Archiv für den Monat Mai 2015

198. Text_Nach- und Vorfreude

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Liebe Blogbesucher!

Die letzten Tage waren wieder gut gefüllt mit Programm, aber nicht zuuuu gefüllt.
Nein, grade so, wie es mir gut tut, wie ich die Momente genießen kann.

In der Arbeit geht ein neues Projekt los, neues Thema, neue Kontakte mit zuarbeitenden Personen, neue Erfahrungen, Bereicherung.
Donnerstag- und Freitagabend war ich jeweils mit einer anderen Freundin bei einer kultruellen Veranstaltung.
Ein Mal klassisches Theater von einem Kabarettisten „komödiantisch“ umgesetzt.
Viel Situationskomik, ich habe sehr gelacht, manchmal sogar Tränen gelacht.
Der zweite Abend war ein Kabarettabend.
Auch nett, aber nicht soooo unterhaltsam wie der Donnerstagabend.
Und an beiden Abenden habe ich interessante Gespräche mit den Begleiterinnen geführt.

Samstag hatte Kleintochter ihren 16. Geburtstag.
Durch Zusammenlegen der Familie bekam sie einen Tischtennistisch, der am Samstag  zwischen 10 und 12 Uhr geliefert wurde.
Passt, sie schläft an schulfreien Tagen immer bis Mittag, also kein Problem, dass sie etwas vor der Zeit mitbekommen könnte.
Und was ist?
Genau am Samstag steht sie um 9 Uhr neben mir – sie will ja ihren Geburtstag voll auskosten.
Na prima.
Ausgemacht war auch, dass wir am Vormittag einkaufen gehen und sie fragt und fragt und wundert sich und wundert sich, warum ich sooo intensiv mit dem Abspeichern meiner Fotos in Alben am Handy beschäftigt bin und dann noch im Computer was erledigen muss.
Kurz nach 12 Uhr dann der Lieferwagen, sie schaut natürlich aus dem Fenster, als das große Paket in die Garage getragen wird.
Ich hab aber eine gute Erklärung geliefert, was/warum da was geliefert wurde. 🙂

Sonntagnachmittag wurde familienintern gefeiert und das große Paket übergeben.
Ihre Brüder und ihr Onkel (mein Bruder) haben den Tisch dann gleich zusammengebaut und eingeweiht wurde er natürlich auch sofort.
Mein Ältester war bereits zu Mittag mit seiner Familie gekommen und so hatte ich viel Zeit, mit meinen beiden Enkelkindern zu spielen und zu kuscheln. Das jetzt drei Monate alte Enkelchen schlief auf mir ein und das große lehnte sich an mich an und so verbrachten wir eine gute Stunde auf dem Sofa mit Buch schauen und plaudern.
Das ist wirklich ein schönes Gefühl, das Vertrauen dieser beiden kleinen Menschen zu spüren.

Gestern habe ich meinen Klienten getroffen, der mir mit seiner Art und dem, was er mir erzählt, auch sehr viel Vertrauen entgegenbringt.
Es sind keine großen Gesten oder Worte, sondern kleine, die mir aber sehr ans Herz gehen, die mir zeigen, dass ihm die gemeinsam verbrachte Zeit so gut tut und wichtig ist.

Heute am Abend bin ich beim letzten Konzert aus meinem Konzert-Abo.
Darauf freue ich mich auch schon, es musiziert eine Künstlerin, deren Musik ich bereits kennengelernt habe und mir gefällt.

Das waren die Nachfreuden der letzten Tage.

Die Vorfreude habe ich in mir, weil der Tag der Rückkehr meines Herzensglücks näherrückt.
Ein bisschen ein eigenartiges Gefühl ist es schon: Vorfreude mit ein bissel „Spannung“, weil es ja doch ein Wiedersehen wird, das irgendwie besonders ist.
Gut 13 Wochen nach dem ersten und bis jetzt einzigen persönlichen Aufeinandertreffen, aber bereichert um das, was sich in der schriftlichen Kommunikation zwischen uns entwickelt hat.
Vorfreude, all das, was wir schriftlich bereits geplant und uns vorgenommen haben, umzusetzen und gleichzeitig auch die „Bremse“, das Wissen, dass es wichtig ist, Schritt für Schritt zu machen.
Und  entstehen lassen, was entstehen möchte … vielleicht Liebe.
Aber es kann natürlich auch passieren, dass „nichts passiert“.
Und ganz wichtig: Bei mir bleiben.
Das, was ich in den letzten Monaten – manchmal recht schmerzlich – erfahren habe an „Ich schaffe es“, „Das ist mir wichtig“, „Das möchte ich machen“ … fortzusetzen.
Keine Abhängigkeit vom Du, sondern wunderbare Ergänzung mit dem Du.

