145. Text_Freud & Leid

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Liebe Blogbesucher!

Nach wie vor
Tage voller Tränen,
Tage voller Erinnerungen,
Tage voller Sehnsucht,
Tage voller Leere

Daneben versuche ich mein Leben fortzusetzen, neue Interessen zu integrieren.
Der Schnupperunterricht gestern war sehr, sehr eigenartig.
So gut die Homepage-Infos klangen, so skurril waren die 90 Minuten dann.
Kleintochter und ich waren 15 Minuten vor der Zeit dort und stellten fest, dass das Ganze in einer Altbauwohnung stattfindet, in der auch Fitness trainiert wird. Die Geräte standen in den teilweise engen Räumen wie in der Abstellkammer so knapp neben- und hintereinander. Aber gut, um die ging es uns ja nicht.
Empfangen wurden wir von einer unsicheren, linkisch wirkenden jungen Frau. Nichts von den Informationen, die wir vorab einmal bekommen sollten.
Der Trainer kam mit 7 Minuten Verspätung, schickte uns gleich in den Raum, in dem dann gesamt  7 Personen herumstanden: Mit uns noch eine Frau, die zur Schnuppereinheit kam, zwei Personen, die letzte Woche schon einmal zum Training waren und zwei, die dies schon länger kennen.
Der Trainer kam herein, stellte sich vor die große Spiegelwand und begann mit Hand- und Boxbewegungen. Wir sollten die einfach nachmachen, denn wir lernen so wie die Kinder von den Eltern, einfach durch Nachahmen. Aha

Dann kam er auf das Thema, dass man die Verantwortung für alles im Leben übernehmen muss, denn wenn man andere für das eigene Unglück verantwortlich macht, dann gibt man Macht ab, dann ist man Opfer. Und das signalisiert man auch nach außen. Die Aussage spickte er dann mit unzähligen Beispielen, die er so lustig fand, dass er immer laut loslachte. Das 1. Mal, als er so reagierte, haben uns Kleintochter und ich erstaunt angesehen.
Dann kam er noch mit der Aussage, dass Kranke auch für ihre Leiden selbst verantwortlich sind. Beispielhaft führte er auch Krebs an.
Als ich dann konkret wissen wollte, ob das so zu verstehen ist, dass alle Menschen, die an der gleichen Krebsart erkrankt sind, das Gleiche im Leben falsch gemacht hätten, wurde er still und meinte dann ein bissel beleidigt: Also darüber können wir jetzt nicht diskutieren, das ist viel zu umfangreich und dafüpr haben wir jetzt keine Zeit.
Na ja, wir haben dann auch mit so Abwehrpölstern geübt und ein wenig erfahren, wie man Angriffe abwehrt. Aber alles war irgendwie ohne Struktur.
Es war nach dem Unterreicht auch nicht eindeutig zu erfahren, was es kostet, weil da eierte er herum mit Rabatt, wenn Tochter und ich, aber da kann er noch nicht sagen, wie viel, keine Info, ob man sich  Monat für Monat bindet oder gleich 12 Monate bezahlen muss. Alles irgendwie … ja, unstrukturiert.

Ich hab mich jetzt weiter umgesehen und bin auf ein Angebot noch näher bei meinem Wohnort gestoßen, da wird das in 8 Einheiten aufgebaut, in jeder einzelnen lernt man Abwehrtechniken: Angriffe von vorne, von hinten, Angriffe mit Haarereißen, Angriffe mit Waffen wie Stöcken, Messern etc.
Das klingt nach einem geordneten Aufbau. Trainer ist ein Beamter der Spezialeinheit der Polizei.
Das Training findet in einem großen Fitnesscenter statt, dessen Wellnessbereich man auch nutzen kann.
Ende des Monats ist die 1. Einheit und ich bin schon gespannt, wie diese wird.

Sonntagabend gehe ich mit Tochter aus: Ich habe zwei Tickets für eine Veranstaltung, bei der eine Show mit 4-Gang-Menü verquickt ist, gewonnen. So werden Tochter und ich am also Show und Essen genießen und haben auch noch einen Blick hinter die Kulissen dabei.
Wobei mir nach wie vor nicht nach essen ist.

Morgen am Vormittag kommt eine Freundin zu mir und mein Enkelkind wird auch vorbeigebracht. Es bleibt über Nacht bei mir.
Da mein Enkelkind momentan ein Faible für Züge hat, werden wir vielleicht am Nachmittag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln herumfahren.
Sonntagvormittag werden wir mit spielen verbringen und zu Mittag kommen Sohn und Schwiegertochter und dann werden wir noch gemeinsam Kaffee trinken.
Für Montag habe ich wieder eine Einheit Körperarbeit ausgemacht und Dienstag bin ich bei einer Art Gesprächstherapie.

So sind die kommenden Tage gefüllt.
Bin ich ein wenig abgelenkt.

Ich will mich aber nicht nur ablenken, so tun, als ob alles beim Alten bleiben könnte. Ablenkung ist ein bissel eine Verschnaufpause von den intensiven Momenten, in denen ich auf mich stoße.Für diese Momente, in denen ich alleine bin und mich ganz exklusiv mit mir, meiner Situation, meinen nötigen Entwicklungen und den Ängsten, die sich auftun, auseinandersetzen kann, habe ich mir eine Meditations-CD gekauft mit Meditation als Tiefenentspannung durch Alpha-Relaxing. Ein Buch, das ein Psychotherapeut geschrieben hat und Wege aus Angst und Depression aufzeigt. Und dann noch ein Hörbuch, dessen Meditationen, Übungen und Geschichten Körper und Seele gesunden helfen sollen.

Liebe Grüße eure den Lebensweg gerade entlangstolpernde
Patentsocke

 

 

 

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  1. So eine Trennung zu verarbeiten, benötigt leider auch seine Zeit.
    Ich finde Du machst das genau richtig. Immer mal wieder Ablenkung und raus aus der Versenkung, aber auch trauern und verarbeiten.
    Wenn es jetzt dann bald wieder helle und warme Tage gibt, wird es Dir schon besser gehen.
    Diese Art menschlicher Verlust gehört nach meinen Erfahrungen, so ziemlich zu den schmerzhaftesten und man muß da ganz schön mit sich kämpfen. Aber es wird besser.

    lieben gruss
    sue

  2. Liebe Sue!

    Danke für deine Aufmunterung!
    Ja, ich sehe in der momentanen Situation auch die Chance zu wachsen. Es ist mir bewusst geworden, wie starr ich in manchem gefangen war, was mein Anteil an der ganzen Misere ist.
    Und es ist Zeit, da endlich herauszukommen.
    Das bedeutet aber auch, tief in sich hineinzuspüren, ehrlich zu sich selber sein, den Schmerz aushalten und nicht wegzudrücken oder ihm auszuweichen.

    Feste Umarmung
    Söckchen

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