Archiv für den Monat März 2012

52. Text_Es wird besser! :-)

Standard

Liebe Blogbesucher!

Die Woche neigt sich dem Ende zu und meine Zustände werden besser. 🙂
Ja, hie und da juckt es noch, vor allem am unteren Rand der Brust und quetschen oder stärker drücken darf man sie nach wie vor nicht und wenn ich mich runterbeuge, ist es auch noch ganz angenehm, wenn ich mir die Brust halte, damit nicht die ganze Schwerkraft darauf wirkt. Dabei hat meine Brust jetzt keine Pamela-Anderson-Ausmaße. 😉
Aber kein Vergleich mit Dienstag oder Mittwoch!
Dafür sind zu den beiden gestern in der Früh aufgeblühten Fieberblasen jetzt noch zwei zwischen Oberlippe und Nase dazugekommen. Für die morgige Großfamilienveranstaltung bin ich also so richtig erblüht. 😉
Witzig war, als ich gestern noch in einen kleinen Geschenkladen neben der Apotheke gegangen bin, zu der ich mich aufgemacht hatte, weil ich mir das Fieberblasenmittel besorgen musste, um ein Billett für die Taufe meines Enkelkindes zu besorgen. Die Verkäuferin legt mir ihre ganze Auswahl vor und ich geb ihr gleich eine Glückwunschkarte zurück, auf der formuliert war „Meinem Patenkind“, mit den Worten: „Die geht gar nicht, weil es ist mein Enkelkind und nicht das Patenkind.“
Sie hat mich echt total erstaunt angesehen und hat gemeint: „Das ist aber jetzt nicht wahr, oder?“
Ich geb’s zu: Das schmeichelt schon, wenn einem nicht auf den ersten Blick angesehen wird, dass man schon Oma ist.

Zur Taufe bekommt mein Enkelkind ein Buch. Und nicht irgendein Buch, sondern ein ganz persönliches Buch.
Ab dem Zeitpunkt, als ich vor einem Jahr erfahren habe, dass es unterwegs ist, habe ich ein Tagebuch begonnen zu schreiben und habe die Tages“themen“ auch genutzt, um die Familie vorzustellen. Jetzt kann ich das natürlich nur für meinen Teil, aber der ist ja mit meinen vier Kindern und meinen Eltern und dem Meinigen schon groß genug. Und ich habe auch Fotos gemacht vom Babygewand, das ich erstanden habe, und vom Spielzeug, das der Sohn meiner Freundin – weil er ja schon groß ist – abgetreten hat. Und natürlich wurden auch immer Fotos geschossen bei Familienfeiern oder wenn mein Sohn und Partnerin mit Enkelkind im Bauch zu Besuch waren. Das Tagebuch endet mit dem Tag der Geburt.
Ich habe  alles zusammengestellt und mit passenden Fotos zu den einzelnen Einträgen (da habe ich z. B. auch die Ultraschallfotos reingescannt) versehen und am Ende noch eine Familienchronik reingetan und ein Foto-Potpourri.
Das alles habe ich vor einem Monat zu einem Buchbinder gegeben, und jetzt ist es ein ganz persönliches Buch, das meinem Enkelkind hoffentlich einmal viel Freude macht, wenn es ein bissel Interesse entwickelt, wo ein Teil seiner Wurzeln her ist.

So, das war es wieder einmal von mir hier.
Ich wünsche euch einen angenehmen Freitag – lasst euch nicht vom Wind verwehen,
falls der bei euch auch so stark bläst wie bei mir hier.

Eure Patentsocke

51. Text_Wie bei den Affen

Standard

Liebe Blogbesucher!

