Archiv für den Monat Februar 2014

149. Text_Metamorphose

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Ich gehe meine Schritte und stelle fest, dass sich doch einiges verändert hat: in mir und an mir.

An mir: Ich kleide mich bewusster, habe Freude daran, mir Gewand zu kaufen.
Und das, obwohl mit den 2 Kilo Gewichtsverlust noch lang nicht das Wunschgewicht erreicht ist, aber es ist ein Wohlfühlgewicht daraus geworden.
Ich bin Frau, ich bin fraulich, das ist ok so.
An mir: Ich schaue im Gesicht entspannter, frischer aus. Meine Augen strahlen wieder
An mir: Ich gehe offen auf andere Menschen zu, die Gedanke „Tut man das jetzt? Ist das in Ordnung? Könnte ich abgewiesen werden?“ sind nicht mehr so präsent.
Ganz verschwunden noch nicht, aber nicht mehr hemmend vordergründig.
In mir: Ich bin ruhiger, gelassener.
In mir: Ich kann zu meinen Gefühlen stehen. Ich kann die Tränen fließen lassen, weil die Wunde noch immer schmerzt.
In mir: Ich weiß, dass ich ein wertvoller Mensch bin.
In mir: Ich weiß, dass ich die Türe offen gelassen habe. Dass das genau die Art ist, wie ich damit umgehen möchte.
In mir: Ich weiß, dass das Leben weitergeht.
In mir: Ich kann die Vergangenheit als etwas Bereicherndes und Wertvolles in meinem Herzen tragen und dennoch offen sein für das, was das Leben mit mir noch vorhat.
In mir: Ich spüre, dass das Leben seinen Gabentisch reich gedeckt hat. Nun liegt es an mir, die Vielfalt zu erkennen, anzunehmen, zu genießen.

An mir und in mir – Veränderung … bereichernd … wertvoll … lebenswert … liebenswert

Noch immer
eure Patentsocke

148. Text_Berührende Worte

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… erreichten mich die letzten beiden Tage.
Da liegen dann das Lächeln und Weinen ganz nahe beieinander.
Und beides bricht aus mir heraus, egal wo ich mich gerade befinde.
Dann geht mein Herz weit auf und meine Augen laufen über.
Es sind Begegnungen im Schriftlichen, es sind Worte, die mich tief berühren und mich froh sein lassen.

Ich spüre, dass sich in mir etwas bewegt, dass ich weicher bin, verletzlicher.
Und gleichzeitig ist mir bewusster, was ich in mein Leben intergrieren möchte, dass es mir egal ist, was andere denken, wenn es für mich in Ordnung ist. Ich kann zu mir stehen.
Es ist irgendwie gar nicht einfach, das zu beschreiben, was sich in mir tut.

Und ich bin gelassener.
Heute hatte sich meine Kollegin krank gemeldet und ich hatte einiges zu tun und es hat mich nicht wie früher gestresst, sondern es war der Gedanke da: Was ich heute schaffe, das schaffe ich und was nicht, das geht eben nicht.
Ich habe mir Pausen gegönnt.Zwar kam ich erst nach mehr als 8 Stunden aus dem Büro, aber ich habe mich den ganzen Tag nicht gestresst gefühlt.
Ich merke, wie mir das Meditieren gut tut.
Sooft ich Momente habe, in denen ich weiß, dass ich ungestört bin, lege ich mir die CD ein und mache eine 25-minütige Meditation.

******************

Mit meiner Freundin war ich gestern in der Therme und wir haben es sehr genossen.
Wir haben jegliches Zeitgefühl vergessen, saßen lange, lange im Solebad, entspannten auf der Relaxliege und ließen es uns einfach nur gut gehen.
Und wir haben beschlossen, das zu wiederholen.
Nach dem Heimkommen war ich völlig geschafft und habe sehr früh eingeschlafen.

