Kopf: „Yogalates, das hab ich voriges Jahr mal gemacht. War ganz schön anstrengend“.
Noch merke ich nichts davon, es fühlt sich gut an, den Körper so zu strecken und zu dehnen.
Und langsam merke ich meine Rückenmuskeln – dabei hab ich doch gar keine „großartigen“ Bewegungen gemacht.
Und langsam wird mir warm.
Und dann beginnt der anstrengende Teil – vor allem, wenn man nicht geübt ist.
Meine Beweglichkeit (das hat meine Mutter immer verblüfft, dass ich so unsportlich bin und dabei so beweglich) unterstützt mich bei einigen Übungen, ein Blick zu Seite zeigt mir Herzensglück mit rotem Kopf und Schweißperlen im Gesicht.
Auch mir rinnt alsbald der Schweiß herunter – und beim Trainer sieht das alles so easy aus.
Körperspannung ist das Zauberwort – aber womit soll ich die schaffen, wenn die Muskeln nur rudimentär vorhanden sind?
Die Phase des Cooling Down ist angenehm.

Es war anstrengend, aber wir spüren eine Zufriedenheit, etwas für  unseren Körper getan zu haben.

Und heute geht es am Abend weiter mit der geistigen Fitness: Unser Italienisch-Kurs startet.

Liebe Grüße von eurer
herzensglücklichen – und bald körperfitten –
Patentsocke

292. Text_Im Frühtau zu Berge wir ziehn …

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Liebe Blogbesucher!

Etwas für die körperliche Fitness tun und – wie sich im Lauf des Tages herausstellt – auch für die seelische.

