171. Text_Lichtpunkte

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Liebe Blogbesucher!

Vergangene Woche war die letzte der 10 Einheiten meiner Frauengruppe.
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Im Jänner beginnt ein neuer Kurs und ich überlege, wieder hinzugehen, denn diese 2 Stunden waren Ruheinseln für mich und wirklich Zeit für mich.
Und haben sehr gut getan. 🙂

Dann war vorige Woche das 1. Kennenlernen mit dem Klienten in der Organisation, für die ich ehrenamtlich tätig bin.
Das lief recht gut, der Klient hat sehr offen über seine Krankheit und deren „Auswirkungen“ gesprochen, wollte auch von mir ein paar Dinge wissen.
Als er gefragt wurde, was er sich von mir als Sozialbegleitung  erwartet, hat er dann sehr allgemein gesprochen, also vonwegen „Die Person soll gut zuhören können, fröhlich sein …“ Und dann hat er auf seine ehemalige Sozialbegleiterin Bezug genommen und dass er möchte, dass die neue Sozialbegleitung so ist wie die, weil die war toll.
War dann schon ein eigenartiges Gefühl, als ich da saß und nicht „mit“ mir geredet wurde, sondern so quasi „über“ mich und mir da so ein tolles Vorbild vor die Nase gehalten wurde.
Als es dann zur Vereinbarung des 1. Treffens kam, habe ich den Sonntag vorgeschlagen und als er meinte, er weiß nicht, was wir tun könnten, und viele Argumente brachte, was alles nicht möglich sein könnte (es könnte ja regnen, alles ist zu …) schlug ich vor, dass ich mir etwas bis dahin überlege und er sich auch etwas überlegen soll und wir am Sonntag dann sehen, welcher Vorschlag sich am besten eignet.

Am Abend kam dann der Mann, der mit mir spazieren und Mittagessen geht, noch vorbei und wir gingen miteinander etwas trinken. War wieder ein sehr schönes Beisammensein mit viel plaudern und lachen.
Wir nähern uns an, langsam, zaghaft.

Samstag hatte ich dann Schulungstag bei der Ehrenamts-Organisation.
Es ging um Kommunikation und ich kannte durch meinen Ex-Partner schon vieles, aber es war gut, das nochmal zu hören und vor allem auch im Kontext mit der Sozialbegleitung.
Danach war ich noch bei der Familie meines Bruders eingeladen, da der Geburtstag eines seiner Kinder vorgefeiert wurde.

Sonntag hatte ich am Vormittag dann das 1. Sozialbegleitungstreffen mit meinem Klienten.
Er stand schon vor seiner Haustüre und hat sogar selbst einen Vorschlag gemacht, was wir unternehmen können.
Wir fuhren also zu einem bekannten Platz im Stadtinneren, der an einem Garten liegt, und gingen dort spazieren, saßen auch auf einer Bank und haben geplaudert. Er hat viel von sich erzählt.
Als es dann Richtung Ende des Treffens kam, meinte er: „Ich danke Ihnen, das war ein sehr schöner Vormittag, Sie sind eine gute Zuhörerin.“ Und als wir am Bahnsteig des öffentlichen Verkehrsmittels waren, das uns wieder zu seiner Wohnadresse führte, meinte er nochmals: „Ich hoffe, es war für Sie auch in Ordnung. Für mich war es sehr schön.“
Da ich mit dem Verkehrsmittel gleich bis nach Hause fahren konnte und wir das vorher besprochen hatten, dass er bei seiner Station aussteigt und ich gleich weiterfahre, stieg er aus und blieb draußen am Bahnsteig stehen, den Blick Richtung Ausgang gerichtet. Ich bekam schon Sorge, ob er orientierungslos sei, als sich das Verkehrsmittel in Bewegung setzte und er sich zu mir drehte und mit Lachen hereinwinkte.
Diese kleine Geste des Wartens und noch Verabschiedens von draußen habe ich als sehr nett empfunden.
Da es wichtig ist, beim Treffen gleich den neuen Termin zu vereinbaren, haben wir das auch schon gemacht und so sehen wir einander kommenden Sonntag am Vormittag.
Ich habe vorgeschlagen, ein Museum zu besuchen, in dem gerade Fotos ausgestellt werden, die aus der Vogelperspektive zeigen, welchen Einfluss der Mensch auf die Landschaften der Welt hat.
Ich hoffe, dass dieses Treffen für meinen Klienten auch wieder schön ist.

Nach dem Treffen fahre ich am Nachmittag zur Geburtstagsfeier meines Enkelkindes.

Heute war ich beim Teamtreffen der Sozialbegleitergruppe und habe ein paar neue Sozialbegleiter kennengelernt, habe mich vorgestellt und weiß nun, wie dort über das Erlebte gesprochen wird, man einander Feedback gibt, von der Gruppenleiterin Informationen bekommt usw.
Sie sind zusätzlich zur monatlichen Supervision gute Unterstützung im eigenen Tun.
Diese Treffen finden alle 2 Monate statt.

Anfang Dezember gibt es den Tag des Ehrenamtes und alle Sozialbegleiter der Organisation sind zu einer Feier eingeladen, bei der es ein musikalisches Rahmenprogramm gibt und Kulinarisches. Beides wird aus dem Klientenbereich der Organisation dargeboten bzw. bereitgestellt, die auch Gruppentherapien für die Klienten anbietet und auch ein Cateringunternehmen, das von Klienten betreut wird, betreibt.
Die neuen Sozialbegleiter werden offiziell in der Runde begrüßt. Und es ist eine gute Gelegenheit, die anderen Sozialbegleiter kennenzulernen.

Ich habe durch all die Veranstaltungen (Frauengruppe, Ehrenamt) sehr schöne Erfahrungen gemacht, dass ich auf Menschen zugehen kann, dass es offene, herzliche Gespräche gibt, dass es bereichernde Momente gibt und ich einen Menschen froh gemacht habe, indem ich ihm Zeit des Miteinander geschenkt habe.

Das sind meine Lichtpunkte.
Es gibt noch immer die Momente, in denen es mir nicht gar so gut geht.
Diese Lichtpunkte helfen, mit ihnen auch besser umzugehen.

Einen Spruch, den ich am Samstag bei der Schulung gehört habe,
möchte ich an das Ende meines heutigen Eintrags stellen.

Wenn Leute dir sagen „Kümmere dich nicht so viel um dich selbst!“
dann sieh dir die Leute an, die dir das sagen.
An ihnen kannst du erkennen, wie das ist,
wenn einer sich nicht genug um sich selbst gekümmert hat.

Erich Fried

Liebe Grüße von
eurer Patentsocke

 

 

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