146. Text_Wieder einer von diesen Tagen …

Standard

…, die einen Grauschleier über meine Seele breiten.

Gestern kam ein Packerl mit ein paar Dingen, die sich noch im Haushalt meines bisherigen Lebensbegleiters befunden haben, bei mir an.
Und dieses Packerl hat mich wieder sehr zurückgeworfen,
mich mit der Nase ganz fest auf den wunden Punkt gedrückt,
der noch immer schmerzt.
Es gab schon gute Momente die letzten Tage, ein dünnes, sehr dünnes Häutchen hatte sich über der Wunde gebildet und jetzt ist sie wieder aufgeritzt, blutet.
Brennt, schmerzt.

Ich weiß, dass hier das zurückgewiesene Kind aus meiner Kindheit schreit
und verzweifelt um Liebe und Angenommensein weint.
Eine Arbeitskollegin, die mich aufgrund meines angeschlagenen Aussehens gestern angesprochen hat und eigentlich dachte, es wäre was Gesundheitliches, hat mir heute ein Mail weitergeleitet, in dem ein Psychiater und Psychotherapeut anlässlich des morgigen Valentinstags jenen, die gerade einer Liebe nachtrauern rät, die Tränen und den Schmerz zuzulassen, denn das wäre heilsam.
Als ich ihr gegenüber auch formulierte, dass da mein abgelehntes Kind durchkommt, antwortete sie:
„Dann tu dem Kind was Gutes oder lass es ausspinnen, das hilft auch.“
So lasse ich mein Kind also spinnen, weinen, trauern, verzweifelt sein, tiefste Hilflosigkeit spüren.
Und ich sage ihm, dass dies auch vorbeigehen wird, dass es sich gerade einsam fühlt, dass ihm das Angst macht, dass es dieses Gefühl der Vernichtung jetzt durchlebt, dass es aber wieder vorbeigehen wird, denn mein Kind hat ja bis heute überlebt, auch diese Momente aus der Kindheit, die jetzt wieder auftauchen, hat es überlebt.
Es ist eine Krücke, um den Tag zu überstehen, um mich selbst aufzurichten,
wenn die Tränen zu fließen beginnen.

Und so werde ich meinem inneren Kind heute mit einer ruhigen Stunde im Bett mit guter Musik, einem guten Buch auch noch etwas Gutes tun.

Und ich hoffe, dass es morgen schon ein bissel weniger grau aussieht.

Eure Patentsocke

Advertisements

»

  1. Eine Trennung ist viel Trauerarbeit.

    viel Licht in dem Dunkel wünsche ich Dir

    herzlichst Christel

    … und das Kindersöckchen fordert dann auch noch sein Recht….

    • Liebe Christl!

      Oh, ja da hast du recht: Dieses Kindersöckchen ist ein ganz schön präsentes Kerlchen.
      Aber genau das, dass ich mich mit all den alten Spuren, Mustern, Botschaften auseinandersetzen möchte, ist meine Aufgabe.
      Insofern find ich es bei allem Schmerz sehr ok, dass ich da den Kontakt zu diesen tiefsten Gefühlen/Ängsten habe.

      Herzliche Grüße und ein virtueller Blumenstrauß an dem heutigen Valentinstag für dich!
      Patentsocke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s