182. Text_Reflexion

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Liebe Blogbesucher!
Die letzte Zeit bin ich immer wieder mit mir selbst konfrontiert und mit Situationen, die mir zeigen, wo ich noch einiges Lernpotenzial habe.
Wobei: Um das Motto „Lebenslanges Lernen“ kommt man eh nicht herum. 😉

Ich bin draufgekommen, dass ich aus Angst vor den Einsamkeitsgefühlen in den Monaten bis Jahresende teilweise zu viel Programm in meine Tage gepfercht habe.
Nur keine weiße Stelle im Kalender … so angsteinflößend waren die.

Und nun: Es geht immer besser.
Klar habe ich sie noch immer, aber ich kann mit ihnen besser umgehen.
Vor allem ich gehe mit ihnen um und verhindere sie nicht mit Überaktivität.
Wenn mir das jemand gesagt hätte, dass ich zu viel mache, hätte ich das rundheraus bestritten und verteidigt.
Jaja, es hat schon was, dass man auf diese Sachen selbst draufkommen muss. 🙂

Und ich gehe weiter langsam. Lasse mir Freiraum für meine Gefühle und Gedanken.
Hinterfrage übernommene Wertvorstellungen, setze mich mit dem Gedanken auseinander, ob ich wirklich immer in dem Haus bleibe, in dem ich jetzt wohne, denn mein Sehnsuchtswunsch ist ein ganz anderer.
Ich kann solche Gedanken jetzt zulassen, kann die „Sicherheiten“ loslassen, die mich bis jetzt gehalten, aber auch gefangen gehalten haben.
Ich beginne über den Tellerrand zu schauen, nämlich wirklich zu schauen, mich umzublicken, abzuwägen, was ist meines und wo verfolge ich wieder alte, gewohnte Muster.
Und es fühlt sich gut an, so wie ich es jetzt mache.

Zu meiner Familie habe ich ein gutes Distanzverhältnis.
Es ist momentan wirklich eine gute Balance. Und ich dikutiere mit meinen Eltern über Themen, zu denen ich früher geschwiegen hätte.
Ich sage meine Meinung und stelle fest … sie wird akzeptiert.
Auch im Verhalten meiner Mutter mir gegenüber merke ich die Veränderung – sie ist nur zart merkbar, aber sie ist da – nämlich, dass sie mich für erwachsener nimmt. Ich kann das jetzt gar nicht genau an einem Beispiel „zeigen“, aber es ist an der Art merkbar, wie sie mit mir umgeht.
Früher war mein Vorname in der Verniedlichungsform oder „Schätzchen“ ihre beliebte Anrede und jetzt nennt sie mich bei meinem Vornamen.
Die Themen, die sie mit mir anschneidet sind andere.
Meine Mutter wird dieses Monat noch am Herz operiert und die OP wird immer umfangreicher, da die Voruntersuchungen ein paar Schwachstellen aufweisen, die alle saniert gehören.
Es wird ein großer Eingriff und einer, der auch Risiken beinhaltet.

Der Mann, der mich zum Spazieren und Essen einlädt, hat mir vorige Woche zwei Tage vor Abreise eröffnet, dass er 10 Tage  auf Urlaub fährt – ziemlich weit weg.
Mir fiel innerlich alles hinunter – außen habe ich mir nichts anmerken lassen.
Und dann habe ich mich damit auseinandergesetzt, warum mir da alles hinunterfällt, warum es mich traurig macht, warum ich nicht unbeeinflusst (mir selbst) sagen kann: Ok, dann ist er weg, ich leb mein Leben (das kann ich ja auch ohne ihn) und dann ist er wieder da und gut ist.
Es ist ein Verlassenheitsgefühl, das hier auftaucht und das hat nichts mit ihm und der gegenwärtigen Situation zu tun, sondern mit mir und Erfahrungen, die ich wohl in meiner Kindheit gemacht habe.
Und mit denen setze ich mich auseinander. Und ich kann euch sagen. Sobald ich mal in den Schmerz eingetaucht bin und auch die Tränen habe fließen lassen und mir bewusst geworden bin, dass er nur der Auslöser für etwas ist, das in mir ist und mit dem ich mich auseinandersetzen soll, um es bearbeiten zu könne, wurde es leichter.
Er hat jetzt schon SMS geschrieben und ich habe bemerkt, dass ich mich sehr darüber gefreut habe, es mich aber nicht wieder im Schmerz über seine Abwesenheit aktiviert hat.
Das ist jetzt natürlich nur eine absolute Kurzfassung von all dem, was in mir so los war/ist.
Ich habe ja geschrieben, dass sich da was entwickelt, ich aber noch nicht weiß, wohin und was.
Und mir ist auch bewusst geworden, dass ich da auch mehr Klarheit brauche und bei ihm verschiedenes ansprechen möchte
Dem bin ich bis jetzt auch ganz gut ausgewichen.

Vergangenen Samstag war ich mit meiner Freundin schwimmen, dann haben wir uns ein Mittagessen in einem Lokal gegönnt und anschließend bei mir Kaffee und Kuchen genossen sowie einen Film via DVD angeschaut, den sie mitgebracht hat.
Den haben wir nicht ganz geschafft und vereinbart, dass wir den Rest gemeinsam ansehen, wenn es bei uns beiden wieder geht.
Denn wir mussten das Haus verlassen, weil wir am Abend bei einem Musical waren.
Meine Tochter kam direkt vom Turnier zum Theater und so haben wir zu dritt einen sehr unterhaltsamen Abend genossen.

Mein Klient hat mir gestern wieder sehr schönes Feedback gegeben.
Es freut mich so, dass es ihm gut tut, sich mit mir zu treffen.
Dass ich mit dem Zurverfügungstellen der Zeit und meiner Präsenz einen Menschen viel Freude geben kann.

Und dann ist da die Aussicht auf eine Woche Urlaub, die ich mit meiner Tochter skifahren gehe werde.
Darauf freuen wir beide uns schon sehr.

Liebe Grüße!
Eure Patentsocke

 

 

 

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  1. Liebes Söckchen,

    in meine Ohren klingt das alles echt klasse
    Ich freue mich sehr für Dich, dass die Angst vor weißen Stellen im Kalender, schwindet. Das ist ein super gutes Zeichen 🙂

    lieben gruss
    sue

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