Freitagnachmittag bekomme ich mein Enkelkind, das über Nacht bleibt, da mein Sohn und seine Frau eine Abendveranstaltung besuchen.
Wenn sie mein Enkelkind am Samstag abholen, werden wir das für einen ausgiebigen Brunch nutzen,
zu dem auch mein 2. Sohn mit seiner Freundin kommen wird.
Ich freue mich schon auf das gemütliche Beisammensein.

Sonntag wird sich Kleintochter mit einem ehemaligen Schulfreund treffen und ich werde je nach Wetter diese Stunden für mich nutzen und einen Ausflug in die Natur machen oder zu Hause verbringen.
Aber egal wo, ich werde diese Zeit für mich nutzen, wieder tief in mein Inneres schauen und die Gefühle, die in mir sind, zulassen.

Weiter … Schritt für Schritt.

Liebe Grüße
von Eurer Patentsocke

147. Text_Stolperweg

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Liebe Blogbesucher!
Ich sitze hier, das Wetter draußen Grau in Grau wie in mir drinnen.
Und dann blitzen die ersten Schneeglöckchen im Gras
und auch den ersten lila Krokus habe ich schon entdeckt.
Die Korkenzieherhasel zeigt schon ihre Samenwürstel.
Eine Ahnung von Frühjahr in der Natur.
In mir nur ganz zarte Regungen von Frühjahr.

Freitag war in der Arbeit mehr zu tun, sodass ich später als üblich aus dem Büro kam, dann gleich einkaufen ging und zu Hause angekommen, einige Handgriffe erledigte.

Samstag habe ich das schöne Wetter genutzt, um im Garten zu arbeiten.
Das tut mir immer sehr gut, das erdet mich.
Und dann erwische ich mich dabei, wie der Gedanke kommt:
Schau, ein Krokus, das muss ich … gleich erzählen.
Rums: Nichts mit erzählen. Es ganz alleine genießen.
Es geht mir ab, dass ich nicht mit ihm reden kann, meine Gedanken mit ihm austauschen kann. Ihm nicht erzählen kann, was ich alles in mir entdecke, wie ich mir mit manchem sehr schwer tue, wie manches, auch wenn es schmerzt, dennoch befreit.
Und auch gemeinsam lachen, sich freuen, das Leben genießen.
Und auch miteinander weinen.
In mir der Gedanke, dass wir es miteinander geschafft hätten.
Wir waren aber anscheinend beide schon so ausgelaugt, dass wir es uns nicht zugetraut haben.
Natürlich gab es die Punkte, die zu unserer Trennung geführt haben, die verleugne ich auch nicht.
Vielleicht hätten wir uns einfach eine Nachdenkpause geben sollen, in der jeder zu sich selbst findet, seine Ruhe findet.
Vielleicht hätte es dann auch wieder einen Weg zueinander und miteinander gegeben.
Aber das ist alles Hirnspinnerei.
Es ist aus.

Ich erwische mich bei den Gedanken, einfach zu ihm zu fahren, ihm zu sagen, dass wir doch einen anderen Weg einschlagen können.
Und dann weiß ich, dass genau das das Falsche wäre.
Ich hielte den Schmerz nicht aus, wenn er mich, aus Selbstschutz, einfach stehen ließe, zurückweisen würde.
So weit bin ich nicht, dass da das innere Kind in mir nicht völlig verzweifeln würde.
Und ich wäre wieder in der alten Spur: Ich bin aktiv. Ich leiste.
In der Gesprächstherapie war genau das Thema.
Denn ich bin immer die, die Aktionen setzt.
Gelernte Botschaft: Du wirst nur für deine Leistung geliebt.
Lernaufgabe: Du wirst geliebt, weil du du bist. Lerne dich selbst zu lieben.
Erfahrene Liebesbotschaft in der Kindheit: Sei nicht, Lieblosigkeit.
Und jetzt strampelt sich das innere Kind in mir ab, sich selbst zu lieben.
Den Perfektionsimus hinter sich zu lassen, Gelassenheit zu üben, Leben wahrnehmen und nicht einfach getrieben durch den Tag hetzen.
Leben genießen: Mit allen Sinnen.
Riechen: Heute in der Früh stiegen mir schon die Tränen in die Augen, weil ich wieder den Lavendelduft des Duftsäckchens im Kleiderkasten wahrgenommen habe.
Hören: Musik bewusst hören, die Stimmungen in mein Innerstes einziehen lassen, zulassen, dass die Tränen fließen, dass ein Jauchzen kommt.
Schmecken: Ganz bewusst wahrnehmen, dass etwas süß, salzig, sauer … ist.
Tasten: Den Wind auf der Haut spüren, die Sonnenstrahlen im Gesicht …

