Archiv für den Monat Dezember 2014

178. Text_Jahreswechsel

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Liebe Blogbesucher!

Draußen krachen bereits die ersten Böller.
Wenige Stunden bis zum neuen Jahr.

Ich habe die Einladung meines Cousins, Silvester mit ihnen zu feiern, angenommen.
Alleine sein in dieser Nacht – obwohl sie ja eigentlich nur eine Nacht wie viele andere ist … und dennoch … so ganz tief in meinem Inneren ist sie es doch nicht.
Heute verabschiede ich mich von einem Jahr, das das letzte sein wird, in dem mich manche Menschen begleitet haben … und begrüße ein neues Jahr, das so unbekannt vor mir liegt.

Alleine sein war mein erster Gedanke, Revue passieren lassen, nachdenken.
Und dann kam die Einladung von den beiden Menschen, die dieses Jahr in mein Leben getreten sind, weil ein Mensch gestorben ist, der unsere Verbindung war.
Und daraus ist eine schöne Freundschaft geworden mit Begegnungen, die so viel Herzenswärme und Freude und ernsthafte Gespräche gebracht hat. Viel Offenheit, Ehrlichkeit, miteinander weinen können und lachen.
Und ich freue mich, diese Nacht mit ihnen zu verbringen.
Da geht es nicht um sinnloses Betrinken, wer hält länger durch, wer kann mehr vorweisen …
Es geht um das Miteinander … und was gibt es Schöneres, als das Erleben des Miteinander, ins neue Jahr mitzunehmen.
Ich fahre dafür etwa 30 km außerhalb meiner Heimatstadt und ein bissel Bammel habe ich vor der Heimfahrt.
Ich bin alleine unterwegs, denn Kleintochter feiert heuer erstmals bei einer Freundin in ihrer Freundesrunde.
Aber das neue Jahr hat so viel Zeit für mich, dass ich mir beim Fahren auch keinen Stress machen werde.

Ich wünsche euch allen eine angenehme Silvesternacht
und für das neue Jahr alles, alles Liebe und Gute!

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

177. Text_365 Tage

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Liebe Blogbesucher!

Die letzten Tage waren einerseits sehr betriebsam und andererseits habe ich sie auch genutzt, um ganz alleine mit mir zu sein und in mich zu gehen.

Wir gehen auf das Jahresende zu.
Die Zeit vergeht.
Dieses Jahr, kommt mir vor, ist so schnell vergangen.
365 Tage, die sehr viel an Veränderung, Einsichten, Neuausrichtungen …. gebracht haben.
365 Tage, die sehr intensiv waren.
Das Jahr der Trennung, der Verlobung, der Trennung, des Versuchs einer anderen Art der Begegnung, der Trennung.Ein Jahr, das mich sehr gefordert hat.
Da lag der herausgeschrieene Schmerz neben der Freude, der Glückseligkeit, der Liebe, der Verunsicherung, der offenen Worte, der wunderbaren Tage rund um meinen Geburtstag mit einer Wanderung mit intensivem Gespräch, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde, und dem Tag mit dem gemeinsamen stillen Betrachten des Sees.
Ich hab mich in diesem Jahr auf dem Weg zu mir selbst gemacht.
Im Herbst habe ich mich dabei auch auf Pfade begeben, von denen ich heute nicht verstehe, warum ich sie ausgewählt habe.
Es waren Wege, die mich von mir weggeführt haben.
Sie haben so verführerisch neu, aufregend ausgesehen und als ich sie beschritt, habe ich schnell festgestellt, dass sie mich weiter denn je von mir wegführen.
Ich habe erfasst, dass sie hinter der funkelnden Fassade sehr schale und leere, verlogene Welten bieten.
Das ist nicht meines.
Ich möchte Tiefe und keine Oberflächlichkeit, ich möchte Ehrlichkeit und keine Verlogenheit, ich möchte Intensität und keine Worthülsen-Phrasen.
Und doch waren sie auch wichtig, weil ich durch diese Erkenntnis wieder ein Stück näher zu mir gekommen bin.
365 Tage, die mich sehr viel vom Leben spüren haben lassen, von den Hochs und Tiefs.
In wenigen Tagen liegen jungfäuliche 365 Tage vor mir.
Liegt ein neues Jahr vor mir.
Wird es mir gelingen, mir gegen jeden Widerstand von außen selbst treu zu bleiben, wird es mir gelingen, dem, was in mir ist, Gehör zu verschaffen, wird es mir gelingen, zu mir zu stehen, wird es mir gelingen, mir gegenüber ehrlich zu bleiben, selbst wenn diese Ehrlichkeit weh tut …

Wird es mir gelingen?

