155. Text_Alles nicht so einfach

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Liebe Blogbesucher!

Lang, lange ist es her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe.

Mein Weg ist weiterhin steinig, ich bin noch lange nicht in meinem Leben angekommen und mein Wegbegleiter hat es nicht leicht mir.
Ich habe ausgesprochen, dass es seine Verantwortung ist, ob und wie weit er den Weg mit mir gehen kann.
Es war mir wichtig, das auszusprechen.
Ich bin teilweise verunsichert, orientierungslos, stolpere von alten, überholten Pfaden in unbekanntes Terrain, das mir so fremd vorkommt, wo ich nicht weiß, wie ich meine Schritte setzen soll.
Die Tränen kommen, ich spüre in mir eine Traurigkeit, so als ob ich einen mir nahe gehenden Todesfall hatte, der immerzu in meinem Kopf herumspukt.

Eine Zeitlang hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich eben nicht die überglückliche Braut bin, die ich meinte, sein zu müssen.
Weil man das ja so rundherum erlebt und gehört hat, dass es sich so gehört.
Und das war ich eben nicht, das bin ich nicht.
Ich habe mit den Wochen bemerkt, dass mich das Denken an die Zukunft (Ziele machen) maßlos überfordert, weil ich schon froh bin, wenn ich bis zu meinen Fußspitzen schauen kann.
Weil ich nicht weiß, wie die nächsten Schritte aussehen … wie kann ich dann Zukunftspläne schmieden?

Es ist wirklich momentan gerade sehr hart.
Und ich merke, wie ich mit Partner an der Seite wieder beginne, seine Bedürfnisse mehr zu berücksichtigen als meine.
Ich merke, dass ich mich trotz all der schmerzhaften Gefühle, die ich in den Wochen der Trennung erlebte, mich frei gefühlt habe, mich selbst zu erkunden.
Und jetzt spüre ich diese Freiheit plötzlich nicht mehr.
Weil in meinem Hinterkopf bei jeder Entscheidung von mir läuft: Was wird er dazu sagen, wird er verstehen, dass ich das jetzt mache, wie bring ich es ihm bei …?

Ich ringe um die Balance, meine Bedürfnisse genug zu berücksichtigen und gleichzeitig das schlechte Gewissen, ich bin da jetzt zu egoistisch, hintanzuhalten.

Das schlaucht, das raubt Energie, das macht Druck, das fühlt sich gerade nicht gut an.
Vor 2 Wochen habe ich mich in der Früh gefragt, was mich an dem Leben eigentlich hält, weil alles so mühsam ist, weil ich  mich so überfordert fühle.
Da habe ich beschlossen, eine Psychotherapie anzufangen.
Gestern hatte ich die 2. Stunde.
Mit der Therapeutin habe ich eine gute Gesprächsbasis.
Ich hab nur den Eindruck, es geht zu wenig weiter. Oder bin ich jetzt schon wieder zu ungeduldig?

Ach, es ist grad gar nicht einfach.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke

 

 

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  1. Hallo Söckchen,

    Wie gut, dass Du so schnell einen Therapieplatz bekommen hast.
    ..und Du diese Therapeut für gut befindest.
    Nun ist wirklich Geduld notwendig.

    Es lohnt sich: sich selbst kennenzulernen.

    Viel Erfolg für Deine Schritte.

    Grüße von Christel

    • Liebe Christl!

      Ja, es lohnt sich und vor allem, ich merke in mir so ein „Vorwärtsschieben“.
      Ich kann gar nicht mehr zurück.
      Aber ich bin orientierungslos, wenn ich Enstcheidungen treffen soll, weil ich nicht weiß, ob es gut oder schlecht ist, so oder so zu entscheiden. Entscheide ich mich FÜR etwas, heißt das auch, mich GEGEN etwas anderes zu entscheiden. Aber was ist, wenn ich dann draufkomme, dass das eine falsche Entscheidung war …
      Habe ich nach einem alten Muster entschieden, das mir nicht gut tut, oder ist das schon eine neue Spur, die mich die Entscheidung so faäälen ließ.
      Ich hab ja keine Anhaltspunkte, weil ich mich selbst gar nicht richtig kenne und nicht weiß, was für mich in meinem Leben wichtig ist.

