Archiv für den Monat März 2015

190. Text_Buntes Leben

Standard

Liebe Blogbesucher!

Die nächsten Monate bringen viele Momenten, die mein Leben farbenfroh gestalten werden.

Kommendes Wochenende besuche ich meine Tochter im Nachbarland.
Freitag werden Kleintochter und ich in der Früh losfahren und nach ca. 7 Stunden (mit Pause) am Ziel eintreffen und am Dienstag zurückfahren.
Voriges Jahr trat ich diese Reise als frisch Verlobte an.
Heuer begebe ich mich als Single auf die Reise.
Voriges Jahr waren die Tage von den Problemen mit der Frühschwangerschaft (die letztlich zu einer Fehlgeburt führten) überschattet.
Heuer steht meine Tochter knapp vor der Geburt (mal sehen, ob sich Enkelchen während unseres Aufenthalts auf den Weg macht.)

Wieder zurück in meiner Heimatstadt erwarte ich kurz darauf lieben Besuch.
Wir werden Sightseeing machen, plaudern, die gemeinsamen Momente genießen, lachen …

Ende des Monats fahren Kleintochter und ich wieder ins Nachbarland, mein Sohn und seine Familie auch, und wir haben quasi Familientreff bei meiner Tochter.
Dann wird Enkelchen schon auf der Welt sein.
Und ich weiß schon, wer dann ganz kribbelig ist, es im Arm zu halten. 🙂

Im Juni wird Kleintochter auf Sportwoche sein und ich habe mir diese Woche freigenommen und plane, mir ein paar Tage Auszeit zu gönnen.
Ich weiß noch nicht genau, wohin es gehen soll.
Aber ganz fest vor, sie entspannt zu genießen.

Und dann bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe mir ein Navi zugelegt.
Ich bin ja eine, die die Meinung vertritt, dass sie immer mit Karte an jedes Ziel gefunden hat.
Nun habe ich mit Kleintochter für den Sommer eine zweiwöchige Reise durch Italien und Frankreich organisiert.
Die Quartiere sind bereits gebucht und die Fahrtroute ist festgelegt.
Da ich alleine hinter dem Steuer sitzen werde, habe ich die einzelnen Strecken in „bekömmliche“ Etappen eingeteilt.
Die Fahrt von Stadt zu Stadt wird unterbrochen von Besichtigungen von Städte und schönen Landschaften, die auf der Strecke liegen.
Und nun möchte ich nicht nach einem langen Tag auch noch durch fremde Städte auf der Suche nach dem Quartier irren.
Darum das Navi.
Venedig, Bergamo, Anenncy, Nimes, Carcassonne, Cannes, Gardasee und Bozen/Meran liegen auf unserer Strecke.
Das wird eine Herausforderung, aber ich stelle mich ihr.
Schon das Planen und Organisieren war als reine Überlegung erst eine große Hemmschwelle, aber als ich mich einfach hingesetzt und begonnen habe, die Route zu planen und dann nach Quartieren zu suchen, stellte ich fest, dass meine Angst vor den „Problemen“ sich immer als größer darstellt und es dann gut funktioniert, wenn ich es einfach angehe und mache.

So wird das Leben bunt, viele schöne Begegnungen warten.

Ach ja, meine große Jahresuntersuchung steht auch an.
Ende April habe ich mal alle Untersuchungen (dieses Jahr auch Knochendichtemessung), die ich alle direkt im Spital machen lasse, und am 5. 5. ist dann Befundbesprechung im Brustzentrum des Spitals, bei der es dann hoffentlich wieder heißt: Alles in Ordnung!

Liebe Grüße

Eure Patentsocke

189. Text_Die Kruste bricht

Standard

Liebe Blogbesucher!