Liebe Grüße!
Eure Patentsocke

176. Text_Vorfreude

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Liebe Blogbesucher!

Ich spüre Vorfreude in mir.
Zuerst einmal, weil ich in Kürze von dem Mann, der mich zum Spazierengehen und Essen einlädt, wieder in die Therme nahe meiner Heimatstadt entführt werde.
Wir werden dort den Tag ausklingen lassen, uns im warmen Wasser suhlen, die Massagedüsen unsere müden Knochen bearbeiten lassen und es einfach nur genießen.
Er hat mich heute sogar von der Station des öffentliuchen Verkehrsmittels abgeholt, damit ich nicht noch im zweiten Öffi mit meiner großen Tasche rumgondeln muss und dann hab ich auch noch den Fußweg zu meiner Arbeitsstelle.
Hab ich mir alles erspart, weil er mich aufgelesen hat. 🙂

Anfang der Woche hat er mich in der Früh angeschrieben, ob ich mit Öffis unterwegs bin und da ich einen Abendtermin hatte, zu dem ich besser mit den Öffis fuhr, war dem so.
Daraufhin hat er gemeint, er holt mich von zu Hause ab und bringt mich an meine Arbeitsstelle.
Das habe ich mir natürlich gerne gefallen lassen.
Hitzanfälle im Auto sind ertragbarer als in den Öffemntlichen. 😉

Und dann freue ich mich schon auf das Wiedersehen mit meiner Tochter, die mit Baby im Bauch und Partner am Samstag in meine Heimatstadt kommt.
Wir werden die gemeinsame Zeit sicher sehr genießen, viel plaudern, Weihnachten feiern.
Wird wohl das letzte Treffen sein, bevor das Baby kommt.
Wenn das auf die Welt kommt, möchte ich dann mit Kleintochter zu ihnen fahren.

Und dann freue ich mich natrülich schon auf die freien Tage.
Meine Arbeitsstelle hat von Samstag an bis 6. 1. geschlossen und ich kann all die Tage  zu Hause sein.
Ohne Arbeit.  Herrlich!
Mit 7. 1. geht es ohenhin wieder voll los, da ist gleich Besprechungstermin für das 1. Projekt, das ich gleich im neuen Jahr starten werde.

Aber vorher wird ausgespannt und das Leben genossen!

Ich wünsche euch einen angenehmen Abend!
Eure Patentsocke … die  bald in der Therme relaxt

 

 

 

 

175. Text_Wieder 3 Jahre

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Liebe Blogbesucher!

Heute vor 3 Jahren war die OP.

Vieles ist anders als vor 3 Jahren.
Besser, schlechter?

Wer weiß das schon.
Vieles, was heute besser scheint, kann sich in der Zukunft als gar nicht so viel besser herausstellen.Und womit ich heute hadere, was mich schmerzt, kann sich in der Zukunft als etwas herausstellen, was notwendig war.

Was ist, das ist.

Aus „Der kleine Prinz“ von Antoine De Saint-Exupéry

Der kleine Prinz hatte, obwohl er sie hingebungsvoll liebte, schnell an ihr gezweifelt.
Er hatte belanglose Worte ernst genommen und war sehr unglücklich geworden.
… „Ich habe damals nichts begriffen!
Nach ihrem Tun hätte ich sie beurteilen müssen, nicht nach ihren Worten.
Sie verströmte süßen Duft und Licht.
Ich hätte niemals fliehen dürfen!
Hinter ihren armseligen Tricks hätte ich die Zärtlichkeit erraten müssen.
Blumen sind voller Widersprüche!

