160. Text_Ups and downs

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Liebe Blogbesucher!

Wieder zurück im Alltag, hat mich die Arbeit fest im Griff.

Samstag war ich auf der Silberhochzeitsfeier meiner Schulfreundin.
Ganz alleine, weil Kleintochter ja beim Turnier war.
Ein wenig ein komisches Gefühl war es schon, so ganz alleine in eine Gesellschaft zu gehen.

Dort angekommen hab ich vor der Kirche mal meine Freundin und ihren Ehemann begrüßt und dann winkte schon mein Exmann, der mit seiner Frau in der Nähe stand, und ich gesellte mich zu ihnen.
Da der Silberhochzeiter ein ehemaliger Schulfreund meines Ex-Mannes ist, kamen noch zwei andere Schulfreunde, die ich aus der Zeit kenne, als ich meinen damaligen Freund und späteren Mann von der Schule abholte oder es Feste der Clique gab. Für Unterhaltung war also gesorgt. 🙂
Dann kam auch noch mein zweiter Ex – nämlich der Ex-Lebenspartner und Vater von Kleintochter.

Der hatte sich nach unserer Trennung in dem „von mir eingebrachten“ Freundeskreis breit gemacht und Kontakt gepflegt und  …. ja was weiß ich, wieso er eingeladen war … er war es und kam mit Freundin.
Er tat sich sichtlich schwer damit, dass ich auch dort war. Sah an mir vorbei, über mich drüber …
Ich hab kurz in mich hineingehört und festgestellt, dass ich nicht den Nachmittag/Abend mit der komischen Situation leben möchte, dass wir einander möglichst nicht begegnen und ich zwei Möglichkeiten habe: Ich kann mich ins Auto setzen und wegfahren, aber warum soll ich mir die Freude an dieser Einladung nehmen lassen?
Also habe ich Möglichkeit 2 gewählt, bin erst auf seine Partnerin zugegangen, hab ihr die Hand gereicht und sie begrüßt und dann ihn.
Er war sichtlich überrascht. Das war mir aber egal.
Ich wollte einen angenehmen Tag haben … und den hatte ich dann auch. 🙂
Vielleicht hätte man es auch anders lösen können, aber das ist meine Art, damit umzugehen.

Dann ging es zur Erneuerung des Eheversprechens in die Kirche und anschließend in ein Lokal.
Tischkärtchen wiesen den Platz zu und ich saß an einem Tisch mit einer weiteren „Single“Frau, die ich einfach anquatschte und mit der ich den restlichen Abend wirklich angenehme Gespräche hatte.
Zwischen uns war der Bruder des Silberhochzeiters gesetzt worden, den ich auch von früher kenne und mit dem ich mich auch gut unterhalten habe.
Als es dann Tanz gab, hat er mich aufgefordert. Hab mich ja gewehrt, weil ich absolut keine Tänzerin bin, aber er meinte, so schlimm wird es schon nicht sein, zumal es um den Spaß geht und dann gab es so allgemeine Tänze, wo alle miteinander irgendwelche komischen Verrenkungen machen.
Ich hab mitgemacht, obwohl ich ja nicht wirklich auf tanzen stehe, aber es hat Spaß gemacht.

Und ich habe festgestellt, dass man es überlebt, ganz alleine zu so einer Veranstaltung zu gehen, dass es geht, angenehme Gespräche zu führen, Kontakte zu knüpfen, seinen Spaß zu haben.
Bin knapp nach Mitternacht aufgebrochen und war richtig aufgekratzt.

Gestern traf ich den an mir interessierten Mann vom Umbuch-Chaos und  … naja …
Es war ganz nett, aber mehr auch nicht.
Er hat sich mehr erwartet, aber ich hatte keine Schmetterlinge im Bauch.
Ich bin nicht bereit, mich einzulassen.
Und das Eigenartige ist, dass mein letzter Partner, von dem ich momentan gar nicht sagen kann, dass er mein Begleiter ist, sehr präsent war und alles, was ich an Vertrautem mit ihm hatte.