Dazu ein Gedicht von Erich Fried:

Dich

Dich nicht näher denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist

Dich nicht älter denken
und dich nicht jünger denken
nicht größer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kälter

Dich denken und mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist
Liebe Grüße von
Eurer Patentsocke,
die bestimmt spannenden und hoffentlich auch glücklichen Zeiten entgegengeht

197. Text_Nach-Hoch-Zeit

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197. Text_Nach-Hoch-Zeit

Liebe Blogbesucher!

Nein, nein, der Titel des Blogs bedeutet nicht, dass es bei mir bergab geht.

Ganz im Gegenteil: Mein Herzensglück ist zu mehr als einer Ahnung geworden.
Noch immer 9.000 Kilometer entfernt, aber trotzdem irgendwie sehr nahe.
Und die geografische Ferne ändert sich demnächst auch.
Ein bissel dauert es noch, aber nach 11 Wochen des Sich-Annäherns sind diese letzten Tage …
… naja…  halt letzte Tage des Getrenntseins.
Und dann werden wir das „virtuell“ Entstandene in unser reeles Leben überführen.
Wir haben im Vorfeld schon viel darüber geschrieben, worauf wir achtsam sein wollen und bei einigen für uns beide wichtigen Themen haben wir festgestellt, dass sie uns zu wichtig sind, um sie schriftlich zu „bereden“, dass wir darüber reden wollen, wenn wir uns dabei in die Augen sehen können.
Es spürt sich wirklich sehr, sehr gut an. 🙂

Der Titel des Blogs bezieht sich darauf, dass gestern Hochzeit meines Bruders war.
Hat ja keiner mehr daran geglaubt, dass er diesen Schritt jemals macht, aber es ist nun wahr.
Gestern fand im ganz kleinen Kreis die Trauung statt.
Und wenn ich irgendwann noch checke, wie ich hier mehrere Fotos reinstellen kann, bekommt ich hier noch ein paar Impressionen zu sehen.

196. Text_Ruhetag

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Liebe Blogbesucher!

Seit voriger Woche begleitet mich ein Virus des Hals-Nasen-Rachen-Bereichs mit Halsschmerzen, am Nachmittag eintretenden Kopfschmerzen, verschnupfter Nase – ohne wirklich Schnupfen zu haben – und seit gestern am Abend auch Ohrenschmerzen (vor allem rechts).
Und was für welche. 😦
Meine chronische Nebenhöhlenentzündug läuft anscheinend gerade zur Hochform auf.
Heute beim Aufwachen haben dann wieder einmal meine beiden Seiten miteinander gekämpft:
das Pflichtbewusstsein meiner Arbeit gegenüber und das Pflichtbewusstsein mir gegenüber.

Das Pflichtbewusstsein mir gegenüber hat heute gesiegt und ich gönne mir einen Tag der Ruhe und der Rotlichtlampe.
Wärme ist das, was mir am besten gegen die heftigen Ohrenschmerzen hilft.

Es ist sonnig und recht warm und so sitze ich auch auf meiner Terrasse, das Ohr der Sonne entgegen und lese im Buch von Terzani.
Da sind so viele Gedanken – nicht nur zur Krebserkrankung und seinem Umgang damit – enthalten,
sondern zu vielen Lebensthemen.
Und ich merke, wie so vieles in mir angestoßen wird, das bis jetzt geschlummert hat oder von mir zum Schweigen gebracht wurde, weil ich mir nicht erlaubt habe, so zu denken, zu fühlen.
Und nun berühren mich diese Worte in einer ganz eigenen Weise, öffnen mich, weiten mich.

