113. Text_Zum Verzweifeln

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Liebe Blogbesucher!

Seit Tagen merke ich es schon – nein, eigentlich schon seit  2 bis 3 Wochen: Ich bin am Ende meiner Kräfte.

Vermutlich hält mich nur die Alltagsroutine am Weitermachen, das Werkl läuft einfach weiter und nimmt das, was ich als mein ICH bezeichne, einfach mit.

Ich merke,
dass mich „Stör“faktoren im Alltag seeeeehr schnell unrund werden lassen,
ich bin hundemüde, und das schon nach dem Aufstehen,
ich kann mich nicht konzentrieren,
ich kann einfachste logische Schlüsse nicht ziehen,
ich habe keine Spannkraft mehr,
ich stolpere über meine eigenen Füße,
ich vergesse, wo ich Dinge hingelegt habe,
ich merke, dass die Tränen gleich hinter den Lidern sitzen

Ich würde mich gerne einfach nur hinlegen und nichts, absolut gar nichts, tun müssen.

Ja, ich kenne das: Voriges Jahr in der Mitte der Strahlentherapie war es auch so.
Da hat mich dann die Ärztin der Radioonkologie in den Krankenstand geschickt.
Aber da war Strahlentherapie.
Jetzt bin ich doch „gesund“.
Was ist das für eine Krankeheit?
Ich kann doch nicht zur Ärztin gehen und sagen,: Hören Sie, schreiben Sie mich krank, weil mich das Leben gerade überfordert.

Ich verzweifle an meinen Hitzwallungen, ich verzweifle daran, dass mein Körper laut Waage immer mehr wird, obwohl ich nicht mehr esse.
Es ist zum K…!

Eure grad sehr wolkenverhangene
Patentsocke

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  1. Liebes Söckchen,
    ein bisschen kennst Du mich ja schon und weißt, dass ich meist (sehr) direkt bin:

    Schonmal was von Depressionen gehört? Alles, was Du beschreibst deutet meiner Meinung nach darauf hin. Wenn nicht schon Deine ‚Krankheitsgeschichte‘ ein Auslöser wäre, dann Dein ewiges Streben danach, es allen anderen (außer Dir selbst) recht zu machen.

    Bitte geh zu Deiner Ärztin. Sei nicht „tapfer“. Mit einem gebrochenen Bein würdest Du auch nicht „tapfer“ weitergehen, sondern zur Ärztin. Auch die Seele kann krank werden und macht sich dann im Körper mit genau solchen Symptomen bemerkbar.

    Sag es genau ihr genau so, wie Du es oben formuliert hast. Druck Dir den Artikel aus und les ihn ihr vor. Und geh auch, wenn es Dir nach dem Wochenende anscheinend wieder besser geht.

    Sei umarmt und danke, dass Du hier so offen schreibst. Entschuldige, dass ich immer so ‚direkt‘ bin. 😳

    • Liebe Exilbayerin!

      Mach dir jetzt bitte gar keinen Kopf wegen deiner direkten Art!!
      Ich finde die super ok.
      Gerade die ehrlichen Worte stoßen mich an, weitere Gedanken-Schritte zu gehen.
      Ja, so ganz weit hinten in meinen Gehirnwindungen habe ich auch scho nan Depressionen gedacht. Aber ich und Depression.
      Ich bin doch stark, ich manage doch alles …
      Und danke auch wegen des Hinweises wegen des Wochenendes.
      Hab mich schon ertappt, dass ich mir heute gedacht habe: Meine Güte, was hast du gestern wieder für Probleme gehabt – heute sieht das doch schon – ein klein wenig – besser aus.

      Sei auch du umarmt!
      Söckchen

  2. Ach, und was ich noch sagen wollte: Ich spreche aus leidvoller Erfahrung. Bei mir hat es Jahre und einige schlimme Dinge gebraucht, bis ich mit diesen Symptomen zum Arzt gegangen bin…

  3. Liebes Söckchen,

    ich spar mir jetzt ein paar Worte, die hat nämlich die olle 😉 Bayerin schon geschrieben. Ich denke genau das Gleiche und kann Dir nur ans Herz legen, Dich da ganz schnell drum zu kümmern. Jede Verzögerung macht es nur schwieriger.
    Die meisten größeren Kliniken haben eine Psychiatrie mit offener Sprechstunde und sowieso eine Notaufnahme. (Das heißt aber nicht gleich dortbleiben) Um aber schnell Hilfe und Unterstützung zu bekommen, wäre das der kürzeste Weg….. Sunny hat es ähnlich gemacht 😉

    Ich drück Dir die Daumen für eine schnelle und gute Option.