      Liebe Grüße
      Söckchen

      • Hallo guten Morgen Söckchen.
        Du musst Dir keinen Entscheidungs-Termindruck machen.
        Dafür darfst Du Dir Zeit lassen bis Du innerlich bereit bist.
        ….DANN wirst Du es spüren wenn Du sicher bist.
        Wer oder was sollte Dich drängen?
        Herzlichst Christel

      • Ach liebe Christl!

        Ich lese deine Zeilen und die Tränen steigen in die Augen.
        Vermutlich dränge ich mich selber.
        Aber ich spüre auch aus meiner Umgebung einen Druck, wenn Äußerungen kommen, dass ich mit meinen Unsicherheiten natürlich auch unzuverlässig bin.
        Das ist für mich negativ behaftet: Unzuverlässig will ich nicht sein.
        Dann möchte ich schnell eine zuverlässige Entscheidung treffen und stehe an, weil es absolut hakt.
        Vielleicht sollte ich einfach das Unzuverlässige momentan zulassen/als meinen momentanen Zustand akzeptieren.
        Und meine Umgebung muss entscheiden, ob sie damit umgehen kann/will oder nicht.
        Und wenn ich den letzten Satz hier so hinschreibe, meldet sich gleich das schlechte Gewissen, ob ich mit der Herangehensweise jetzt zu egoistisch bin.
        Du merkst, ich stoße überall an.

        Liebe Grüße
        Söckchen

  2. Ach Söckchen, gibt es für halbwegs intelligente „einfaches“ Leben und was ist einfaches Leben 😉
    Therapeutische Unterstützung ist auf jede Fall eine gute Idee und das dauert eben seine Zeit. Meist geht es ja um einige Baustellen und da muß man eben eine nach der anderen bearbeiten.
    Ich wünsche Dir weiter viel Erfolg auf Deinem Weg.

    lg sue

  3. Liebe Sue!
    Du hast mit deiner Frage natürlich recht: Was ist einfaches Leben?
    Meine naive Vorstellung war halt, dass die Therapeutin mir Fragen stellt, die mich auf irgendwas mit der Nase gehörig draufdrückt und ich erkenne: Ja, da liegt der Hund begraben, deshalb springt das oder das bei mir an.
    Und das ist bis jetzt nicht erfolgt. Ich hab mal erzählt, was mich so beschäftigt und sie hat mir quasi „Aufgaben“ gegeben, wie ich mit mancher Situation umgehen soll und mich beobachten, was dies oder jenes bei mir auslöst.
    Ich hab sicher eine Menge Baustellen und irgendwie ragt da auch eine in die andere.

    Liebe Grüße
    Söckchen

  4. Genau so bist Du – liebes Söckchen.
    SO müssen sie Dich akzeptieren. Anders gibt es Dich nicht m e h r .. vermute ich.

    Es geht immer darum, dass Du selbst weiterhin in den Spiegel schauen kannst und vor Dir selbst bestehen kannst.

    Keiner hat uns versprochen, dass das Leben leicht ist:

    Es ist spannend Dich selbst kennenzulernen.

    LG Christel

  5. Liebe Christel!

    Danke für deine Zeilen.
    Ja, es gibt mich nicht mehr anders und ich glaub, ich pendel einfach zwischen dem alten (mir bekannten) Söckchen und dem neuen Söckchen, mit dem ich noch nicht umgehen kann, das mir teilweise fremd ist.
    Bin auch momentan sehr auf mich geworfen/gestoßen. Das schmerzt.

    Liebe Grüße
    Söckchen

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