161. Text_Drei wichtige Fragen

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Liebe Blogbesucher!

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Heinz-Peter Röhr „Die Kunst, sich wertzuschätzen“, in dem der Autor drei Fragen aufwirft, die man sich stellen soll:

War ich willkommen?
Habe ich genügt?
Bin ich satt geworden oder bin ich zu kurz gekommen?

Und das Cover zeigt eine Perle in der Auster … Sinnbild für: Was früher ein Fremdkörper/etwas Störendes war, kann zur Perle werden.

Mich hat dieses Bild sehr angesprochen.
Denn in der Beschäftigung mit den oben angeführten Fragen tauchen viele, viele Verletzungen auf, die in mein gegenwärtiges Leben hineinwirken.
Ich verletze, mache kaputt …
Die Fremdkörper in mir, die durch die Erfahrungen in meiner Kindheit entstanden, sollen zu meiner Perle werden.
Die Selbstsicherheit beginnt für den Autor bereits dort, wo man sich den belastenden Themen stellt.
Das mache ich.
Ich lerne mich plötzlich in einer Intensität kennen, die ich noch nie erlebt habe.
Vieles irritiert mich, zeigt mir, dass das gar nicht meines ist, worauf es wirklich ankommt im Leben.

Seit 3 Wochen gehe ich auch in einen Kurs für Frauen nach Krebstherapie.
Wir sind eine kleine Gruppe von 4 Frauen plus die Kursleiterin.
Die 100 Minuten (und es werden immer mehr als die 100 Minuten :-)) beginnen mit einer Gesprächsrunde, der Einführung in das Motto des Abends und dann gehen wir in einen anderen Raum, den sogenannten Bewegungsraum, wo wir mit Körperübungen, Atemübungen, Bewegen zur Musik, den Körper aufwärmen, einstimmen. Und dann in eine Einheit überführt, in der wir zur Musik unseren Körper bewegen, tanzen lassen, alles zulassen, was der Körper an Ausdruck herauslassen möchte. Es gibt auch die Möglichkeit, seinen Gefühlen in einem Bild oder einem Eintrag ins „Tagebuch“ Ausdruck zu verleihen.
Zum Abschluss setzen wir uns wieder im Kreis zusammen und jede – so sie möchte – spricht über ihre Erfahrungen, was  an Bildern, Worten, wiederkehrenden Bewegungen aufgetaucht ist.
Dann kommen natürlich auch die ganz persönlichen Lebensgeschichten so nach und nach ans Licht. Das ist oft sehr berührend.

Jeder Abend steht unter einem anderen Motto.

Beim 1. Abend ging es um das Ankommen.
Wir haben Paarübungen gemacht.
Für mich war es völlig neu, mich vor anderen zu bewegen, zu tanzen, mich der Musik hinzugeben.
Aber es hat funktioniert. Ich habe einfach die Augen geschlossen und war ganz für mich.

Beim 2. Abend ging es um Körper-Grenzen.
Wieder wurde in der Bewegung zu sehr rhythmischer Musik dieses Thema in den Körper geholt, mit ihm ausgedrückt.Ich war erstaunt, wie viel Rhythmus da in mir war. Es hat richitg gut getan, mich zur Musik zu schütteln, den Körper einfach machen zu lassen.
Es tauchte das Unendlichkeitssymbol in meinen Bewegungen auf und die Worte Ewigkeit, Unendlichkeit und Hemmschwellen/Grenzen überwinden.

Beim gestrigen 3. Abend ging es um die Archetypen des Frauseins.
Erst einmal hat jede für sich definiert, welche der 7 Archetypen (Königin, Mutter, Lachende, Liebende, Kämpferin, Wilde, Weise) ihr am meisten entspricht, welche sie am wenigsten integrieren kann und wohin sie kommen möchte.

Ich sah mich als Mutter, die Wilde war die, die ich am wenigsten integrieren konnte und zur Weisen wollte ich hinkommen.
Nach der Entspannungs- und Einfühlphase hat jede für sich sich mittels Gegenständen (wenn sie wollte) und Bewegungen in diese einzelnen Typen hineingedacht.
Das Interessante war, dass ich zur Wilden kaum Zugang bekommen habe. Ich habe bemerkt, dass sie irgendwo tief drinnen in mir auch lebt, dass da aber ein Deckel drauf ist, weil ich fürchte, wenn ich diesen Anteil „leben“ lasse, dass dies zu Chaos führt, dass ich andere Menschen verletze, dass es unstrukturiert/unkontrolliert wird.
Und als ich mich in die Weise hineinversetzt habe, kam plötzlich der überraschende Gedanke, dass das auch mit Humor und Lachen versehen ist.
Nicht nur ernst, seriös ist.

Und von Mal zu Mal bekomme ich mehr Zugang zu den Bewegungen meiens Körpers und es macht mir Spaß.
Ich möchte mich nun umsehen, ob es einen Kurs gibt, in dem ich dieses Bewegen/Tanzen „lernen“ kann.
Unsere Kursleiterin ist auch Tanztherapeutin, vielleicht weiß auch sie da etwas.
Ich merke auch , wie ich ein anderes Körperbewusstsein dadurch bekomme.
es fühlt sich gut an … und dazwischen purzeln plötzlich auch die Tränen.

So lerne ich mich weiter selber kennen.
Das ist spannend, mit freudigen Momenten und auch mit Trauer und Schmerz besetzten, mit Entsetzen, welche Anteile da auch in mir schlummern.

Und ich lerne das Loslassen.
Mein Begleiter ist kein Begleiter mehr.
Ich verstehe es, er muss seinen Weg gehen.
Ich lerne loszulassen und dennoch bleibt da immer in mir ein Keim von Liebe, der tief in meinem Herzen liegt …
Ich bin auf dem Weg!
Eure Patentsocke

 

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    • Liebe Sue!

      Ja, ich denke doch ,dass mich dieser Weg wieder ein Stückchen mehr zu mir selber bringt.
      Ich freue mich schon auf den heutigen Abend in dieser angenehmen Runde.
      Bin schon gespannt, was ich heute über mich erfahre.

      Liebe Grüße und feste Umarmung!
      Söckchen

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