Archiv für den Monat Februar 2016

221. Text_Schwierige Entscheidung(en)

Standard

Liebe Blogbesucher!

Der Termin Montagabend beim Arzt war mehr als angenehm.
Er hatte uns als letzte Patienten eingeteilt und stand uns eine gute Stunde für alle Fragen und Auskünfte/Informationen zur Verfügung.
Es war echt eine sehr gute Gesprächsatmosphäre und ich fühle mich bei ihm sehr gut aufgehoben.

Klar ist, dass die Gebärmutter herausgeholt wird. Das muss aufgrund der Myome, die in den Bauchraum ragen und losgelöst werden müssen, sowie der Größe meiner Gebärmutter mit laproskopischer Unterstützung des vaginal verlaufenden Eingriffs erfolgen.

Ich musste nur zwei Entscheidungen bzgl. des Umfangs der OP treffen, die mir nicht ganz leicht gefallen sind und mich die letzten Tage sehr beschäftigt haben, da ich mir viel Information eingeholt, alle Für und Wider abgewogen habe.

Der Arzt fragte, ob er die Eierstöcke gleich mitherausoperieren soll.
Im Hinblick auf meinen hormonsensitiven Brustkrebs könnte man dadurch das Risiko, dass ich in 10 oder 15 Jahren möglicherweise einen neuerlichen Knoten bekomme, reduzieren.
Meine Recherchen ergaben, dass die Eierstöcke über den Wechsel hinaus eine sehr wichtige Funktion im Hormonhaushalt des Körpers haben und somit fiel meine Entscheidung dahingehend aus, dass ich die Eierstöcke behalten will.

Die 2. Entscheidung betraf die Frage, ob der Gebärmutterhals und der Muttermund erhalten bleiben oder auch herausoperiert werden sollen.
Bleiben sie erhalten, ist nach wie vor die Möglichkeit eines Gebärmutterhalskrebses gegeben und auch die Krebsabstriche muss ich weiter durchführen lassen.
Zudem kann aufgrund der Schleimhautbildung an dem letzten Rest Gebärmutter (Hals) eine minimale Blutung (Menstruation) auftreten.
Wenn sie belassen wird, bekomme ich statt drei Bauchschnitten fünf, wovon zwei etwa
4 cm groß sein werden (bei der Variante mit 3 Bauchschnitten wären sie max. 2 cm groß).
Nimmt man Gebärmutterhals und Muttermund heraus, entfallen Krebsabstrich und Blutungen sowie das Krebsrisiko.
Meine Recherchen ergaben, dass diese Teile aber eine wichtige Stützfunktion für das kleine Becken darstellen und dass auch die Blutversorgung der Vagina über diesen Bereich läuft und auch Nerven hier durchlaufen.
Laut Statistik ist das Risiko, eine Blasensenkung in späteren Jahren zu bekommen, geringer, wenn man Muttermund und Gebärmutterhals belässt.
Da ich kein Problem mit Krebsabstrich und bestimmt auch nicht mit minimalen Blutungen habe (die ja nach abgeschlossenem Wechsel sowieso ausfallen), habe ich mich entschlossen, auch diese im Körper zu belassen.
Und dass dann 2 Bauchnarben größer sind, ist angesichts meiner hässlichen Brust-Op-Narbe nicht wirklich ein Kriterium.

Und überspitzt ausgedrückt: Wenn ich jegliches Risiko, an Krebs oder sonstwas zu erkranken, ausschließen möchte, müsste ich mir alle Organe rausnehmen lassen und auch das Herz, denn ich könnte ja auch einen Infarkt bekommen.
Das Leben ist nun mal lebensgefährlich. 😉
Im ernst: es geht auch um meine Lebensqualität, um mein Wohlgefühl/womit ich leben kann.

Ich muss nun kommende Woche in die Gyn.-Ambulanz des Spitals, dort werden die OP-Vorbereitungen wie Blutuntersuchung und Anästhesieambulanz erledigt und der konkrete OP-Termin ausgemacht.
Der Arzt möchte mich gleich nach meiner Rückkehr unters Messer legen, da zwischen den OP-Vorbereitungs-Untersuchungen und der OP max. 4 Wochen liegen dürfen.
Also werde ich in der 2. Märzwoche ins Spital wandern.

Der Arzt meinte, die OP wird ca 1 Stunde dauern und dass ich mit etwa 4 Tagen Aufenthalt rechnen soll und danach mit einem Krankenstand von 4 bis 6 Wochen – je nachdem, wie ich persönlich mich gut fühle.
Wichtig ist auf jeden Fall die Schonung gleich nach der OP.
Na, darauf achtet ja Herzensglück schon, wenn er sich Pflegeurlaub nimmt.
Ich glaube, wenns sein muss, bindet er mich am Sofa fest. 😉

Jetzt genieße ich mal meinen Besuch bei meiner Tochter im Nachbarland (morgen gehts los) und dann genieße ich unsere Reise durch Asien.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

 

220. Text_Viel los

Standard

Liebe Blogbesucher!

