165. Text_Unerwünscht

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Liebe Blogbesucher!

Ich wollte den Versuch einer Antwort auf die Frage aus einem Kommentar meines letzten Eintrags niederschreiben. Warum ich auf den Wegbegleiter und die Zeit mit ihm schiele, wo ich doch einen neuen Weg gehen möchte.
Die hat mich doch sehr beschäftigt und auch im Niederschrieben hier hilft es mir, meine Gedanken in Fluss zu halten, zu reflektieren.
Doch heute war in der Post das Schreiben, das ich meinem ehemaligen Wegbegleiter … ja, ich finde diese Bezeichnung noch immer schön … vorigen Monat geschickt habe.
Er hat es nicht einmal geöffnet, sondern mit dem Kommentar „Zusendung unerwünscht, zurück an den Absender“ retourniert.
Ich nehme an, dass er es mit dem Mail, das ich ihm vor Kurzem geschickt habe, ebenso gemacht hat und es sofort, ohne es zu lesen, gelöscht hat.

So habe ich es schwarz auf weiß, dass ich unerwünscht bin.
Dass meine Worte, Erklärungen unerwünscht sind.
Türe zu.

Wozu also noch eine Antwort auf die Frage finden, warum ich noch immer auf unsere gemeinsame Zeit blicke, frage ich mich. Wozu mich noch damit auseinandersetzen?
Ist die Beantwortung der Frage noch wichtig für mich?
Ist es nicht Selbstzerfleischung mir mit dieser Nachricht „Unerwünscht“ Gedanken darüber zu machen?
Ja und nein.
Denn die Beschäftigung mit dieser Frage bringt mich auch wieder ein Stück näher zu mir und es ist auch wichtig, dass ich mir klar werde, warum er noch immer so präsent in meinem Leben ist.
12 Jahre kann ich nicht so von heute auf morgen ad acta legen.
Das würde doch heißen, dass diese Jahre nichts bedeutet haben.
Und sie haben sehr viel bedeutet, bedeuten mir heute noch sehr viel.

Warum wollte ich die Trennung?
Lag es nur an mir, lag es an uns beiden?

Ich habe ihm nie gesagt, dass ich ihn nicht mehr liebe.
Ich hatte keine „Werkzeuge“, wie ich damit umgehen soll, dass mich so viel aus meinem Leben plötzlich „anfällt“, verunsichert, mir den Blick trübt. Dass es mich viel Kraft kostet, damit umzugehen, dass mein Lebenspuzzle gerade zerfällt, dass nicht viel des Vorhandenen übrigbleibt.
Und daneben habe ich mir selber den Druck gemacht, weiter die verlässliche Partnerin zu sein.
Zukunftsversprechen zu geben, wo ich doch grad am Zusammenklauben der Splitter der Person war, die mich mal ausgemacht hatte. Es hat mich überfordert, ich wusste nicht, wie damit umgehen.

Unerwünscht!
Das hämmert in meinem Kopf.
Es tut weh.
Es zeigt mir, dass ich mich nicht mehr umdrehen soll, nicht mehr den Kopf wenden, nicht mehr an die gemeinsame Zeit denken soll.
In meinem eigenen Interesse.
Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll, dass in mir noch so viel ist,  das ich aber „wegschließen“ soll.

Mache ich die Türe zu?
Es sträubt sich noch immer etwas dagegen, obwohl es vermutlich besser wäre.

Lehne ich sie an?

Nach vorne blicken, mich für ein neues Leben öffnen.
Dorthin blicken und mich dem öffnen, wo ich erwünscht bin.

Loslassen, nach vorne blicken, mich endgültig Neuem öffnen.
Wohl nicht von heute auf morgen.
Aber mehr und mehr.

Eure sehr, sehr nachdenkliche
Patentsocke

 

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  1. Wie auch immer die Zukunft sein mag. die Vergangenheit war wie sie war und ist ein Teil Deines Lebens. Das kann Dir keiner nehmen und wie Du darüber denkst, ist ganz alleine Dein Ding.
    Ich glaube, die Türe ist zu und es ist vergebene Kraft, daran zu rütteln.
    Die Frage wieviel Energie Du in „hätte“ „könnte“ etc steckst, kannst auch nur Du entscheiden.
    Ich an Deiner Stelle würde jetzt vorangehen und sehen wohin es mich treibt, neues ausprobieren und mich selbst testen (damit meine ich ausdrücklich nicht Männer ,) )
    Es ist aber völlig normal, nach einer gescheiterten Beziehung, eine „Trauerphase“ zu erleben und das dauert unterschiedlich lang und besteht aus unterschiedlichen Phasen. Das ist ein Auf und Ab und die Ausschläge werden mit der Zeit immer kleiner.

    lg sue

  2. Liebe Sue!

    Danke für deine Zeilen.
    Die Psychotherapeutin meinte auch, dass die Trennung ja eigentlich nicht schon im Juni erfolgt ist (also schon länger her ist), sondern erst jetzt, nachdem sich mein Begleiter zurückgezogen hat und es daher sehr natürlich ist, dass der Trennungsschnerz, auch wenn die „eigentliche“ Trennung von mir im Juni ausgegangen ist, noch immer da ist.
    Und dass wir es nach der Trennung noch als Freunde/Begleiter probiert haben und da auch sehr schöne gemeinsame Momente/Stunden/Tage hatten, zeigt auch, dass da sehr viel an Gemeinsamem, Gefühl, Zusammengehörigkeit vorhanden ist/war.
    Ja, die Türe ist wohl zu.
    Die Zukunft wartet!

    Liebe Grüße
    Söckchen

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