Nachdem ich gestern großteils nur auf dem Sofa rungekugelt bin, einen ziemlich schnell gehenden Puls hatte und auch ziemlich viele Herzstolperer, fühle ich mich gesamtkörperlich heute besser. Nicht mehr so zerschlagen.
Das Fieber ist seit der Nacht weg (da hatte ich sogar nur 35,4!), momentan stehe ich bei 36, 6.
Vor dem Schlafengehen habe ich mir noch ein Mexalen genommen, bin relativ früh schlafen gegangen und habe auch schnell eingeschlafen. Bis 2.15, da bin ich dann aufgewacht, weil die Haut gejuckt hat wie blöd. Kratzen geht aber nicht, weil jede Berührung der Brust höllisch weh tut. Die fühlt sich total wund an und alle Bewegungen schmerzen.  Ich hab sie nackt in die Luft gestreckt, ich hab sie mit meinen Händen zart gestreichelt … nix hat geholfen. Bis knapp vor 5 Uhr hab ich wachgelegen und nach einer Lösung für das Problem gesucht. Auch Einschmieren mit der Ringelblumensalbe half nur kurz. Das ist echt zum Wahnsinnigwerden.
Beim Aufstehen habe ich dann bemerkt, dass das Runterbeugen eine einzige Qual ist (Erkläre das mal einer zwei hungrigen Katzen, deren Schüsserl gefüllt werden soll!), das Hochheben der rechten Hand zu Schmerzensäußerungen führt (Warum nur sind die Häferl so hoch oben?) und einfach nur alles zum Aus-der-Haut-Fahren ist.
Meine Mutter hat mich zum Frühstück eingeladen (meine Eltern wohnen ja nur quer über die Gasse), da hab ich dann das Antibiotikum und das Mexalen geschluckt (soll man ja knapp vor der Mahlzeit einnehmen). Bis jetzt war die Juckerei und die Schmerzen gedämpft, aber ich glaube, die Wirkung lässt jetzt wieder nach. Wenn es gar nicht zum Aushalten ist, dann werde ich mir am Nachmittag ein zweites Mexalen gönnen und wenn es sein soll am Abend noch eines. Bis zu 3 Tabletten darf man am Tag ja einnehmen.
Meine Mutter bringt mir vom Einkauf einen Topfen mit, weil ich mich erinnert habe, dass die Ärztin gestern meinte, dass ein Topfenumschlag gut tut.

Jedenfalls sitze, stehe, liege ich da und fahr‘ mir ständig am Busen herum, um den Juckreiz zu stoppen.
Komme mir schon vor wie ein Afferl, das immer am Kratzen ist.
Am Samstag ist Taufe meines Enkelkindes, ich mag da nicht mit Schmerzen dabeisein und schon gar nicht beim Essen ständig an meinem Busen rumwischen.
Sieht ja unmöglich aus, die anderen Gäste glauben am Ende alle noch, ich mach‘ da autoerotische Handlungen. 😉

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es bis dahin besser ist. Heute haben wir ja erst Mittwoch.

Wünsche euch einen angenehmen Dienstag – Was schreib ich da? Das macht bestimmt der verdammte Juckreiz! –
einen angenehmen Mittwoch natürlich!

Eure zermürbte Patentsocke

50. Text_Na prima. :-(

Standard

Liebe Blogbesucher!
Gestern war also mein erster Arbeitstag und da meine Kollegin noch fort war und ein umfangreiches Projekt zu bearbeiten, habe ich natürlich wieder 1h 20 Minuten Mehrstunden gemacht.
Es ging eigentlich ganz gut, um 15 Uhr merkte ich, wie ich müde wurde, habe mir einen Kaffee runtergedrückt und dann ging es wieder.
Bin gestern relativ früh ins Bett gegangen (etwa 20.45) und knapp nach Mitternacht aufgrund extremer Schmerzen in der rechten Brust aufgewacht. Jede kleinste Bewegung war die Hölle, ich konnte nur mehr relativ bewegungslos auf der linken Körperseite liegen. Gleichzeitig war mir kalt, ich wollte aber nicht ins Ergeschoß zum Fieberthermometer. Bin dann nur mehr eingedöst und beim Weckerläuten aufgestanden. Wobei aufgestanden eine Übertreibung ist, denn ich habe mich aufgrund der Schmerzen ächzend aus dem Bett gewutzelt. Fieberthermometer im EG genommen, gemessen: 38,2.