Das vergangene Wochenende war ein guter Mix aus Arbeiten und Relaxen.
Freitagnachmittag haben Herzensglück und ich im Baumarkt alle Utensilien für das Ausmalen der Schlafzimmerwand besorgt und eine Karniese für den Vorhang im begehbaren Schrankraum.
Samstag fuhr Herzensglück Fußball spielen und wollte dann noch in die Wohnung, ein paar Sachen einpacken.
Ich wollte die Zeit nutzen, um auf einer Einkausfsstraße noch nach Sommerhosen und Sommerschuhen für unsere kommende Woche stattfindende Abreise nach Asien zu schauen.
Als ich in einem Buchgeschäft ein Magazin zu Asien finde und ihm eine Nachricht per Handy schicken möchte, ob ich die kaufen soll, sehe ich, dass er schon 5 Mal angerufen hat und schlussendlich eine Nachricht geschickt hat: „Fußball fällt heute aus und ich hab den Wohnungsschlüssel in der anderen Jacke.“
Also rufe ich ihn an, und siehe da, er ist genau in dem gleichen Buchgeschäft wie ich.
Wir stoßen aufeinander und ich merk gleich, dass er ziemlich sauer ist.
Und ich reagiere da immer so, dass ich denke, es hat was mit mir zu tun.
Immerhin habe ich ja fast eine Stunde seit seinem 1. Anrufversuch nicht reagiert.
Selbst als er meint, dass er sich nur über sich selbst ärgert, weil er auf den Schlüssel vergessen hat, kann ich mein Gedankenkarussell, dass ich „was falsch gemacht habe“ nicht gleich abschalten.
Das ist auch so eine „Lernsituation“, dass ich mich da mehr abgrenzen lerne.
Jedenfalls fuhren wir gemeinsam nach Hause und machten uns dann ans Ausmalen der Wand.
Herzensglücks Stimmung besserte sich auch zusehends.

Sonntag bereiteten wir uns ein reichhaltiges Frühstück und machten es uns danach noch auf dem Sofa mit der Tageszeitung gemütlich und starteten dann zum 2. Malvorgang.
Die Wand sieht jetzt wirklich super schön aus. Ein sattes Dunkelgrau haben wir gewählt.
Ich wollte ja ein helleres Grau, aber Herzensglück meint, man muss mutig sein.
Am nächsten Morgen gestand er mir, dass er am Abend zuvor beim Einschlafen kurz unsicher geworden war, ob das Grau nicht doch zu dunkel sein könnte …
An der Wand werden wir Bilderleisten montieren. Ich hab mir im Internet ein paar Beispiele zur Anordnung angesehen und eines haben wir für unsere Planung zum Vorbild genommen und auf dem Papier skizziert, wie wir das bei uns gestalten wollen.
Es ist so schön, gemeinsam solche Überlegungen anzustellen, zu tüfteln, auszusuchen, in Vorfreude zu schwelgen.
Wir wollen Bilder aus unserer gemeinsamen Zeit hinaufstellen – dazu gehört für mich seine 3-monatige Reise voriges Jahr durch Südostasien auch schon dazu.
Herzensglück hat da viel mehr in seinem „Fundus“ als ich, da er ja ein begeisterter und vor allem auch sehr begnadeter Fotograf ist.

Die Karniese haben wir auch noch montiert (mit ein bissel Fluchen, weil’s nicht gleich so geklappt hat wie gehofft) und ein Vorhang, den ich in meinem Schrank von früher aufbewahrt hatte, passt nun gut ins Zimmer.
Auf unserer Asienreise wollen wir uns trotzdem umsehen, ob wir einen noch passenderen Stoff finden.

Sonntagnachmittag waren wir bei meinem Sohn und seiner Familie eingeladen.
Mein jüngeres Enkelkind läuft seit einer Woche schon und ich konnte wieder Enkelkinderknuddeln genießen.
Herzensglück wollte ja nie eigene Kinder und tut auch immer ein bissel „zurückhaltend“, was Kinder betrifft. Deshalb muss ich immer in mich reinlächeln, wenn er dann mein jüngeres Enkelkind auf den Schoß nimmt und mit ihm rumschäkert.

Heute am Abend sind Herzensglück und ich beim Arzt, um wegen der Total-OP zu reden. Ich hoffe ja, dass ich den OP-Termin gleich nach unserer Rückkehr bekommen kann.
Im Vorfeld hab ich mich ein wenig zum Eingriff informiert und mir schon eine Liste an Fragen zusammengestellt.
Ein bissel Bammel hab ich schon vor dem Eingriff und den Wochen danach.
Herzensglück hat schon gesagt, dass er sich die Woche nach meinem Spitalsaufenthalt Pflegefreistellung nehmen wird, damit ich mich wirklich erholen und schonen kann.

Donnerstag geht es dann zu meiner großen Tochter ins Nachbarland.
Wir bleiben bis Sonntag.
Ich freue mich schon so, sie, ihren Partner und mein allerjüngstes Enkelkind nach beinahe sechs Monaten wiederzusehen.
Und kommende Woche fliegen wir nach Singapur, wo wir vier Nächte bleiben und dann in vier Etappen mit dem Zug über Kuala Lumpur, Penang (Georgetown) und Khanom nach Bangkok reisen.
Da eine Strecke derzeit nicht per Zug angeboten wird, werden wir für 60 Kilometer einen lokalen Bus nehmen. Offene Fenster, keine Klimaanlage …
Das wird ein Abenteuer.
Und für eine Strecke haben wir als Mietauto einen Pickup organisiert, der uns an unser Ziel bringt und den wir dann dort für unserere Erkundung der Umgebung nutzen werden.

Es ist also viel los auf meiner Lebensreise.
Es ist eine schöne, bunte Reise.
Ich lerne nach wie vor viel über mich, erlebe viel Liebe und so viel Gemeinsamkeit.
Schön ist das!

Liebe Grüße
Eure Patentsocke