Die Wettervorhersage prohezeit für Samstag ein traumhaftes Spätsommerwetter und so beschließen Herzensglück und ich, unser Vorhaben, einen Hausberg vor den Toren unserer Heimatstadt zu bewandern, in die Tat umzusetzen.
Tagwache wird um 6 Uhr sein, also empfiehlt es sich, die 7 Sachen schon am Vortag zu packen.
Dabei fällt uns auf, dass wir eigentlich keine geeigneten Wanderrucksäcke haben. Also noch schnell in ein Sportgeschäft gefahren und zwei Rucksäcke erstanden.
Samstag 6 Uhr läutet der Wecker, ins Wandergewand geschlüpft, einen schnellen Kaffee mit Kipferl gefrühstückt und los geht es.
Da der Verkehr noch sehr wenig ist, sind wir in 60 Minuten an der Talstation der Gondel.
Herzensglück hatte bereits online die Berg- und Talfahrt gebucht. Eigentlich haben wir Plätze in der Gondel um 8.30 reserviert, aber die 1. Gondel auf den Berg um 8 Uhr hat noch freie Plätze und so starten wir gleich los.
In 8 Minuten bringt uns die Seilbahn auf das Hochplateau des Berges.
Wenn man nun denkt, „Hochplateau, das wird ein ebenerdig dahinlaufender Wandertag“, dann irrt man gewaltig.
Auf 1.545 Metern angekommen, begrüßt uns strahlender Sonnenschein, frische Luft und herrliche Stille. Die etwa 25 Wanderer, die mit uns heraufgekommen sind, verteilen sich auf die diversen Wanderwege und wir haben jenen zu einem Aussichtspunkt ganz für uns alleine.
Die Pflanzen im Schatten am Wegesrand sind noch im nächtlichen Frost erstarrt, Vögel zwistchern, es ist windstill und mein Herz lacht.
Am Aussichtspunkt blicken wir in ein felsiges Tal und auf den berühmten Nachbarberg.
Wir schlagen einen Weg zu einer unbewirtschafteten Hütte auf 1.477 Meter Höhe ein. Also geht es bergab durch einen verzaubert wirkenden Wald. Die Bäume haben Moos auf ihren Ästen und Stämmen, bemooste Steine liegen im Grün des Waldbodens und vereinzelt sprießen Pilze. Und ich merke: Meine Seele ist glücklich.
Dann erreichen wir eine Wegkreuzung, an der es zu unserem Ziel des heutigen Tages bergauf geht, da die Hütte in 1.648 Metern Höhe liegt. Ich schnaufe ganz schön und muss immer wieder rasten.
Mein leichtes Asthma (nicht so schlimm, dass man es therapieren müsste) macht sich bei der Anstrengung des Bergaufgehens bemerkbar. Ich scherze, dass ich 1.000 kleine Chinesen auf den Lungenflügeln mitschleppe und bei jeder Rast gebe ich 100 von ihnen die Chance abzuspringen. Nach 2,5 Stunden erreichen wir die Hütte. Die Tische, die vor ihr in der Sonne stehen sind bis auf einen alle noch frei. Das ändert sich in den nächsten 60 Minuten, in denen wir dort rasten, rasch und als wir aufbrechen, freut sich eine Familie über die frei werdenden Plätze.
Es geht wieder bergauf, da wir zum Kamm wollen, entlang dem wir zur Bergstation der Seilbahn wandern wollen.
Auf diesem Weg sind schon sehr viele Wanderer und ich sehne mich ein wenig nach dem einsamen Waldweg vom Morgen zurück.
Wir erleben Kleinkinder, die in der Trage sitzend dem Vater ihre Fäuste in den Rücken trommeln und ihm ihre volle Abneigung gegen solch einen Ausflug laut ins Ohr brüllen. Väter, die ihre weinenden Kinder hinter sich herziehen.
Da bin ich doch froh, dass diese Zeiten hinter mir liegen.
Wir erreichen eine weitere Hütte, wollen gerne im Freien ein Getränk, aber die Menschenmassen vergraulen uns und so lagern wir etwas abseits auf der Almwiese und verzehren unseren Proviant.
Noch einmal 20 Minuten und wir erreichen die Bergstation.
Wie es der Zufall so will, ist in der nächsten Gondel Platz frei, sodass wir direkt ins Tal abfahren können (unsere gebuchte Gondel wäre 60 Minuten später gefahren).
Auf der Heimfahrt, als unsere Muskeln kälter werden, merken wir die Anstrengung und ich wusste gar nicht, dass ich so viele Knochen und Muskeln im Körper habe.
Zufrieden und rechtschaffen müde klang dann der Tag auf dem Sofa aus.

Und morgen geht es mit unserem Yogalates-Kurs los.

Es grüßt euch
eure herzensglückliche Patentsocke

 

Hier ein paar Impressionen

bty

Auf den Berg

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Blick zum Nachbarberg

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Morgenfrost

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Bergblick

 

291. Text_geistiges, seelisches und körperliches Fitnessprogramm

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„Wir sollten etwas für unsere Gehirnleistung tun“, sagte Herzensglück im Sommer.
Da erst wenige Tage zuvor das gedruckte Programm der VHS eingetrudelt war,
stecken wir gleich die Köpfe darüber und machen uns schlau.
„Ein Sprachkurs wäre gut“, meint Herzensglück.
Ich hab ja voriges Jahr meine Französischkenntnisse in der VHS aufpoliert und war sehr zufrieden mit dem Niveau des Unterrichts, also nicke ich zustimmend.
„Es sollte eine Sprache sein, bei der wir vom selben Level starten“,  sage ich.
„Spanisch oder Italienisch?“, wirft Herzensglück in die Überlegungen ein.
„Hmmmm …“ vor meinem geistigen Auge taucht unser Urlaub in der Toskana auf … von Spanien hab ich kein Erinnerungsbild in meinem Speicher.
„Machen wir Italienisch“, schlage ich vor.
Herzensglück ist einverstanden.
Also gehen wir ab Ende September ein Mal die Woche am Abend in den Italienisch-Kurs.