Und warum nicht Begleiter, werde ihr euch jetzt fragen:

Nun, unser letztes Zusammentreffen, da war ich wohl ein wenig zurückhaltend.
Ich war noch so voll der Erfahrungen von den Tagen im Norden, ich mit mir und meinem „Alleinsein“, das ja durch meine liebe Begleitung nicht wirklich ein komplettes Alleinsein war,  aber dass ich die Tage auch ohne männliche Begleitung genießen konnte, und die Erfahrung, dass ich die Probleme alleine meistern konnte etc.
Ich hab gemerkt, dass für ihn etwas nicht passt.
Ich hab ihm zu seinem Geburtstag, den er kurz darauf hatte, auch eine Nachricht geschrieben, auf die nur „Danke“ zurückkam.
Und was mir am meisten gezeigt hat, dass er keinen Kontakt möchte: Er hatte mich über so einen Cloud zu einem Musikordner eingeladen, in dem das Album einer Band drinnen war, deren Musik für ihn immer mit mir in Verbindung stand. Ich kam nicht gleich dazu, diesem Ordner beizutreten, da mein Laptop Manderl gemacht hat (also eigentlich noch immer macht). Als ich ein paar Tage später endlich den Laptop bewegen konnte, mich über das Programm doch ins Internet zu lassen, bekam ich die Info, dass die Einladung nicht mehr aufrecht ist und ich um eine neue Einladung ansuchen soll.
Das war für mich das Zeichen, dass er diese „gemeinsame“ Musik, nicht mehr mit mir teilen will.

Daraus habe ich geschlossen, dass er keinen Kontakt mehr möchte.
Ich habe mich auch nicht gemeldet, weil ich das respektiere und es bei ihm lassen wollte, ob er mit mir Kontakt aufnehmen möchte.
Und da er sich bis jetzt nicht gemeldet hat, ist er mir wohl nicht mehr Begleiter.

Es schmerzt mich, aber ich respektiere seinen Rückzug.
Wir haben darüber geredet, dass jeder die Freiheit hat festzustellen, dass er mit der Situation nicht mehr leben und die Konsequenzen daraus ziehen kann.
Und das scheint bei ihm jetzt der Fall zu sein.
Vielleicht hat er auch eine andere Frau kennengelernt, ide ihm mehr „Zukunft“ versprechen kann, als ich das im Moment kann.
Wie auch immer: Es ist wie es ist.

So trainiere ich mein Alleinsein.
Das geht mal besser und mal schlechter und manchmal erklären mir meine Morgengeister, dass sie das gar nicht gut finden.
Aber diesen Geistern möchte ich standhalten.

So ist mein Leben voller Ups und Downs.
Ich gehe meinen Weg, mal beschwingt und heiter, dann wieder mit Tränen in den Augen.
Aber ich gehe ihn. Und das ist gut.

Ich schicke euch liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

 

 

 

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  1. „Er“ kann nicht wissen, dass mit Deinem Läppi etwas nicht i.O. war.Schreib ihm das doch mal. Vermutlich war er ent-täuscht, dass er dazu keine Info bekam Zu der Musik nicht und gar nicht. Menno: ohne Kommunikation irgendwelche Schlüsse ziehen ist nicht in Ordnung. Vllt. macht es Euch beiden das Leben schwer.

    Es wäre gut wenn jeder Mensch allein z.B. auf Feiern geht. Wenn ich zu solchem gar keine .Lust habe gehe ich mit der Vorstellung hin: ich würde mir ein Theaterstück ansehen. Falls mir das nicht gefällt gehe ich wieder. Bis jetzt hats mir immer gefallen.
    Es muss nicht alles mit einem Partner an der Seite sein. Ich kenne beide Versionen. Alleinleben hat viele gute Seiten.

    • Da hast du recht, dass man, ohne es genau zu wissen, nicht schlussfolgern soll. Mittlerweile hatten wir kurz Kontakt, in dem er mir dezidiert geschrieben hat, dass er mit mir keinen Kontakt mehr haben möchte.
      Das Alleinleben hat Vor- und Nachteile. Man kann seinen Bedürfnissen uneingeschränkt nachgehen, nach seinem Rhythmus leben. Es ist aber auch so, dass man niemanden an der Seite hat, mit dem man reden kann, der einem neue Blickwinkel gibt, der einen mal kurz hält, damit man wieder Mut/Kraft/Zuversicht schöpfen kann. Bei dem einem das Herz aufgeht, einfach weil er da ist.

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