Ich möchte nicht hart werden, ich möchte nicht, dass das Leid mich kalt macht.
Es geht darum, dass ich den Schutzpanzer ablege, dass ich meine verletzliche Seite zulasse
Dass ich lerne, mit der Verletzlichkeit umgehen zu können.
Denn nur dann ist wahre Begegnung mit anderen Menschen möglich.
Es sind kleine Schritte auf dem Weg zu mir selbst, aber ich gehe, ich gehe vorwärts.

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Sonntag war ich mit meinem Bruder und meiner Tochter Badminton spielen.
Die Bewegung hat gut getan, den Körper spüren, den Atem spüren.
Ich merke, wie wenig Kondition ich habe.
Danach waren Tochter und ich gemeinsam mit der Familie meines Bruders Mittagessen und danach habe ich den versprochenen Kuchen gebacken (mein Bruder hat mir ja die Außenlampe montiert) und wir haben gemeinsam gejausnet und anschließend haben wir meinem Bruder noch bei einem handwerklichen „Problem“ geholfen.

Abends war ich so erledigt, dass ich prompt auf dem Sofa eingeschlafen bin.

Während ich hier schreibe, warte ich auf den Spengler, der den Schaden auf meinem Dach reparieren kommt, weil ich ja in einem Zimmer einen Wasserfleck habe.
Er sollte in den nächsten Minuten da sein.

Morgen habe ich einen Urlaubstag und meine Freundin und ich haben beschlossen, diesen in einer Therme zu verbringen.
Da habe ich wieder die Möglichkeit, intensiv zu fühlen, zu erleben, zu genießen.

Und so lebe ich Alltag und die sehr intensiven Momente des Mich-Kennenlernens.

Ich wünsche euch einen angenehmen Wochenstart!
Patentsocke

146. Text_Wieder einer von diesen Tagen …

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…, die einen Grauschleier über meine Seele breiten.

Gestern kam ein Packerl mit ein paar Dingen, die sich noch im Haushalt meines bisherigen Lebensbegleiters befunden haben, bei mir an.
Und dieses Packerl hat mich wieder sehr zurückgeworfen,
mich mit der Nase ganz fest auf den wunden Punkt gedrückt,
der noch immer schmerzt.
Es gab schon gute Momente die letzten Tage, ein dünnes, sehr dünnes Häutchen hatte sich über der Wunde gebildet und jetzt ist sie wieder aufgeritzt, blutet.
Brennt, schmerzt.