Die Kruste bricht und lässt plötzlich auch Dinge aus der Vergangenheit – meiner Krebs-Vergangenheit
(die ja auch Gegenwart ist) – durch.
Bis jetzt „wunderbar“ unter einer dicken Schicht von Panzerung verborgen, das Starksein im Vordergrund, Gedanken/Ängste/Sorgen weggeschoben mit „Ok, dann also OP, Augen zu und durch“, „Jetzt Strahlentherapie – Augen zu und durch“, „Tablettentherapie, Augen zu und durch“  …
Und jetzt bricht diese Kruste

Ich gehe nahe dem Spital, in dem ich die Strahlentherapie hatte, und sehe einen schön gewachsenen Baum und überlege, wo im Areal des Spitals der steht.
Dort, beim Pavillon, in den ich 6 Wochen hineinging, um mich für ein paar Minuten unter die Bestrahlung zu legen.
Und wie ein Backflash sind plötzlich  – jetzt, nach 3 Jahren (!!!) – Gefühle da, die ich damals wohl hatte, aber nicht zugelassen habe.
Ich gehöre jetzt zu denen.
Ich habe Krebs.
Ich will gesund sein und nicht tagtäglich hier herein.
Ich hasse es, mich auszuziehen und mich den Blicken all der Abteilungsangestellten auszusetzen.
Ich hasse dieses Gerät, das auf mich ausgerichtet wird.
ICH WILL DAS ALLES NICHT!!!!

Ich gehe weiter und stehe an der Bushaltestelle und der Gedanke „Ich habe Krebs“ ist plötzlich so nah, so intensiv,
so überwältigend, wie er bis jetzt nie da war.
Nicht bei der Diagnose, nicht bei der OP.

Die Kruste bricht

Wie viel Kraft habe ich bis jetzt dafür aufgewendet, um all das zu unterdrücken,
nicht wahrzunehmen, nicht nach außen zu lassen?
Viel Kraft. Das wird mir jetzt bewusst.
Kraft, die ich für anderes sinnvoller hätte einsetzen können.

Ich habe es den Menschen um mich leicht und auch wieder nicht leicht gemacht.
Ich war stark, ich habe jeden Schritt genommen, ich habe eine Fassade aufrechterhalten.
Und ich hab mir dadurch die Möglichkeit genommen, alles aus mir herauszuschreien.
Um es herauszuschreien, hätte ich es vorher in Worte fassen müssen … das hab ich mir untersagt.
Ich wollte diese Worte nicht denken, sprechen, wahrnehmen.

Damals, als der Schrei in mir laut war und stumm in mir verhallt ist … sogar für mich.

Die Kruste bricht

Und jetzt höre ich diesen Schrei, ich lasse den Zorn auf die Krankheit zu, den Zorn auf die Hitzeanfälle,
auf die Narbe, die sie mir gesetzt hat,
auf die vielen Narben, die sie mir zugefügt hat.

Aber ich verharre nicht im Zorn und nicht in der Trauer.
Ich lasse sie zu, sie kommen in Wellen.
Ich nehme sie an.

Die Kruste bricht

Auch das bin ich.

Eure Patentsocke

188. Text_Mit allen Sinnen

Standard

Liebe Blogbesucher!

Anfang der Woche habe ich ein Konzert im Rahmen meines Abos besucht und habe einen so wundervollen Abend erlebt.
Großteils saß ich mit geschlossenen Augen und habe mich von der Musik einhüllen lassen, manchmal liefen mir die Tränen über die Wangen, weil die Melodien so wunderbar waren.

Ich habe die Musik in einer ganz neuen, eigenen, intensiven Form erlebt.
Ich war sogar richtig froh, dass ich anschließend alleine nach Hause fuhr, da ich noch so gefangen von dem Erlebten war.
In meiner Ernährung habe ich jetzt auch etwas umgestellt: Ich bin wieder auf meinen Morgenstundbrei gekommen, der mir in der Reha empfohlen worden war. Zusätzlich habe ich jetzt noch einen Frühstücksbrei auf Amaranthbasis.
Und ich verwende jetzt Hafermilch und stelle fest, dass mir diese wesentlich besser tut als Kuhmilch.
Bei der Jause mit meinem Zweitgeborenen und seiner Partnerin vergangenen Sonntag hatten wir zusätzlich zur Apfeltorte frisches Obst, 2 Sorten Käse und mein Sohn hat noch einen Asti mitgebracht, der sehr gut geschmeckt hat.

So haben wir einen sehr gemütlichen Nachmittag/Abend verbracht.
Meine Stammfamilie (so bezeichne ich jetzt die Fam. meines Bruders und meine Eltern) wollte uns unbedingt zu einem gemeinsamen Abendessen außerhalb unserer Stadt überreden, aber ich habe abgelehnt, weil ich ganz bewusst nur mit den beiden die Zeit verbringen wollte, da die Qualität der Gespräche eine ganz andere ist.
Eine Qualität, die mir in meinem Leben jetzt sehr wichtig ist.