Aber ich war zu jung, ich verstand es nicht, sie zu lieben.“

Alles Liebe für euch!
Eure Patentsocke

 

 

 

 

 

 

 

 

174. Text_Freudige Momente

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Liebe Blogbesucher!

Heute war der entscheidende Termin, damit ich mein Projekt abschließen kann.
Es ist alles glatt gegangen und ich habe sehr viel Lob erhalten.
Wir haben ja auch in einem sehr kurzen Zeitraum was auf die Beine gestellt.

Auch meine ehrenamtliche Sozialbegleitung war vergangenen Sonntag sehr schön.
Ich war mit meinem Klienten auf dem Weihnachtsmarkt und wie befürchtet sind auf die Idee, ihn zu besuchen, außer uns noch gefühlte Tausende Menschen gekommen.
Der Klient ist mit mir von Stand zu Stand geschlendert, hat sich sogar gemerkt, dass ich letztens beim Weihnachtsdorf vor dem Museum gebrannte Mandeln für Kleintochter erworben hatte und mit mir Ausschau nach dem entsprechenden Verkauf gesucht, dann haben wir miteinander eine Kleinigkeit gegessen und als wir so beieinander standen, meinte er: Ganz schön viele Leute. Und wissen Sie, ohne Sie würde ich das nicht durchhalten“.
Das hat mich sehr gefreut, weil es mir zeigt, dass er so viel Vertrauen zu mir hat, dass ihm meine Begleitung genug Sicherheit gibt.
Beim Weggehen meinte er auch noch, dass er an dem Tag sogar das Beruhigungsmittel weggelassen hat, das er normalerweise nimmt, wenn er weiß, dass er sich einer Sitaution aussetzt, die möglicherweise problematisch ist, weil es ihm mit mir so gut geht.
Bei der Haltestelle kam dann seine Verkehrsmittel vor meinem und er wollte nicht einsteigen, um mich nicht alleine zu lassen.
Aber ich konnte ihn davon überzeugen, dass es für mich ok ist, wenn er vorher wegfährt.
Er hat mich dann sogar noch einmal angerufen, ob  bei mir alles in Ordnung ist und noch einmal unsere Vereinbarung und den Zeitpunkt für kommenden Sonntag wiederholt.
Für den haben wir vereinbart, eine Ausstellung in einem Kunstforum in der Stadtmitte zu besuchen.
Nebenan ist ein kleiner Weihnachtsmarkt, den wir dann auch noch ansehen können, wenn er mag.

Es ist wirklich schön zu sehen, dass er sich über die Zeit freut, die ich mit ihm verbringe.

Gestern war ich bei der Verabschiedung meiner verstorbenen Arbeitskollegin und da sprach der Pfarrer davon, dass die Zeit, die wir anderen Menschen schenken, das Wertvollste ist, was wir geben können.
Und es wurde mir wieder einmal bewusst, wie achtsam wir mit der uns geschenkten Lebenszeit umgehen sollen.
Es kann so schnell vorbei sein.
Nicht immer auf ein vermeintlich besseres Morgen warten, sondern das Leben im Heute leben.
Das gelingt einmal besser und dann wieder nicht so gut.
Aber sich dessen bewusst sein, ist schon sehr wichtig.

Meine Mutter muss am Herzen operiert werden und ist dafür kommende Woche 3 Tage zu Voruntersuchungen mit Herzkatheter im Spital.
Ich habe das mögliche Risiko nach so einem Herzkathetereinsatz (Loslösen von Ablagerungen in den Blutbahnen) gelesen und ich hoffe, dass alles glatt geht.
Die OP wird vermutlich Mitte Jänner stattfinden.

Für den 24. 12. habe ich bei der Organisation, bei der ich das Ehrenamt übernommen habe, meine Unterstützung am Nachmittag für die Vorbereitung der Feier zugesagt.
Am Abend sind wir dann bei meinem Sohn eingeladen.
Das kommende Jahr bringt mir ja auch zwei neue Enkelkinder.
Schwiegertochter und Sohn haben dann Bub und Mädchen.
Und meine große Tochter bekommt dasselbe Geschlecht wie mein erstes Enkelkind hat.
Es kommt also quasi ein „Pärchen“ auf die Welt. 🙂
Bei beiden ist alles ok und ich freue mich schon sehr auf das neue Leben in der Familie.