Ich weiß, dass hier das zurückgewiesene Kind aus meiner Kindheit schreit
und verzweifelt um Liebe und Angenommensein weint.
Eine Arbeitskollegin, die mich aufgrund meines angeschlagenen Aussehens gestern angesprochen hat und eigentlich dachte, es wäre was Gesundheitliches, hat mir heute ein Mail weitergeleitet, in dem ein Psychiater und Psychotherapeut anlässlich des morgigen Valentinstags jenen, die gerade einer Liebe nachtrauern rät, die Tränen und den Schmerz zuzulassen, denn das wäre heilsam.
Als ich ihr gegenüber auch formulierte, dass da mein abgelehntes Kind durchkommt, antwortete sie:
„Dann tu dem Kind was Gutes oder lass es ausspinnen, das hilft auch.“
So lasse ich mein Kind also spinnen, weinen, trauern, verzweifelt sein, tiefste Hilflosigkeit spüren.
Und ich sage ihm, dass dies auch vorbeigehen wird, dass es sich gerade einsam fühlt, dass ihm das Angst macht, dass es dieses Gefühl der Vernichtung jetzt durchlebt, dass es aber wieder vorbeigehen wird, denn mein Kind hat ja bis heute überlebt, auch diese Momente aus der Kindheit, die jetzt wieder auftauchen, hat es überlebt.
Es ist eine Krücke, um den Tag zu überstehen, um mich selbst aufzurichten,
wenn die Tränen zu fließen beginnen.

Und so werde ich meinem inneren Kind heute mit einer ruhigen Stunde im Bett mit guter Musik, einem guten Buch auch noch etwas Gutes tun.

Und ich hoffe, dass es morgen schon ein bissel weniger grau aussieht.

Eure Patentsocke

145. Text_Freud & Leid

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Liebe Blogbesucher!

Nach wie vor
Tage voller Tränen,
Tage voller Erinnerungen,
Tage voller Sehnsucht,
Tage voller Leere

Daneben versuche ich mein Leben fortzusetzen, neue Interessen zu integrieren.
Der Schnupperunterricht gestern war sehr, sehr eigenartig.
So gut die Homepage-Infos klangen, so skurril waren die 90 Minuten dann.
Kleintochter und ich waren 15 Minuten vor der Zeit dort und stellten fest, dass das Ganze in einer Altbauwohnung stattfindet, in der auch Fitness trainiert wird. Die Geräte standen in den teilweise engen Räumen wie in der Abstellkammer so knapp neben- und hintereinander. Aber gut, um die ging es uns ja nicht.
Empfangen wurden wir von einer unsicheren, linkisch wirkenden jungen Frau. Nichts von den Informationen, die wir vorab einmal bekommen sollten.
Der Trainer kam mit 7 Minuten Verspätung, schickte uns gleich in den Raum, in dem dann gesamt  7 Personen herumstanden: Mit uns noch eine Frau, die zur Schnuppereinheit kam, zwei Personen, die letzte Woche schon einmal zum Training waren und zwei, die dies schon länger kennen.
Der Trainer kam herein, stellte sich vor die große Spiegelwand und begann mit Hand- und Boxbewegungen. Wir sollten die einfach nachmachen, denn wir lernen so wie die Kinder von den Eltern, einfach durch Nachahmen. Aha

Dann kam er auf das Thema, dass man die Verantwortung für alles im Leben übernehmen muss, denn wenn man andere für das eigene Unglück verantwortlich macht, dann gibt man Macht ab, dann ist man Opfer. Und das signalisiert man auch nach außen. Die Aussage spickte er dann mit unzähligen Beispielen, die er so lustig fand, dass er immer laut loslachte. Das 1. Mal, als er so reagierte, haben uns Kleintochter und ich erstaunt angesehen.
Dann kam er noch mit der Aussage, dass Kranke auch für ihre Leiden selbst verantwortlich sind. Beispielhaft führte er auch Krebs an.
Als ich dann konkret wissen wollte, ob das so zu verstehen ist, dass alle Menschen, die an der gleichen Krebsart erkrankt sind, das Gleiche im Leben falsch gemacht hätten, wurde er still und meinte dann ein bissel beleidigt: Also darüber können wir jetzt nicht diskutieren, das ist viel zu umfangreich und dafüpr haben wir jetzt keine Zeit.
Na ja, wir haben dann auch mit so Abwehrpölstern geübt und ein wenig erfahren, wie man Angriffe abwehrt. Aber alles war irgendwie ohne Struktur.
Es war nach dem Unterreicht auch nicht eindeutig zu erfahren, was es kostet, weil da eierte er herum mit Rabatt, wenn Tochter und ich, aber da kann er noch nicht sagen, wie viel, keine Info, ob man sich  Monat für Monat bindet oder gleich 12 Monate bezahlen muss. Alles irgendwie … ja, unstrukturiert.