Ich habe mir selber eine Gewürzmischung für den Brei zusammengestellt, probiere aus, wie und in welcher Zusammensetzung mir etwas schmeckt.

Ich mache jeden Morgen meine 5 Tibeter und jeden Abend und am Wochenende auch in ruhigen Momenten untertags, reflektiere ich, meditiere, mache Übungen zum „inneren Kind“.
Meine Psychotherapie landet bei den meisten meiner Muster in meiner Kindheit.

Durch das Nachfragen der Therapeutin und mein Reflektieren, Zurückversetzen und die weiteren Fragen, die mich tiefer in diese Zeit hineinführen, bekomme ich neuen/anderen Zugang zu dieser Zeit.
Und ich lerne, nicht mehr wegzuschauen, lerne, die Gefühle nicht mehr wegzudrücken.
Ich setze mich mit allem auseinander … auch mit mir.
Das ist oft sehr herausfordernd und ich merke auch, wie ich wieder ausweichen möchte, was ich manchmal auch kurzzeitig mache, und dann wieder zum schmerzenden Punkt zurückkehre und mich ihm stelle.
Und es klingt für eine Frau in meinem Alter vermutlich komisch:
Aber ich lerne mich gerade kennen.
Ich erkenne, wie ich in meinem Leben oft auf der Suche nach Anerkennung, Angenommensein war und mich selbst vergessen habe, und ich erkenne, welcher Druck und welches Nichtwahrnehmen meienr eigenen Person da vorhanden war.
Und das fällt jetzt nach und nach weg.
Ich habe es mal beschrieben, dass ich das Gefühl habe, eine Kruste bricht auf.
Und es sind plötzlich Ressourcen da, das Leben mit all meinen Sinnen zu erfahren.
Und das macht freier, autonomer, macht mich froh.
Bei einem Vortrag, in dem es auch darum ging, dass der Körper alle Erfahrungen abspeichert – auch die, die wir gleich nach der Geburt und als Säuglinge machten –, wie wir auf dieser Welt empfangen wurden, ob man uns Zuneigung gegeben hat etc., hat meine Mutter gemeint: „Ich glaube, dass wir beide da auch ein Thema haben.“
Und ich konnte sie ruhig ansehen und antworten: „Ja, so ist es. Ich beschäftige mich gerade mit dieser Zeit und es taucht sehr viel auf. Mit dem setze ich mich jetzt auseinander. Und das tut mir gut.“
Sie bekam große Augen, denn so eine Reaktion war sie von mir nicht gewohnt.

Ich kann nicht mehr ändern, was mir damals an Botschaften vermittelt wurde, aber ich möchte mich von diesen nicht mehr in der Art und Weise in meinem Leben beeinflussen lassen, wie sie es bis vor Kurzem noch sehr stark machten und noch immer machen.
Laut meiner Therapeutin werden manche von ihnen mich auch ein Leben lang begleiten, es geht darum, dass ich anders mit ihnen umgehen lerne.

Ich möchte die Kruste weiter aufbrechen.

Herzliche Grüße
Eure Patentsocke

187. Text_Innenschau

Standard

Liebe Blogbesucher!