Ich wünsche euch eine angenehme Zeit!
Eure Patentsocke

 

 

173. Text_Wochen-Ende

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Liebe Blogbesucher!

Letzter Tag der Arbeitswoche.
Einer sehr intensiven Arbeitswoche, denn mein Produkt musste soweit fertiggestellt werden, sodass ich es heute an den Oberverantwortlichen weiterleiten kann. Und außerdem habe ich am Mittwoch so lange gearbeitet, um alles zu organisieren und von meiner Seite Notwendige zu erledigen, denn ich hatte das Angebot, mir gestern einen einen wunderbaren Auszeit-Tag zu gönnen.
Der Mann, der mich zum Essen einlädt, mit mir spazieren geht …, hat vorgeschlagen, den Tag in einer Therme nahe meiner Heimatstadt zu verbringen.
So bin ich gestern nach 2 Stunden Büro von ihm abgeholt worden, wir haben einen sehr sehr angenehmen Tag miteinander in der Therme verbracht. Er brachte mich am späten Nachmittag dann zur Arbeitsstelle zurück, wo ich noch 2 Stunden werkte. Er hatte auch noch einen Arbeitseinsatz bis 23 Uhr.

Diese Woche ist auch eine Arbeitskollegin, wenige Jahre älter als ich, gestorben, bei der im Frühjahr Lungenkrebs diagnostiziert woren war und im Sommer auch noch Gehirntumore festgestellt worden waren.
Das macht mich auch sehr betroffen und nachdenklich, wie schnell es gehen kann.

Ich habe diese Woche nach der Arbeit auch noch mit einer ehemaligen Schulkollegin in einem Cafe in der Stadt getroffen und wir hatten ein sehr angenehmes Gespräch.
Wir haben einige gemeinsame Interessen und werden miteiannder Unternehmungen (Konzert, Ausstellungen) machen.
Kommenden Freitagspätnachmittag z. B. Punschtrinken in einer Kapelle in einer U-Bahn-Station (man hatte sie im Zuge des Baus der U-Bahn entdeckt) , die nur selten geöffnet wird.

Dann war ich diese Woche auch beim 1. Konzert aus meinem Abonnement.
Die Künstlerin hat erst kürzlich eine neue CD herausgebracht und der Konzertsaal war restlos ausverkauft.
Wie sich herausgestellt hat mit Großteils eingefleischten Fans.
Und ich als Greenhorn, was diese Künstlerin betrifft, mitten drunter. 🙂
Ich kannte sie nicht wirklich, hatte mir nur über Youtube was angesehen.
Und es hat mir sehr, sehr gut gefallen.

Heute ist Tag des Ehrenamtes und ich bin ich bei der Organisation, bei der ich tätig bin, eingeladen zu einem netten Beisammensein aller Sozialbegleiter.
Die Neuen werden begrüßt und ich freue mich auf den Austausch mit den anderen.
Aus meiner Gruppe haben ja auch alle gemeint, ich solle unbedingt kommen, damit wir miteinander plaudern können.

Morgen treffe ich mich mit einem Mann zum Mittagessen, der mich bzgl. meiner Profession (wie das klingt ;-)) angesprochen hat.
Er hat einen eigenen Zugang zu manchen Lebensthemen und unsere Gespräche waren sehr interessant, sehr locker, und haben bei mir auch viel aufgewühlt, weil er mit seinem Zugang ein paar Fragen gestellt/Äußerungen getätigt hat, die mich sehr nachdenklich gemacht haben.