Ich hab mich jetzt weiter umgesehen und bin auf ein Angebot noch näher bei meinem Wohnort gestoßen, da wird das in 8 Einheiten aufgebaut, in jeder einzelnen lernt man Abwehrtechniken: Angriffe von vorne, von hinten, Angriffe mit Haarereißen, Angriffe mit Waffen wie Stöcken, Messern etc.
Das klingt nach einem geordneten Aufbau. Trainer ist ein Beamter der Spezialeinheit der Polizei.
Das Training findet in einem großen Fitnesscenter statt, dessen Wellnessbereich man auch nutzen kann.
Ende des Monats ist die 1. Einheit und ich bin schon gespannt, wie diese wird.

Sonntagabend gehe ich mit Tochter aus: Ich habe zwei Tickets für eine Veranstaltung, bei der eine Show mit 4-Gang-Menü verquickt ist, gewonnen. So werden Tochter und ich am also Show und Essen genießen und haben auch noch einen Blick hinter die Kulissen dabei.
Wobei mir nach wie vor nicht nach essen ist.

Morgen am Vormittag kommt eine Freundin zu mir und mein Enkelkind wird auch vorbeigebracht. Es bleibt über Nacht bei mir.
Da mein Enkelkind momentan ein Faible für Züge hat, werden wir vielleicht am Nachmittag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln herumfahren.
Sonntagvormittag werden wir mit spielen verbringen und zu Mittag kommen Sohn und Schwiegertochter und dann werden wir noch gemeinsam Kaffee trinken.
Für Montag habe ich wieder eine Einheit Körperarbeit ausgemacht und Dienstag bin ich bei einer Art Gesprächstherapie.

So sind die kommenden Tage gefüllt.
Bin ich ein wenig abgelenkt.

Ich will mich aber nicht nur ablenken, so tun, als ob alles beim Alten bleiben könnte. Ablenkung ist ein bissel eine Verschnaufpause von den intensiven Momenten, in denen ich auf mich stoße.Für diese Momente, in denen ich alleine bin und mich ganz exklusiv mit mir, meiner Situation, meinen nötigen Entwicklungen und den Ängsten, die sich auftun, auseinandersetzen kann, habe ich mir eine Meditations-CD gekauft mit Meditation als Tiefenentspannung durch Alpha-Relaxing. Ein Buch, das ein Psychotherapeut geschrieben hat und Wege aus Angst und Depression aufzeigt. Und dann noch ein Hörbuch, dessen Meditationen, Übungen und Geschichten Körper und Seele gesunden helfen sollen.

Liebe Grüße eure den Lebensweg gerade entlangstolpernde
Patentsocke

 

 

 

144. Text_Abschied und Neubeginn

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Liebe Blogbesucher!

Der Titel meines Blogs sagt es schon, ich habe einen Abschied hinter mir.
Nein, ich habe ihn nicht hinter mir, ich stecke mitten in ihm drinnen.
Und es tut weh, sehr weh.

Seit Montag ist eine Begegnung vorbei, die mich 12 Jahre begleitet hat.
Doch wir waren nicht achtsam genug, trotz all der guten Vorsätze, nie den Alltag zu sehr Einfluss nehmen zu lassen, die Bequemlichkeit, Das Gewohnte, Oberhand gewinnen zu lassen, sind wir unachtsam geworden.
Nun haben sich unsere Wege getrennt … und es schmerzt, es schmerzt so unendlich.

Dann kommen Gedanken auf, ob wir nicht gerade den größten Fehler unseres Lebens machen.
Ob es nicht doch einen anderen Weg gegeben hätte.
Dann frage ich mich, ob wir zu schnell aufgegeben haben.