    *schulterklopf und knuddel*
    sue

  4. Liebe Sue!
    Danke dir für deine Worte!
    Ich glaube, ich muss noch daran arbeiten, mir selbst einzugestehen, dass ich Hilfe benötige.
    Es ist komisch: Würde jemand an meine Türe kommen und sagen:
    Du, setzen wir uns jetzt mal zusammen und reden wir darüber, wie es dir gerade so geht,
    was du dir wünschen würdest …
    Da würde alles raussprudeln.
    Da würde dieses Werkel stehenbleiben und mein ICH könnte raus und „sich fallen lassen“.
    Aber ich aktiv wohin gehen und sagen: Hallo, ich hab da ein Problem.
    Irgendwie spießt es sich da.
    Und ich kann nicht orten, was da spießt.
    Ich mobilisiere lieber die noch vorhandenen Kräfte und mache weiter und weiter und weiter …
    Ich schaffe den Absprung aus dem Hamsterrad nicht.
    Ich weiß, dass ich rausspringen sollte, aber ich schaffe es nicht.
    Noch nicht.

    Knuddler auch für dich!
    Söckchen

  5. Ich schlage aus eigener Erfahrung in die gleiche Kerbe wie meine Vorschreiberinnen. Auch für mich sieht dies wie eine Depression aus. Nicht mehr warten, sondern lass Dir helfen, damit Du aus dem Teufelskreis wieder rauskommst, denn alleine schafft man es meistens nicht. Auch ich brauche ab und an in solchen Situationen Hilfe, und zwar Hilfe von einer neutralen Person. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich selber einzugestehen, dass man Hilfe braucht.

    Liebes Söckchen, ich wünsche mir für Dich, dass Du bald die Hilfe kriegst, die für Dich die richtige ist, denn Hilfe annehmen ist keine Schwäche, sondern eine ganz besonders grosse Stärke.

    In diesem Sinne lass ich Dir eine grosse Umarmung da.

    Sei ganz lieb gegrüsst
    Ursula

  6. Liebe Ursula!

    Danke für deine Zeilen!
    Das ganze Wochenende gehen mir schon die Antwortzeilen, die ich hier bekommen habe, durch den Kopf. Da ist ganz schön was los in meinem Kopf, kann ich dir sagen. 🙂
    Und es sackt und sackt immer tiefer und ich denke, ich werde an den Punkt kommen, an dem ich diese Hilfe suche.

    Liebe Grüße und Danke-Drücker für dich!
    Patentsocke

  7. Liebe Patentsocke, Du wirst immer Hochs und Tiefs haben, bedingt durch die Krankheit aber auch wenn Du gesund wärst. Und Du wirst sie immer überstehen! Schau doch, was Du schon alles geschafft hast seit der Diagnose! Du bist stark und Du wirst auch durch dieses Tief durchgehen. Und Du hast ein Recht darauf sauer zu sein, genervt zu sein über Hitzewallungen, traurig zu sein wegen der ganzen Situation. Wenn Du Dir das zu Herzen nimmst, dann gehts Dir besser dabei! Du hast ein Recht darauf es zu zeigen, wenn es Dir schlecht geht!

    Ich wünsch Dir viel Kraft und Geduld, die Tiefs zu überstehen und Du wirst sie überstehen, glaub mir, ich bin da auch durch und geh immer wieder durch. Bei Dir ist es die HItze bei mir ist es mein Lympharm, der zu dick für schöne Oberteile ist, die Haare, die nicht mehr nachgewachsen sind … es gibt immer was. Doch denk dran, das Leben ist viel zu schön um zu lange traurig zu sein! Such Dir eine Ablenkung – ich hab angefangen zu fotografieren! Das hilft!
    Liebe Grüsse und viele Sonnenstrahlen aus Brasilien

    • Liebe!

      Danke für deine aufbauenden Zeilen!
      Ich denke auch, dass ich mir meine Gefühle eingestehen und sie auch nach außen bringen darf.
      Denn es kostet Energie, das alles unter Verschluss zu halten, nach außen immer die Taffe und Starke zu sein.
      Und vermutlich ist die ganze Situation meiner Krankheit die Chance für mich, die vorhandene Energie FÜR MICH einzusetzen.
      Am Finden der Ablenkung bin ich noch dran. 😉

      Liebe Grüße ins sonnig-warme (heiße?!?) Brasilien!
      Patenstocke

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