Es gibt momentan so viele Aha-Erlebnisse in meiner Welt, dass ich manchmal mit offenem Mund staunend dastehe und mich frage,
ob ich bis jetzt geschlafen habe, wo ich war.
Es ist, als ob eine Kruste nach und nach aufbricht..
Ich begegne jetzt mehr und mehr der Person, die in mir drinnensteckt.
Das klingt vielleicht komisch, vielleicht abgehoben und ich bin mit der Formulierung selbst nicht ganz zufrieden.
Aber ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.
Ich kann plötzlich agieren und argumentieren und mich distanzieren  … wie es mir bislang nicht möglich war.
Ich stehe mehr und mehr zu mir. Zu mir mit all meinen Stärken und Schwächen.
Es sind Kleinigkeiten in meinem Alltag und doch groß in ihrer Dimension, was sie mit mir machen, wie sie mich freier, unabhängiger machen.
Ich knabbere nach wie vor noch an einigen Themen, aber meine Herangehensweise, meine Sichtweise hat sich verändert.
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte darüber mit meinem letzten Partner sprechen.
Nicht in dem Sinn, dass ich wieder eine Beziehung möchte.
Ich kann beziehungsmäßig derzeit nicht viel anbieten, weil ich noch nicht ganz bei mir angekommen bin, weil die Schritte, die ich setze, zwar in die richtige Richtung gehen, aber noch nicht gefestigt genug sind.
Da gibt es noch einiges aufzuarbeiten. Da ist viel auszumisten.
Ich würde mit ihm gerne darüber reden …. ja, warum eigentlich?
Geht es hier wieder nur um mein Ich, mein übergroßes Ich, das es mir zuletzt vorgeworfen hat?
Darum, dass ich mich ihm gegenüber nur rehabilitieren möchte, um mich besser zu fühlen?
Was hätte er davon, wenn ich ihm von dieser Entwicklung erzähle?
Gar nichts … Vielleicht eine gewisse Befriedigung, dass er mit manchem sehr richtig lag.
Was lässt mich diesen Wunsch verspüren? Was erwarte ich mir davon, warum pocht das als Gedanke immer wieder an?
Der Wunsch ist da und ich möchte ihn nicht einfach beiseite schieben, sondern in mir wirken lassen und vielleicht komme ich daraus wieder einem Muster von mir auf die Spur.
Ist vermutlich ein gutes Thema für die heutige Therapie.

Die Frauengruppe, die mir im Herbst so gut getan hat, findet ab Mitte April eine Fortsetzung, auch mit neuen Inhalten
und ich freue mich schon sehr darauf.

Über das Osterwochenende werde ich vermutlich zu meiner Tochter ins Nachbarland fahren,
vielleicht kommt in diesen Tagen Enkelkind Nummer 3 auf die Welt.
Das familiäre Osterfeiern werde ich heuer nur im kleinen Rahmen mit meinen Söhnen und ihrer Familie/Partnerin feiern.
Einfach ein nettes Beisammensein mit guten Gesprächen und Wohlfühlen.
Und wenn Enkelchen Nummer 3 nicht in dieser Zeit zur Welt kommt, haben wir besprochen, dass ich Ende April nochmal zu ihr komme, denn dann wird Enkelchen bestimmt schon auf der Welt sein.

Die Begegnungen mit den Menschen haben jetzt auch eine ganz andere Qualität.
Ich beobachte mich auch, wie ich reagiere, ob ich etwas sage/mache nur deshalb tue, weil es mir um die Anerkennung dieser Person geht.
getsren habe ich einmal eine Liste erstellt, von welchen Menschen ich mir Anerkennung erwarte und was ich möchte, dass sie über mich anerkennend sagen.
Na das war auch sehr erhellend.

Es tut sich viel, auch wenn es nach außen nicht die großen Umbrüche sind, so bewirken sie doch eine Menge.
Und es spürt sich gut  und richtig an.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

 

 

 

186. Text_Das Leben fließt …

Standard

Liebe Blogbesucher!

Die letzte Woche war ich arbeitsmäßig seeeeehr gefordert.
Ok, das ändert sich auch diese und die kommenden Wochen nicht wirklich.
Der neue Verantwortungsbereich ist einfach sehr arbeitsintensiv.
Aber es macht Spaß und wenn ich so wie heute von der Person, die das Projekt abnimmt, Lob höre, wie gut das gelungen sei und wie sehr es gefalle und daher auch kaum Änderungen nötig sei, dann erfreut das.
Und es wird auch gesehen, wie ich mich ins Zeug lege, dass alles so passt.
Der neue Verantwortungsbereich macht mir aber auch Spaß, ist viel kreativer, ich kann auch selbstbestimmter agieren.

Freitagabend bekam ich noch überraschend von dem Filmsammel-Freund die Einladung, auf seinem großen Fernseher einen Film zu schauen.
Als er hörte, dass ich „Titanic“ noch nie gesehen hatte („WAS?!? DER Liebesfilm für Frauen? Und du hast den noch nicht gesehen? Ehrlich jetzt? ….), war klar, was wir schauen.
Ok, der Film war dann eine Herausforderung an meine Nerven.
Nein, nicht wegen der Liebes-Herzschmerz-Szenen.
Auch nicht wegen der Länge von 194 Minuten.

