154. Text_Alles ganz anders

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Liebe Blogbesucher!

Beinahe ein Monat ist es her, seit ich zuletzt gepostet habe.
Und ich kann euch sagen, dass es diese Zeit ganz schön in sich hatte.
Ein paar Tage nach meinem Eintrag bekomme ich Post von meinem Ex-Partner, die mich veranlasste, ihn doch noch einmal anzurufen. Ich hatte ja 2 Mal versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen, was er abgeblockt hat. Das hat mich sehr verletzt und ichhabe gespürt, dass ich mich dem nicht mehr aussetzen kann. Ich ihn also nie wieder kontaktieren werde.

Aber seine Zeilen haben mich dermaßen emotionalisiert (auch mit Ärger), dass ich nach einigen Überlegungen, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen kann, doch zum Handy griff und anrief in der Annahme, wieder auf der Mobilbox zu landen. Doch diesmal wollte ich ihm meine Meinung draufsprechen.

Und was ist? Er hebt ab.
Erst verlief unser Gespräch recht heftig, wurde dann immer ruhiger und wir haben alles angesprochen, was die Zeit vor unserer Trennung schief lief und ich hab ihm offenbart, was sich in mir so an Einsichten aufgetan haben und aufgrund meiner Äußerungen kam von ihm die Aussage „Meine Türe steht dir immer offen“ und dann auf einmal der Heiratsantrag. Und ich hab einfach mein Herz sprechen lassen und Ja gesagt.
So sind wir nun, nach ca. 10 Wochen, wieder zusammengekommen – und das gleich mit Verlobung.

Wir haben seeeeehr lange miteinander geredet und es fiel uns schwer aufzulegen.
Die Nacht habe ich dann kaum geschlafen.

Am darauffolgenden Tag bin ich ja zu Großtochter gefahren.
Dort die Frohbotschaft, dass ein Baby unterwegs ist. Durch ein paar Schwierigkeiten war Schonung für meine Großtochter angesagt. Wir haben die Tage mit gemeinsamen Unternehmungen und langen, offenen Gesprächen sehr genossen.
Dann der Schock, dass die Herztöne zu schwach sind.
Einen Tag nach meiner Rückkehr dann die Gewissheit, dass der Embryo sich nicht weiterentwickelt hat und dann auch keine Herztöne mehr da waren.
Ausschabung und tiefe Bestürzung.

Mit dem Meinigen habe ich mich nach meiner Rückkehr getroffen, wir haben uns zum Mittagessen in einem Lokal verabredet und er hat beim Lokal schon vorab eine rote Rose abgegeben und darum gebeten, dass eine Kerze auf den Tisch gestellt wird. Der für uns reservierte Tisch war also einzigartig schön.
Ich bekam auch ein kleines Schmuckstück, dessen einen Teil ich trage und er seinen Teil mit sich trägt.
Inzwischen haben wir auch schon Ringe.

Interessant waren die Reaktionen unserer Umgebung.
Unsere Freunde und seine Töchter freuen sich alle mit uns über die Entwicklung, meine Familie tut sich sehr schwer damit und hat auch Aussagen getätigt, die mir mal wieder klar machten, dass ich mich hier mehr abgrenzen muss. Es geht nicht um mich, meine Bedürfnisse, mein Glück, sondern darum, ob ich eh die Rolle in der Familie weiter erfülle. Und es wurde deutlich, dass in mein Leben noch immer viel zu viel Einmischung passiert.
Die Abgrenzung, das „Bei-mir-Bleiben“ wird die nächste Zeit meine große Herausforderung.
Weiter meine Selbstständigkeit verstärken, mein Selbstbewusstsein, das Horchen auf und das Berücksichtigen meiner Bedürfnisse.
Ich hab meinem Partner auch gesagt, dass ich mich noch so unfertig fühle, weil mir bewusst ist, was ich in Zukunft alles anders machen möchte. Aber noch immer in alte Spuren gerate, eingelernte Muster schneller anspringen und ich nachher merke, dass ich wieder in die Falle getappt bin.
Er meinte, er geht diesen Weg mit mir und ich soll nicht ungeduldig sein.
Uns ist auch bewusst, achtsam zu bleiben, gleich alles anzureden, offen Themen anzusprechen.
Ich denke, die Trennung hat uns beiden bewusst gemacht, wie bereichernd unsere Begegnung ist, wie sehr der andere in uns ist.

Nach wie vor habe ich die Momente, in denen die Tränen rinnen, weil mich plötzlich Traurigkeit überkommt, weil manches aus der Vergangenheit auftaucht. Der Meinige nennt das die Morgen-/Abend-/Nachtgeister – je nachdem, wann sie auftauchen. Und er meinte, ich soll ihn kontaktieren, wann auch immer mich diese überfallen, dann können wir darüber reden und ich merke, dass das Reden und seine Nachfragen mich vorwärtsbringen.
Es sind nach wie vor kleine Schritte, die ich mache, aber ich habe einen Begleiter auf diesem Weg.

Ihr seht, der Spruch „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, Pläne zu machen“, stimmt.

 

Ich schicke euch liebe Grüße!

Eure glückliche Patentsocke

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    • Liebe Christel!

      Ja, wenn mir jemand das erzählen würde, wäre ich auch ganz schön ungläubig.
      Aber das Leben hält solche Momente tatsächlich bereit. 🙂
      Und danke fürs Mitfreuen! 😀

      Liebe Grüße
      Patentsocke

  1. Ich bin jetzt doch ziemlich überrascht. Hauptsache es geht Dir gut und Du fühlst Dich wohl mit Deiner Eentscheidung. Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel schöne Zeit mit Deinem neuen, alten Partner.

    lg Sue

    • Liebe Sue!

      Ja, deine Überraschung kann ich verstehen.
      Es ist jetzt sicher wichtig, die Offenheit und Ehrlichkeit zu bewahren.
      Das Zitat von Christel in ihrer Antwort trifft es sehr gut!

      Wohin uns der Weg führt, das wissen wir nicht, wir haben aber den festen Vorsatz, den Weg wieder miteinander zu gehen. Mit dem Ziel, mit dem Bekenntnis zueinander und miteinander alt werden zu wollen.

      Liebe Grüße
      Söckchen

  2. Spike Jonze:

    Wahrscheinlich ist es das Anstrengendste in einer Beziehung, dir selbst ehrlich einzugestehen, was du wirklich brauchst, und es zu schaffen, das deinem Partner zu sagen. Und umgekehrt. Dass man gemeinsam feststellt, was man sich geeben kann und was nicht. Und das alles, ohne diese Diskussion als Angriff zu verstehen.

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