188. Text_Mit allen Sinnen

Standard

Liebe Blogbesucher!

Anfang der Woche habe ich ein Konzert im Rahmen meines Abos besucht und habe einen so wundervollen Abend erlebt.
Großteils saß ich mit geschlossenen Augen und habe mich von der Musik einhüllen lassen, manchmal liefen mir die Tränen über die Wangen, weil die Melodien so wunderbar waren.

Ich habe die Musik in einer ganz neuen, eigenen, intensiven Form erlebt.
Ich war sogar richtig froh, dass ich anschließend alleine nach Hause fuhr, da ich noch so gefangen von dem Erlebten war.
In meiner Ernährung habe ich jetzt auch etwas umgestellt: Ich bin wieder auf meinen Morgenstundbrei gekommen, der mir in der Reha empfohlen worden war. Zusätzlich habe ich jetzt noch einen Frühstücksbrei auf Amaranthbasis.
Und ich verwende jetzt Hafermilch und stelle fest, dass mir diese wesentlich besser tut als Kuhmilch.
Bei der Jause mit meinem Zweitgeborenen und seiner Partnerin vergangenen Sonntag hatten wir zusätzlich zur Apfeltorte frisches Obst, 2 Sorten Käse und mein Sohn hat noch einen Asti mitgebracht, der sehr gut geschmeckt hat.

So haben wir einen sehr gemütlichen Nachmittag/Abend verbracht.
Meine Stammfamilie (so bezeichne ich jetzt die Fam. meines Bruders und meine Eltern) wollte uns unbedingt zu einem gemeinsamen Abendessen außerhalb unserer Stadt überreden, aber ich habe abgelehnt, weil ich ganz bewusst nur mit den beiden die Zeit verbringen wollte, da die Qualität der Gespräche eine ganz andere ist.
Eine Qualität, die mir in meinem Leben jetzt sehr wichtig ist.

Ich habe mir selber eine Gewürzmischung für den Brei zusammengestellt, probiere aus, wie und in welcher Zusammensetzung mir etwas schmeckt.

Ich mache jeden Morgen meine 5 Tibeter und jeden Abend und am Wochenende auch in ruhigen Momenten untertags, reflektiere ich, meditiere, mache Übungen zum „inneren Kind“.
Meine Psychotherapie landet bei den meisten meiner Muster in meiner Kindheit.

Durch das Nachfragen der Therapeutin und mein Reflektieren, Zurückversetzen und die weiteren Fragen, die mich tiefer in diese Zeit hineinführen, bekomme ich neuen/anderen Zugang zu dieser Zeit.
Und ich lerne, nicht mehr wegzuschauen, lerne, die Gefühle nicht mehr wegzudrücken.
Ich setze mich mit allem auseinander … auch mit mir.
Das ist oft sehr herausfordernd und ich merke auch, wie ich wieder ausweichen möchte, was ich manchmal auch kurzzeitig mache, und dann wieder zum schmerzenden Punkt zurückkehre und mich ihm stelle.
Und es klingt für eine Frau in meinem Alter vermutlich komisch:
Aber ich lerne mich gerade kennen.
Ich erkenne, wie ich in meinem Leben oft auf der Suche nach Anerkennung, Angenommensein war und mich selbst vergessen habe, und ich erkenne, welcher Druck und welches Nichtwahrnehmen meienr eigenen Person da vorhanden war.
Und das fällt jetzt nach und nach weg.
Ich habe es mal beschrieben, dass ich das Gefühl habe, eine Kruste bricht auf.
Und es sind plötzlich Ressourcen da, das Leben mit all meinen Sinnen zu erfahren.
Und das macht freier, autonomer, macht mich froh.
Bei einem Vortrag, in dem es auch darum ging, dass der Körper alle Erfahrungen abspeichert – auch die, die wir gleich nach der Geburt und als Säuglinge machten –, wie wir auf dieser Welt empfangen wurden, ob man uns Zuneigung gegeben hat etc., hat meine Mutter gemeint: „Ich glaube, dass wir beide da auch ein Thema haben.“
Und ich konnte sie ruhig ansehen und antworten: „Ja, so ist es. Ich beschäftige mich gerade mit dieser Zeit und es taucht sehr viel auf. Mit dem setze ich mich jetzt auseinander. Und das tut mir gut.“
Sie bekam große Augen, denn so eine Reaktion war sie von mir nicht gewohnt.

Ich kann nicht mehr ändern, was mir damals an Botschaften vermittelt wurde, aber ich möchte mich von diesen nicht mehr in der Art und Weise in meinem Leben beeinflussen lassen, wie sie es bis vor Kurzem noch sehr stark machten und noch immer machen.
Laut meiner Therapeutin werden manche von ihnen mich auch ein Leben lang begleiten, es geht darum, dass ich anders mit ihnen umgehen lerne.

Ich möchte die Kruste weiter aufbrechen.

Herzliche Grüße
Eure Patentsocke

Advertisements

»

  1. Ich finde überhaupt nicht das sich das für eine Frau in Deinem Alter komisch anhört. Ich weiß, dass viele Frauen in dem Alter eine Entwicklung, Veränderung erleben und viel Vergangenheit aufarbeiten . .Mit weniger Lebensjahren funktioniert das häufig einfach gar nicht.
    Aber Du klingst gut und ausgeglichen.

    lieben gruss
    sue

    • Liebe Sue!

      Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg.
      Er ist noch ungewohnt und ich stolpere auch manchmal über meine eigenen Füße. Manches könnte ich mir nach wie vor ersparen, aber das wird auch noch.
      Es ist interessant, welche Menschen momentan in mein Leben treten, was sie mir an neuen Blickwinkeln und Erfahrungen bieten. Manche bleiben nur für eine Stippvisite, manche begleiten mich länger. Aber das Wichtigste ist: Ich bleib bei mir. Wenn mir etwas nicht taugt, dann äußere ich es gleich. Das führt zu einer neuen Qualität an Begegnungen.
      Liebe Grüße
      Söckchen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s