Und ich stolpere in die Fallen, dass ich ihm das schreibe, dass es vielleicht ein Fehler war.
Und er antwortet nicht darauf.
Ich weiß, er muss sich jetzt vor mir schützen.
Ich sollte mich vielleicht auch mehr schützen.
Andererseits, wenn ich nicht in meinen Schmerz hineinspüre, dann vergrabe ich den doch nur, dann setze ich mich wieder nicht damit auseinander.

Der Weg, den wir die letzten Jahre miteinander gegangen sind, ist an einer Gabelung angekommen, an der wir beide zum Entschluss gekommen sind, dass jeder seinen eigenen Weg weitergeht.
Ich denke, wenn das Leben es will, wird es unsere Wege vielleicht wieder zusammenführen.

Ich weiß nicht, wie sehr meine Erkrankung, die Therapie und all ihre Folgen da Einfluss genommen haben.
Es kommen schon Gedanken auf, ob es ein Fehler war, die Antihormontherapiebegonnen zu haben.
Nun gebe ich meinem Leben mehr Jahre (statistisch gesehen), aber momentan habe ich das Gefühl, dafür den Jahren das Leben zu nehmen.

Gestern hatte ich meinen Kontrolltermin beim Gynäkologen, der mich mit der üblichen Frage: „Wie geht es Ihnen?“ begrüßte
und ich antwortet: „Bescheiden. Gestern ging meine Beziehung zu Ende.“
Er war sehr betroffen und sagte: Zu all dem körperlichen Leid nun auch ein seelisches.
Daraufhin meinte ich: Ja, ich hadere auch mit der Therapie und es gibt Zeiten, da bin ich sehr therapiemüde.
Ich hab ihm die Spritze gegeben, die ich noch dieses Jahr alle 12 Wochen bekomme.
Er hat sie nachdenklich aus der Verpackung geholt und gemeint: Ja, es ist ein Wahnsinn, was Ihrem Körper angetan wird.
Diese Spritze bringt ja den gesamten Hormonhaushalt durcheinander. Ihr Körper ist sehr gefordert, mit dem allen umzugehen.
und natürlich auch Ihre Psyche und es fordert schon einiges von Ihrem Körper und auch von Ihnen als Person.

Jedenfalls waren die Untersuchungen dann ohne Befund, den Krebsabstrich schickt er wie immer ins Labor.

Ich habe mich die letzten Tage intensiv mit mir und dem, was sich da in letzter Zeit an Problemen in der Beziehung aufgetan hat, sehr intensiv auseinandergesetzt. Solche Lebensabshcnitte haben ja auch das Positive, dass man dann sehr ehrlich zu sich wird, also ich zumindest.
Da bin ich auch auf Vieles gestoßen … auch darauf, dass ich in MEINEM Leben noch nicht wirklich angekommen bin.
Es geht sicher darum, dass ich mich auch von meinem Elternhaus mehr abnabele.
Klingt komisch bei einer Frau, die bald ihre Lebensmitte erreicht.
Aber es ist so.

Meine Kinder erleben gerade eine sehr ehrliche Mutter, die auch sagen kann, dass es ihr dreckig geht, dass ihr manches zu viel wird, dass sie nicht alles schafft, auch wenn es manchmal so aussieht. Die weint.

Die letzten beiden Tage habe ich auch 2 Kilo abgenommen, weil ich einfach keinen Hunger habe.
Es kracht schon der Magen und ich merke, wie ich zittrig werde, aber ich schaffe keinen Bissen zu schlucken.