Ich wollte, ich könnte meine Gedanken und Gefühle in solche Worte kleiden, um mich verständlich zu machen, wie Terzani es kann.
Oft denke ich, diese Zeilen sollten die Angehörigen von Krebskranken lesen, weil er sehr schlicht,
aber so treffend formuliert, wie es einem mit dieser Krankheit geht, was sich alles verändert.
Ich wollte, diese Worte hätte ich auch sprechen können, um mich verständlich zu machen.

So ist dieser Tag heute ein Ruhetag für meinen Körper und macht mich auch ganz tief innen ruhig und zufrieden.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

195. Text_Herzensglück

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Liebe Blogbesucher!

Es ist wieder Wochenende.
Zwei Tage mit lieben Gästen.

Heute am Nachmittag kommen mein Cousin und seine Frau zu Besuch, wir werden wieder viel plaudern und ein Spiel spielen.
Dazu wird gejausnet – ich versuche mich heute erstmals aln dem „Lavakuchen“, dieser Schokokuchen, der innen noch wiech ist – und später dann zu Abend gegessen. Dafür bereite ich jetzt gleich Chili con carne zu.

Ich freue mich auf den Besuch der beiden lieben Menschen.
Es ist so wohltuend mit ihnen zu reden, zu lachen, Spaß beim Spiel zu haben.
Es ist so eine Grundherzenswärme, die von den beiden ausgeht.

Morgen kommen mein Ältester und seine Familie um 10.30 zum Brunch.
Wir haben den Tremin schon vor Längerem ausgemacht und als mich diese Woche mein Zweitgeborener anrief, um nachzufragen, ob ich Sonntag zu Hause wäre, wurde mir erst klar, dass Muttertag ist.
Wir feiern den ja nie.

Wir haben das ganze Jahr über guten Kontakt und genießen unsere gemeinsamen Momente,
dafür brauch ich keinen „verordneten“ Tag.

So sind also meine Söhen, meine Schwiegertochter und meine beiden Enkelkinder bei mir.
Wir werden den Tag miteinander sehr entspannt genießen.
Das ist auch eine neue Qualität, dass ich mich nicht mehr zerspragle, sondern gemütlich dabeisitze.
Das musste ich auch erst lernen, dass die Welt nicht untergeht und mein Haus nicht versifft und ich nichts versäume (ganz im Gegenteil!!!), wenn ich weniger mache.

Aber das Wenige mache ich mit viel Achtsamkeit/Aufmerksamkeit.
Bei dem Wenigen bin ich voll und ganz dabei.

Und dann gibt es da noch mein (mögliches) Herzensglück: Das nähert sich.
Es nähert sich schon einmal rein geografisch, denn das Herzensglück ist gerade gute 9.000 Kilometer entfernt.
Aber mit jedem geschriebenen Wort nähert sich etwas in meinem, in unserem Inneren.
Es ist noch ganz zart und gleichzeitig hat es eine enorme Kraft.
Und es ist mir bewusst, dass es ist sehr wichtig ist, dass ich ganz bei mir bleibe.
Ich möchte die Fehler der Vergangenhiet nicht wiederholen.
Es hat sich bei mir ja schon sehr viel bewegt, manchmal springen noch immer die alten Muster/Gedanken/Ängste an, aber ich erkenne sie und ich stelle mich ihnen und ich spüre ihnen nach, was sie mir über mich sagen.

Manche mögen den Kopf schütteln und sagen, wie kann man sich nur schriftlich annähern.
Nun ja, wir haben uns ein Mal (kurz vor seiner Abreise) gesehen, waren miteinander bei einem Musik-Event.
Da war auch meine Freundin mit, die nun meinte, sie hätte schon damals sein Interesse an mir bemerkt.
Nur ich hab das wieder mal nicht mitbekommen – wie immer.

Aber ich habe bemerkt, dass ich mich in seiner Gegenwart wohlfühle, dass wir für ein erstes Treffen sehr locker und angenehm miteinander reden konnten.
Kein mühsames Suchen nach (gemeinsamen) Themen.
Nein, die sind nur so gesprudelt.

