186. Text_Das Leben fließt …

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Liebe Blogbesucher!

Die letzte Woche war ich arbeitsmäßig seeeeehr gefordert.
Ok, das ändert sich auch diese und die kommenden Wochen nicht wirklich.
Der neue Verantwortungsbereich ist einfach sehr arbeitsintensiv.
Aber es macht Spaß und wenn ich so wie heute von der Person, die das Projekt abnimmt, Lob höre, wie gut das gelungen sei und wie sehr es gefalle und daher auch kaum Änderungen nötig sei, dann erfreut das.
Und es wird auch gesehen, wie ich mich ins Zeug lege, dass alles so passt.
Der neue Verantwortungsbereich macht mir aber auch Spaß, ist viel kreativer, ich kann auch selbstbestimmter agieren.

Freitagabend bekam ich noch überraschend von dem Filmsammel-Freund die Einladung, auf seinem großen Fernseher einen Film zu schauen.
Als er hörte, dass ich „Titanic“ noch nie gesehen hatte („WAS?!? DER Liebesfilm für Frauen? Und du hast den noch nicht gesehen? Ehrlich jetzt? ….), war klar, was wir schauen.
Ok, der Film war dann eine Herausforderung an meine Nerven.
Nein, nicht wegen der Liebes-Herzschmerz-Szenen.
Auch nicht wegen der Länge von 194 Minuten.

Nein, seit ich denken kann, habe ich Probleme beim Anblick von einem hohen Schiffsbug, von U-Booten und Schiffsschrauben.
Und natürlich kamen all diese 3 Dinge sehr häufig ins Bild.
Und mir kamen die Tränen.
Nein, nicht als die beiden Liebenden am Bug im Wind standen, nicht als er angekettet von ihr gerettet wurde, als er in den Fluten versank …
Als dieses Schiff langsam einsank, dann auseinanderbrach und vor allem, als das Heck sich aufstellte und dann in die Tiefe hinuntersauste: Da hat mich ein Schmerz gepackt, der war gigantisch.
Das war eine ganz eigene Form von Schmerz.
Krass, wirklich krass.

Samstag war ich dann mit meiner Kleintochter shoppen und Running Sushi essen und am Nachmittag bei meinem Cousin, wo wir einen geselligen (mit Gesellschaftsspiel) Nachmittag und Abend verbrachten.
Sonntagvormittag dann mein Treffen mit dem Klienten.
Er lud mich dem Platz  vor dem Rathaus unserer Stadt auf eine heiße Schokolade ein und dann genossen wir es noch, in der Sonne zu sitzen und zu plaudern.
Er hat als großen Vertrauensbeweis sein Sackerl mit seinen Habseligkeiten, das er immer mithat, in meiner Obhut gelassen, als er unsere Getränke holte.
Das hat mich wirklich sehr angerührt, dass wir dieses Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, denn Menschen mit seinem Krankheitsbild tun sich da sehr schwer.
Er versichert mir immer, wie gut es ihm tut, dass er mich trifft und dass er dadurch rauskommt und wie gut er sich mit mir versteht.
Und er mag meine Heiterkeit, sagt er.
Er überlegt sich auch jedes Mal, was wir unternehmen könnten.
Das ist auch neu, denn beim 1. Kennenlernen war es ja Thema, dass er gerne „Ja, aber“ sagt.
Und ich lerne durch die Begegnung mit ihm auch sehr viel über mich kennen und auch, wie man das Leben noch betrachten kann.
Und da bekommt der Spruch, den ich letztens gehört habe, Bedeutung/Sinn: Wenn du es eilig hast, dann gehe langsam.
Es sind die kleinen Dinge, Unscheinbarkeiten, die doch so bedeutsam sind, auf die er mich aufmerksam macht, einfach durch die Art wie er ist, wie er das Leben sieht.

Am Nachmittag kam mein ältester Sohn mit seiner Familie und ich konnte wieder ausgiebig mein neues Enkelkind beschmusen und staunen, wie so ein kleiner Mensch mein Herz so riesengroß öffnet.
Und wenn das ältere Enkelkind dann auch kommt, mich an der Hand nimmt und sagt: „Oma, spielst du mit mir mit dem Ball. Machst du mir einen Toast mit Butter …“ und sich dann zu mir herkuschelt.
Das sind einfach wunderbare Momente, in denen ich so dankbar bin, dass ich das erleben darf.

Durch die Bücher, die ich lese, das Reflektieren, die Therapie, die mir die Augen geöffnet hat und noch immer öffnet, was in mir als Muster angelegt ist, was gar nicht meines ist. Die Erkenntnis, was ich im vergangenen Jahr aus Desorientierung heraus und aus heutiger Sicht betrachtet, völlig falsch gemacht habe. Da wäre wesentlich besser gewesen, einmal ein paar Schritte zurückzutreten, innezuhalten, mir Zeit zu geben: Das kann ich heute nicht mehr ändern, aber ich lerne daraus und es lässt mich sorgsamer mit vielem in meinem Leben umgehen.
Manchmal bin ich noch immer zu schnell, reagiere zu sehr aus den Mustern, die ich ablegen möchte.
Aber es fällt mir mehr und mehr auf.
Ich kann es nicht wirklich beschreiben, was sich verändert hat und noch immer verändert.
Es klärt sich noch immer in mir, Dinge werden sichtbar, die ich früher nicht erkannt, nicht wahrgenommen habe.

Und heute habe ich einen Spruch gelesen, der mich auch gerade beschäftigt:

Was du liebst, lass frei.
Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.

Wobei ich das „gehört es dir“ nicht als Besitzanspruch auffasse.

Nicht verkrampft etwas wollen, an etwas festhalten, sondern loslassen.

Das Leben fließt …

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

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  1. Liebes Söckchen,
    auch ich habe den Spielfilm Titanc nicht gesehen. Ich kann nicht mal genau sagen warum, aber der Film interssiert mich so überhaupt nicht. Und nur weil Frauen den angeblich so mögen, muß ich das nicht auch 😉 Dokumentationen zu dem Thema habe ich einige gesehen und das fand ich auch spannend. Den Spielfilm kann ich mir echt sparen.

    So wie es Dir Sonntags ergeht, so geht es mir ein bisschen Freitags, wenn ich mit dem Kleinen unterwegs bin. Ich geniesse dann das Leben ganz aus Kindersicht und das hat auch was.

    Ich finde es beachtlich, wenn man erkennt, das man gerade wieder nach einem „alten“ Muster gehandelt hat. Das ist ja schon die halbe Miete. Nur wenn man es erkennt, kann man es ändern. Ich denke, den Rest wirst Du mit links schaffen.

    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche

    lieben gruss
    sue

    • Liebe Sue!
      Mich ist er bisher auch nicht „angesprungen“ und einmal gesehen reicht auch. 😉
      Das Erkennen der „alten“ Muster ist schon spannend und wie schnell das manchmal geht … schwupps und schon springt was an und handelt man, wie man es sich vorgenommen hat, nicht mehr z utun.
      Wäre aber auch sehr vermessen von mir, zu denken, dass ich das jetzt in Nullkommanix verändere.
      Es ist aber sehr eigen im Blick zurück, wo ich jetzt über manches – also wie ich da auf Situatiomen reagiert habe, was da (angeblich) wichtig war, was ich da nachgelaufen bin – ganz arg den Kopf beutle.
      Ich wünsche dir auch noch eine schöne Restwoche!
      Umarm dich!
      Söckchen

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