Und weil ich erfasst habe, dass ich etwas für mich tun muss, und mich schon länger der Gedanke begleitet, dass ich konditionell wohl zu schwach bin, Aggression abzuwehren, habe ich meine Fühler bzgl. Selbstverteidigung ausgestreckt. Ich bin auch erzogen nach dem Motto: „Bleib immer höflich, nicht wehren, reden“, habe ich es auch als Jugendliche nicht geschafftm, die Männer in der Straßenbahn, die sich an mich randrängten  in ihre Schranken zu weisen. Ich bin wie der Hase vor der Schlange paralysiert in Schockstarre verfallen.
Aggressionsunterdrückung, sich nicht wehren.
Ich habe Angst davor, weil ich nicht weiß, ob ich dann überziehe, weil es dann einen moment gibt, wo es einfach aus mir herausbricht und ich keinerlei Erfahrungen sammlen konnte, was angemessen ist.
Und bevor ich was falsch mache, mache ich es gar nicht. Das ist auch nicht der heilsame Weg.

Ich werde morgen am Abend eine Schnupperstunde Selbstverteidigung (nennt sich Wing Tchun Kung Fu) machen.
Das Institut, das das anbietet, wird von einem Diplompsychologen geleitet und der Ansatz ist nicht nur, die körperliche Selbstverteidigung, sondern auch im mentalen Bereich zu lernen, seine Grenzen zu setzen, diese zu „verteidigen“, Motto: Lernen Sie die Technik des inneren Wachstums zur Persönlichkeitsentfaltung.

Neben dem Beziehungsaus habe ich noch kleinere Baustellen, wie einen Wasserfleck im Schlafzimmer, einen Autoaußenspiegel, dem das Glas heruntergegangen ist, aber Gott sei dank noch ganz ist. Spurwechsel ist  momentan heikel, weil es der auf der Fahrerseite ist. 😦
Sind alles Kleinigkeiten und auch schon die „Problemlösung“ organisiert.
Aber es ist mühsam.

Dafür habe ich die „Baustelle“ neue Außenlampe erledigt.
Die bisherige hat mich die letzten Monate schon sehr geärgert, weil sie das bissel Licht der Energiesparlampe aufgrund ihrer Konstruktion auch noch hinauf und nicht hinunter geschickt hat. Es war sehr mühsam, bei Dunkelheit das Schlüsselloch zu finden.
Ich habe mir jetzt eine neue gekauft, die ist zwar aufgrund ihres designs und der 32 LED-Lamperl sehr nüchtern, aber sie strahlt so hell,
es ist eine Freude.
Ich komme beim Gartentor herein und schon ist es hell. 🙂
Mein Bruder hat sie mir montiert und ich war quasi der Azubi, der die Werkzeuge gereicht hat.
Nach den warmen Wintertagen mit Plusgraden haben wir natürlich just den Sonntag erwischt, an dem es kalt wurde und dann auch noch Schneefall eingesetzt hat.
Die Finger sind uns ganz schön klamm geworden.
Aber es hat alle auf Anhieb funktioniert. Sicherung rein und es wurde hell.
Die Feinjustierung bzgl. Lichtdauer und bei welcher Dämmerungsstufe sie angeht und auch ab wo sie Bewegung erfasst, habe ich nach ein paar Tagen mit „Erfahrungswerten“ eingestellt.

Heute habe ich noch einen Urlaubstag, morgen geht es wieder in die Arbeit.
Von Samstag auf Sonntag habe ich mein Enkelkind bei mir.

Als meine Schwiegertochter anfragte, ob die Betreuung möglich wäre, war ein bissel ein Schreck in mir, weil mir bewusst war, wenn meine Beziehung wirklich zu Ende geht, dann stehe ich dieser Herausforderung zum ersten Mal alleine gegenüber.
Aber ich bin guter Hoffnung, dass ich es auch alleine schaffe.

Es wird die nächste Zeit sicher Momente geben, in denen mich die Trauer überwältigen wird, jene, die mich zuversichtlich machen.

Es wird,
es wird nicht leicht,
aber es wird werden.

Liebe Grüße von einer derzeit sehr zerknitterten
Patentsocke