Archiv für den Monat Juni 2014

155. Text_Alles nicht so einfach

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Liebe Blogbesucher!

Lang, lange ist es her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe.

Mein Weg ist weiterhin steinig, ich bin noch lange nicht in meinem Leben angekommen und mein Wegbegleiter hat es nicht leicht mir.
Ich habe ausgesprochen, dass es seine Verantwortung ist, ob und wie weit er den Weg mit mir gehen kann.
Es war mir wichtig, das auszusprechen.
Ich bin teilweise verunsichert, orientierungslos, stolpere von alten, überholten Pfaden in unbekanntes Terrain, das mir so fremd vorkommt, wo ich nicht weiß, wie ich meine Schritte setzen soll.
Die Tränen kommen, ich spüre in mir eine Traurigkeit, so als ob ich einen mir nahe gehenden Todesfall hatte, der immerzu in meinem Kopf herumspukt.

Eine Zeitlang hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich eben nicht die überglückliche Braut bin, die ich meinte, sein zu müssen.
Weil man das ja so rundherum erlebt und gehört hat, dass es sich so gehört.
Und das war ich eben nicht, das bin ich nicht.
Ich habe mit den Wochen bemerkt, dass mich das Denken an die Zukunft (Ziele machen) maßlos überfordert, weil ich schon froh bin, wenn ich bis zu meinen Fußspitzen schauen kann.
Weil ich nicht weiß, wie die nächsten Schritte aussehen … wie kann ich dann Zukunftspläne schmieden?

Es ist wirklich momentan gerade sehr hart.
Und ich merke, wie ich mit Partner an der Seite wieder beginne, seine Bedürfnisse mehr zu berücksichtigen als meine.
Ich merke, dass ich mich trotz all der schmerzhaften Gefühle, die ich in den Wochen der Trennung erlebte, mich frei gefühlt habe, mich selbst zu erkunden.
Und jetzt spüre ich diese Freiheit plötzlich nicht mehr.
Weil in meinem Hinterkopf bei jeder Entscheidung von mir läuft: Was wird er dazu sagen, wird er verstehen, dass ich das jetzt mache, wie bring ich es ihm bei …?

Ich ringe um die Balance, meine Bedürfnisse genug zu berücksichtigen und gleichzeitig das schlechte Gewissen, ich bin da jetzt zu egoistisch, hintanzuhalten.

Das schlaucht, das raubt Energie, das macht Druck, das fühlt sich gerade nicht gut an.
Vor 2 Wochen habe ich mich in der Früh gefragt, was mich an dem Leben eigentlich hält, weil alles so mühsam ist, weil ich  mich so überfordert fühle.
Da habe ich beschlossen, eine Psychotherapie anzufangen.
Gestern hatte ich die 2. Stunde.
Mit der Therapeutin habe ich eine gute Gesprächsbasis.
Ich hab nur den Eindruck, es geht zu wenig weiter. Oder bin ich jetzt schon wieder zu ungeduldig?

Ach, es ist grad gar nicht einfach.

Liebe Grüße
Eure Patentsocke