Nein, seit ich denken kann, habe ich Probleme beim Anblick von einem hohen Schiffsbug, von U-Booten und Schiffsschrauben.
Und natürlich kamen all diese 3 Dinge sehr häufig ins Bild.
Und mir kamen die Tränen.
Nein, nicht als die beiden Liebenden am Bug im Wind standen, nicht als er angekettet von ihr gerettet wurde, als er in den Fluten versank …
Als dieses Schiff langsam einsank, dann auseinanderbrach und vor allem, als das Heck sich aufstellte und dann in die Tiefe hinuntersauste: Da hat mich ein Schmerz gepackt, der war gigantisch.
Das war eine ganz eigene Form von Schmerz.
Krass, wirklich krass.

Samstag war ich dann mit meiner Kleintochter shoppen und Running Sushi essen und am Nachmittag bei meinem Cousin, wo wir einen geselligen (mit Gesellschaftsspiel) Nachmittag und Abend verbrachten.
Sonntagvormittag dann mein Treffen mit dem Klienten.
Er lud mich dem Platz  vor dem Rathaus unserer Stadt auf eine heiße Schokolade ein und dann genossen wir es noch, in der Sonne zu sitzen und zu plaudern.
Er hat als großen Vertrauensbeweis sein Sackerl mit seinen Habseligkeiten, das er immer mithat, in meiner Obhut gelassen, als er unsere Getränke holte.
Das hat mich wirklich sehr angerührt, dass wir dieses Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, denn Menschen mit seinem Krankheitsbild tun sich da sehr schwer.
Er versichert mir immer, wie gut es ihm tut, dass er mich trifft und dass er dadurch rauskommt und wie gut er sich mit mir versteht.
Und er mag meine Heiterkeit, sagt er.
Er überlegt sich auch jedes Mal, was wir unternehmen könnten.
Das ist auch neu, denn beim 1. Kennenlernen war es ja Thema, dass er gerne „Ja, aber“ sagt.
Und ich lerne durch die Begegnung mit ihm auch sehr viel über mich kennen und auch, wie man das Leben noch betrachten kann.
Und da bekommt der Spruch, den ich letztens gehört habe, Bedeutung/Sinn: Wenn du es eilig hast, dann gehe langsam.
Es sind die kleinen Dinge, Unscheinbarkeiten, die doch so bedeutsam sind, auf die er mich aufmerksam macht, einfach durch die Art wie er ist, wie er das Leben sieht.

Am Nachmittag kam mein ältester Sohn mit seiner Familie und ich konnte wieder ausgiebig mein neues Enkelkind beschmusen und staunen, wie so ein kleiner Mensch mein Herz so riesengroß öffnet.
Und wenn das ältere Enkelkind dann auch kommt, mich an der Hand nimmt und sagt: „Oma, spielst du mit mir mit dem Ball. Machst du mir einen Toast mit Butter …“ und sich dann zu mir herkuschelt.
Das sind einfach wunderbare Momente, in denen ich so dankbar bin, dass ich das erleben darf.

Durch die Bücher, die ich lese, das Reflektieren, die Therapie, die mir die Augen geöffnet hat und noch immer öffnet, was in mir als Muster angelegt ist, was gar nicht meines ist. Die Erkenntnis, was ich im vergangenen Jahr aus Desorientierung heraus und aus heutiger Sicht betrachtet, völlig falsch gemacht habe. Da wäre wesentlich besser gewesen, einmal ein paar Schritte zurückzutreten, innezuhalten, mir Zeit zu geben: Das kann ich heute nicht mehr ändern, aber ich lerne daraus und es lässt mich sorgsamer mit vielem in meinem Leben umgehen.
Manchmal bin ich noch immer zu schnell, reagiere zu sehr aus den Mustern, die ich ablegen möchte.
Aber es fällt mir mehr und mehr auf.
Ich kann es nicht wirklich beschreiben, was sich verändert hat und noch immer verändert.
Es klärt sich noch immer in mir, Dinge werden sichtbar, die ich früher nicht erkannt, nicht wahrgenommen habe.

Und heute habe ich einen Spruch gelesen, der mich auch gerade beschäftigt:

Was du liebst, lass frei.
Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.

Wobei ich das „gehört es dir“ nicht als Besitzanspruch auffasse.

Nicht verkrampft etwas wollen, an etwas festhalten, sondern loslassen.

Das Leben fließt …

Liebe Grüße
Eure Patentsocke