Sonntag treffe ich am späten Vormittag meinen Klienten und wir gehen zu einem Weihnachtsmarkt vor einem Schloss in meiner Heimatstadt.
Ich denke, wir werden wieder ein bis zwei Stunden miteinander verbringen.
Beim letzten Treffen hat ihn der Wille, mich zu sehen und dass wir den Termin ausgemacht hatten, wirklich motiviert, seine Wohnung zu verlassen.
Und genau darum geht es. Die Leute in ihrem sozialen Teilhaben am Leben unterstützen.
Er hat sich auch beim Verabschieden (er brachte mich wieder zu meinem Verkehrsmittel und wartete, bis ich abgefahren war) sehr bedankt und gemeint, dass ich ihn genauso wie seine ehemalige Begleiterin (die er ja immer über den grünen Klee lobt) gut verstehe und gut mit ihm umgehen kann.
Den restlichen Tag werde ich zum Erledigen von ein paar Handgriffen im Haushalt und zum Faulenzen, Reflektieren … nutzen.
Kleintochter ist von morgen bis Sonntagnachmittag  bei einem Turnier.
Patentsocke allein zu Hause also.
Mal sehen, wie es mir damit geht, denn ich merke, dass ich heute nicht gar so gut drauf bin.
Aber das darf auch sein. Ich kann mittlerweile gut erkennen, woher es kommt, welche Gedanken/Muster mich da wieder schmerzen.
Und auch wenn es weh tut und die Tränen fließen, ist es in Ordnung.
Nur so kann ich mich damit auseinandersetzen, damit umgehen und hoffentlich wird das Damit-Umgehen irgendwann viel besser.

Montag ist ein Feiertag und ich habe meinen ehemaligen Schulkollegen mit seiner Freundin zur Jause eingeladen.

So ist die nächsten Tage immer ein Treffen und auch genug Zeit für mich.
Ich werde sie für mich nutzen. 🙂

Ich wünsche euch schöne Tage!
Eure Patentsocke

 

172. Text_Drei Jahre danach

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Liebe Blogbesucher!

Gestern vor drei Jahren erhielt ich meine Diagnose.

Drei Jahre
Schon drei Jahre
Erst drei Jahre

Noch zwei Jahre …. oder doch noch 7 Jahre … Tamoxifen.

Wie war der Tag vor drei Jahren?
Was wird der Tag in drei Jahren bringen?

Wo stand ich damals?
Wer stand mir zur Seite/an meiner Seite?
Wie ging es mir?

Wer wird … oder wird überhaupt jemand … in drei Jahren an meiner Seite sein?

Was haben diese drei Jahre mit mir gemacht?
Sie haben mir mein Frau-Sein genommen: kein Östrogen, gestörtes Körperbewusstsein durch die Narbe und das mangelnde Lustempfinden.
Meine Belastungsfähigkeit herabgesetzt.
Meine Beziehung belastet …. war die Diagnose mit all ihren Auswirkungen es auch, die sie zerstört hat?
Ich war wirklich auf einem sehr eigenartigen Trip …

Ich hatte nie dieses „Boden unter den Füßen wegzieh“-Gefühl.
Ich war nie die am Boden zerstörte.
Ich hab eine Herausforderung nach der anderen genommen … Diagnose, OP, Strahlentherapie … Zähne zusammenbeißen, es irgendwie schaffen.
Das wurde mir gestern bewusst: irgendwie schaffen, Augen zu und durch, einfach machen, einfach irgendwie damit leben.
Ich habe das erste Mal bitterlich geweint.
Und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich meinen Brustkrebs nicht wirklich mehr zu meinem Leben gehörig betrachte.
Und plötzlich war da die Wut gepaart mit Schmerz: Was für ein beschissener Eindringling in mein Leben er doch war.

Damals hab ich ihn als meine Glücksperle bezeichnet, weil ich meinte, dass er mir vor Augen führt, was ich ändern will, wo meine Wichtigkeiten sind.
Ich hab mir das schön geredet.
Ich wusste noch nicht, welcher Rattenschwanz an miesen Dingen der hinter sich herzieht.

Seine Auswirkungen sind schon da, die kann ich ja nicht übersehen.
Aber ich hab das Krebsige rausschneiden lassen, ich mache die Antihormontherapie, durch die beiße ich mich jetzt noch durch mit all ihren sehr verzichtenswerten Auswirkungen.
Aber dann hab ich ihn hinter mir, hab ich ihn rausgeschmissen aus meinem Leben … quasi rausoperiert und raustherapiert.
Der braucht mir nicht nochmal kommen.

Drei Jahre meines Lebens …
Nur? … drei Jahre meines Lebens.
Einschneidende … drei Jahre.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke