156. Text_Zurück an den Start

Standard

Liebe Blogbesucher!

Der Titel verrät es: Ich stehe wieder da, wo ich vor fünf Monaten gestanden bin.
Ich bin alleine, habe keinen Wegbegleiter mehr.
Ich war es, die gesagt hat, dass sie den Weg alleine gehen … will.
Ist es wirklich ein Wollen? Denn es ist wieder schmerzhaft, sehr schmerzhaft.
Wenn ich mir was wünschen könnte, so wäre es Zufriedenheit, Freude, Liebe in mir, keine hemmenden, schmerzenden Kindheitsbotschaften, die mein Leben behindern, meine Seele verdunkeln.
Ich MUSS den Weg alleine gehen.
Nur so kann ich lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
Wenn es um das Wollen ginge, dann würde ich seine Hand sofort wieder ergreifen, mich anlehnen, Schutz suchen, mich vor all den Gedanken flüchten.

Wenn der Partner da ist, kann ich aus der Einsamkeit flüchten, die in mir ist.
Sie ist dann, oberflächlich betrachtet, nicht da. Es geht mir anscheinend gut.
In der Begegnung mit dem anderen bin ich abgelenkt von mir selber.

Und ich lerne nicht, mit der Einsamkeit umzugehen und mir selbst die Liebe und Zuwendung zu geben, die ich benötige.
Ich bin abgelenkt durch Unternehmungen, gemeinsame Tage, seine Lösungen.

Ich habe hier mit vielen Formulierungsansätzen versucht zu beschreiben, was das Problem war und was dazu geführt hat, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.
Er war mir ja Begleiter.
Ich schaffe es nicht, es in Worte zu kleiden.
Ich weiß, dass er ein sehr guter Freund für mich wäre.
Ein Freund, der dann einen Rat gibt, wenn ich ihn danach frage.
Der es auch aushält, wenn ich dann doch für mich entscheide, es anders zu lösen.
Der da ist, wenn ich eine Schulter benötige zum Anlehnen.
Der mich aber sein lässt, wie ich bin, der mich meinen Weg dann wieder gehen lässt.
Der mich meine Schritte setzen lässt, wie ich dazu gerade in der Lage bin.
Und wenn ich strauchle oder gar falle, mir seine Hand anbietet, aufhilft und mich dann wieder alleine gehen lässt.

Vielleicht sind wir es nur zu schnell angegangen, haben uns keine Zeit gegeben, den Neubeginn Schritt für Schritt zu einem schönen WIR Gestalt annehmen zu lassen.
Wir haben uns auf das Außen gestürzt, dort alles ganz anders und viel besser gemacht als vor der 1. Trennung:
Unternehmungen, den Alltag durchbrochen mit kleinen Verwöhnereien, mehr Bewegung …
Wir wollten das neue Glück gleich mit der Verlobung „einzementieren“, bevor es noch Zeit hatte, sich bei ihm und mir einzunisten, zu wachsen, ihn und mich zu verbinden.
Wirklich zu verbinden, stark zu verbinden.

Ich erlebe also wieder die Momente größter Einsamkeit, die ich in mein Kopfkissen schreie.
Ich erlebe die Momente, in denen ich tiefste Verzweiflung spüre.
Ich erlebe Momente größter Vernichtungsgefühle.
Ich hoffe, ich gehe durch diese finsteren Zeiten und kann eines Tages zurückblicken und sagen,
dass all diese bitteren Erfahrungen endlich den Menschen aus meinem Inneren erlöst haben, der ich bin.

Der Weg ist lang, steil, steinig.
Ich muss ihn gehen.

Eure Patentsocke

Advertisements

»

  1. „Zurück an den Start“… das sind zwei Dinge: 1. Alles nochmals von vorn. 2. Eine neue Chance.
    Das mit der neuen Chance… nutze das! Dann ergibt es einen Sinn.
    Ich kann mich sehr gut in Deine Lage versetzen. Man zweifelt an sich selbst und diesem selbstgewählten Weg. Man stellt sich immer mal wieder die Frage, ob es richtig war oder falsch und ist manchmal gewillt, alles rückgängig zu machen. Aber irgendwie drängt einen das Innere, weiterzugehen. Es zerrt richtig an Deiner Schulter und sagt:“Lass das, schau nach vorn! Ich will Dir was zeigen!“ Und ich bin mir sicher – es wird uns was zeigen und es wird gut sein.
    In diesem Sinn, viel Kraft für Dich!
    Oliver 2.0

    • Lieber Oliver!

      Deine Zeilen treiben mir die Tränen in die Augen, weil sie genau das ausdrücken, was ich schon die ganze Zeit in mir fühle.
      Es ist eine unheimliche Zerrissenheit in mir, die schmerzhaft ist, viel Energie raubt.
      Ich werde die Chance nutzen …

      Liebe Grüße an dich … und den Franzosen. 🙂
      Patentsocke

  2. Liebes Söckchen,
    Du wirst Dich wieder zurechtfinden. Alles braucht Zeit, ob alleine oder mit Partner.
    Ich geniesse mein Singleleben (wieder) und will es auf keinen Fall aufgeben. Aber das hat gedauert.

    lg sue

    • Liebe Sue!

      Danke für deine Zeilen. 🙂
      Die Neuorientierung dauert halt und ich bin da vielleicht ein bissel ungeduldig.
      Und vielleicht schaffe ich es ja jetzt einmal zu dir …
      Vielleicht kannst du mir in einer PN schreiben, wann es für dich gut passen würde.

      Liebe Grüße
      Söckchen

  3. Einen guten Weg wünsche ich Dir:
    Er lohnt sich immer.
    Herzlichst Christel

    Zurück an den Start?
    Oder: neuer Abschnitt?
    Jede Erfahrung folgt den vorheriigen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s