Und dann fuhr er fort und von seiner dreimonatigen Reise hat er begonnen, mir auf der Plattform, auf der ich die Gruppe habe, um gemeinsam Konzerte zu besuchen, zu schreiben.
Und ich habe ihm zurückgeschrieben und wir haben bemerkt, dass wir – fast schon erschreckend viele – Gemeinsamkeiten haben.
Viele Dinge ähnlich sehen, ähnliche Wertvorstellungen haben, gleiche Interessen.
Und: Er bringt mich mit seinen Formulierungen zum Lachen, ich mag seinen Humor sehr!

Als uns bewusst wurde, dass sich da etwas – rein aus der schriftlichen Kommunikation heraus – entwickelt,
haben wir die „Spaßbremse“ gezogen.
Haben uns bewusst gemacht, dass es irgendwie „verrückt“ ist, ob es das geben kann …
Und er hat unser beider Gefühl mit einem Zitat aus einem Buch in Worte gefasst:
Jeder macht aus einer Situation, einem Ort, einem Menschen das, was er in dem Moment gerade braucht.“

Dessen sind wir uns bewusst.
Wir beide spüren aber, dass es möglich ist, dass wir das, was sich hier durch die Kommunikation aufgebaut hat, was sich an Gleichklang zeigt und auch das, was an Unterschieden besteht, eine große Chance hat, in der „Realität“ Bestand zu haben.
Wir wollen es jedenfalls einmal versuchen.

Das Buch, aus dem das Zitat stammt, ist von Tiziano Terzani und heißt
„Noch eine Runde auf dem Karussell – Vom Leben und Sterben“ .
Terzani schreibt hier seine Geschichte, die beginnt, als er von seiner Krebserkrankung erfährt, von seiner Reise.
Eine Reise, die er sowohl im Außen macht, als er die Länder auf der Suche nach Antwort, wie er dem Krebs begegnen könnte, durchreiste, als auch eine Reise zu sich selbst.
Ein Zitat aus dem Buch, das mir auch sehr gut gefällt:
„Es geht darum zu verstehen, dass Leben und Tod lediglich zwei verschiedene Aspekte derselben Sache sind“, sagt ihm ein 80-jähriger Inder, bei dem er im Himalya wohnt. Und der Autor schlussfolgert: Das einzige wahre Ziel jener Reise, zu der wir alle mit unserer Geburt aufbrechen; eine Reise, von der ich selbst auch nicht allzu viel weiß, außer, dass die Richtung – davon bin ich überzeugt – von außen nach innen geht und vom Kleinen zum immer Größeren.

Mich haben die Gedanken Terzanis bereits auf den ersten Seiten gefangen genommen.
Eure Patentsocke,
die Momente des geerdeten Glücklichseins erlebt

194. Text_Noch mehr schöne Tage

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Liebe Blogbesucher!

Ich stecke noch mitten in schönen Tagen. 🙂

Von Mitte voriger Woche an hatte ich sehr lieben Besuch bei mir.
Wir hatten Tage gefüllt mit gemütlichem Beisammensein, Reden, Stadterkunden, im Garten temperaturmäßig die erste Ahnung von Sommer genießen und Lachen.Diese Tage waren wirklich wundervoll!
Und leider viel zu schnell vorbei.
Wie das immer so ist mit schönen Momenten.

Gestern bin ich mit Kleintochter (darf ich bald nicht mehr sagen, weil sie diesen Monat 16 wird) zu meiner großen Tochter ins Nachbarland gefahren.
6 Stunden, streckenweise sehr mühsam, da es geschüttet hat wie aus Schaffeln.

Aber jetzt sind wir hier und ich habe mein jüngstes Enkelkind kennengelernt.
So ein kleiner Mensch erstaunt mich immer wieder aufs Neue.So klein und so voll Leben.
Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie mir das Herz wieder übergegangen ist.

Jetzt bin ich dreifache Oma.
Kaum zu begreifen.
Und es fühlt sich gut an.
Ich bin glücklich.

Und vielleicht bahnt sich auch für mich gerade neues Herzensglück an …

Liebe Grüße
Eure lebensfrohe Patentsocke