„Wir liegen zu viel auf dem Sofa herum und machen zu wenig Bewegung“, grummelt Herzensglück vorige Woche vor sich hin.
Ich stimme ihm zu, der Gedanke, etwas für meinen Körper zu tun, kreist schon seit einiger Zeit in meinem Kopf herum.

Also haben wir das VHS-Programm wieder hervorgeholt und unsere Köpfe diesmal über der Rubrik „Gesundheit/Bewegung“ zusammengesteckt.
Herzensglück markiert mit gelbem Leuchtstift die Kurse, die uns ansprechen.
„Ich mag keinen Kurs, in dem die Tussen rumtanzen und auch keinen, in dem wir den Altersdurchschnitt extrem senken“, sagt Herzensglück.
Also scheiden Zumba, Bodystyling, Rücken fit für 60+ schon mal aus. 😉

Es bleiben ein paar Kurse über, leider finden zwei davon an dislozierten Standorten statt und müssten von uns mit dem Auto oder den Öffis angefahren werden.
Ein Kurs ist leider schon ausgebucht, also bleibt noch Yogalates.
Der Trainer heißt Konstantin – also ist Herzensglück zumindest nicht der einzige Mann. 🙂

Der Kurs findet am Standort statt, an dem wir auch Italienisch lernen.
Das ist gut, denn wir wollen den Hin- und Rückweg gleich als Bewegungsprogramm nutzen und zu Fuß gehen.

So gönnen wir nun unserem Geist und unserem Körper an zwei Abenden der Woche Fitness. Wohlfühlfitness.

Als ich Bedenken äußere, weil das schon auch Stress bedeuten kann, wenn ich spät aus der Arbeit wegkomme und wenn doch so viele andere Handgriffe im Haushalt zu tun sind, sagt Herzensglück:
„Du kannst es auch als die Zeit sehen, in der du etwas für dich tust.
Nicht als Stress, sondern als Auszeit, als Zeit, die ganz alleine dir zur Verfügung steht.“

Ich lasse mir seine Worte durch den Kopf gehen.
Es liegt wirklich an mir, wie ich meine Lebenszeit gestalte.
Dann liegt die Wäsche eben ein paar Tage länger in der Truhe und ich werde Herzensglücks schon öfter geäußertes Angebot „Ich kann ja meine Wäsche selber bügeln“, ganz einfach annehmen.
Ich muss nicht bis zum letzten Drücker in der Arbeit bleiben und dann nach Hause und zum Kurs hetzen, sondern an diesen beiden Tagen ganz bewusst pünktlich aus der Arbeit aufbrechen. Es ist ja immer mein eigener Perfektionsanspruch, dass ich das alles erledigen möchte, damit die Kollegen schnell zu ihren Sachen kommen.
Dabei habe ich ja schon oft erlebt, dass sie selbst oft gar nicht mehr im Haus sind und es vollkommen reicht, wenn ich ihnen das am nächsten Tag zur Verfügung stelle.
Und da habe ich gleich weitergedacht und noch ein paar Schräubchen gefunden, an denen ich drehen kann … und werde:
Mittagspause steht mir zu. 30 Minuten für mich.
Und auch im größten Stress werde ich nicht das Semmerl neben der Arbeit runterschlingen, sondern mir bewusst diese 30 Minuten gönnen.
Ich werde nicht mehr so viel in meinen Tag packen. Immer mit dem Gedanken „Wenn du das erledigt hast, dann kannst du kurz mal durchschnaufen““. Und kaum bin ich mit der einen Sache fertig, taucht schon die nächste auf … und damit beginnt sich das Karussel zu drehen.
Nun also auch die seelische Fitness – meinem Geist Ruhe gönnen, meiner Seele Gutes tun, indem ich weg vom Arbeitsplatz gehe, raus in das (bisschen) Grün. Abstand gewinnen.
Öfter „Nein“ sagen.

Geistige, seelische und körperliche Fitness!
Das klingt gut!

Liebe Grüße von eurer
herzensglücklichen Patentsocke