SMS an meinen Abteilungschef und an meinen beruflichen Morgentermin.
Beide total lieb geantwortet, ich soll mir keinen Kopf machen und schauen, dass ich schnell zu ärztlicher Hilfe komme.
7 Uhr Anruf im Brustzentrum, nur die Dame der Terminvergabe erreicht, die meinte, sie kann da nichts dazu sagen, ich soll um 8.30 anrufen, da sind die Ärzte da.
Ok, also um 8.30 wieder angerufen, Symptome geschildert und wurde sofort vom Arzt ins Brustzentrum beordert. Meine Mutter konnte mich dem Auto hinfahren.
Wurde sofort nach Anmedlung am Schalter aufgerufen – normalerweise gibt es Wartezeiten von einer Stunde.
Ärztin sitzt mit Halskrause da, fragt, warum ich Fieber habe. Das meint sie aber jetzt nicht ernst?!? Meinte, das hätte ich eigentlich gerne von ihr gewusst. Sie hat die Brust angesehen, abgetastet und befunden, dass ich als Nachwirkung der Boostbestrahlungen ein entzündetes Brustgewebe habe. „So eine Boost-Bestrahlung ist ja ein ordentlicher Hammer für das Areal!“ Jetzt muss ich ein Antibiotikum nehmen und ein fieber- und schmerzstillendes Medikament. Kommenden Dienstag bin ich zur Kontrolle bestellt, da kann ich mir dann auch gleich die Trenantonespritze geben lassen.
Bettruhe wurde verordnet und ich war das heulende Elend. „Jetzt war ich doch erst 3 Wochen im Krankenstand und jetzt falle ich schon wieder aus …“ Frage der Ärztin: „Haben Sie Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber?“ Ich:“Nein, ich mag nur nimmer, ständig krank …“ Ich weiß nicht warum, aber mir war in dem Moment einfach alles zu viel.
Jedenfalls hat meine Mutter mich wieder abgeholt, ist mit mir gleich zur Apotheke und hat mich nach Hause gebracht und ist dann noch einkaufen gegangen und hat mir ein Frühstück gebracht.
Jetzt, nach Einnahme des Fieber- und Schmerzmittels ist das Fieber auf 37,7, die Schmerzen sind nicht mehr sooo schlimm.
Momentan spüre ich auch Hüftschmerzen, das kann aber vom einseitigen Liegen in der Nacht sein.
Ich liege jetzt jedenfalls auf dem Sofa und kuriere mich.
Mit meiner Kollegin habe ich auch telefoniert, als ich zu Hause war, um ihr zu sagen, was gestern alles erledigt wurde. Sie hat auch gemeint, dass ich mir jetzt keine Gedanken machen soll, weil sie jetzt wieder alleine ist (hab ihr gesagt, wie Leid es mir tut, dass ich jetzt schon wieder ausfalle), sie wird sich schon Unterstützung organisieren und ich soll mal schauen, dass ich auf gleich komme.
Der praktischen Ärztin habe ich auf das Band gesprochen, ob sie mir die Krankschreibung vorbeibringen kann, sonst muss ich halt schauen, dass ich es bis zu ihrer Ordination schaffe.

Ja, so schnell bin ich also wieder aufs Krankenlager geschmissen worde.

Liebe Grüße!
Eure marode Patentsocke

49. Text_Morgen geht wieder der Berufsalltag an

Standard

Liebe Blogbesucher!
Morgen ist es also soweit: Ich fange nach 3 Wochen Krankenstand wieder zu arbeiten an.
Und ich weiß, dass morgen gleich ein wichtiges und umfangreiches Projekt auf mich wartet.
Und ich merke, wie ich nach wie vor am frühen Nachmittag zu gähnen anfange und gestern bin ich wieder beim Fernsehhauptabendprogramm eingeschlafen. Also bin ich schon gespannt, wie es mir mit konzentrierter Arbeit geht.
Gut, das Eingewöhnen ist mal für 5 Arbeitstage angesagt, weil ich danach die Karwoche plus den Dienstag nach Ostern frei habe. Ich muss gestehen, dass diese Aussicht ein wenig hilft.
Nach den Osterfeiertagen bin ich freilich alleine, weil – wie schon mal geschrieben – meine Kollegin auf Urlaub ist und ich nicht weiß, wie einsatzbereit ein freier Mitarbeiter in der Zeit ist.
Ich habe mir jedenfalls einmal fest vorgenommen, dass ich nicht über meine Grenzen gehen werde und wenn ich merke, dass ich ermüde, unkonzentriert werde, ich mir von meinen 50 Gutstunden einfach Zeit nehmen und mal früher gehen werde.
Werde das so morgen auch dem Leiter der Abteilung sagen.
Und dann werde ich bestimmt mit meinem schlechten Gewissen umgehen lernen müssen. Das wird sich sicher wieder melden. Aber ich werde im Hinterkopf den Gedanken behalten, dass es um mich und mein Leben geht.
Aber Bammel hab ich schon davor, dass es wieder zu den Momenten kommt, in denen ich mir wieder das Hirn zermartere, ob da jemand anders jetzt die berühmte Krot schlucken muss, weil ich nicht leistungsfähig bin.
Wird vermutlich nicht einfach werden …
Aber es muss doch möglich sein, dass ich es lerne, ohne Erlaubnis einer Autorität  (z. B. Ärzte) meinen Bedürfnissen nachzukommen.
Was steckt da nur so tief in mir drinnen, dass ich vorher an alle rundherum denke, bevor ich mir erlaube, mir selbst etwas zuzugestehen?

Jedenfalls habe ich mal das wunderbar sonnig-warme Wochenende entspannt verbracht. Nach Wochen waren wir wieder bei dem Meinigen im Haus und wir haben neben Gartenarbeit auch viel Zeit auf seiner Terrasse verbracht.
Kleintochter ist bei ihrem Vater und fährt morgen als Vertreterin ihrer Schule (mit ein paar Kolleginnen und Kollegen sowie der Professorin) zu einer Sportveranstaltung, bei der sie unser Bundesland vertritt.
Mittwoch hole ich sie am Abend auf dem Bahnhof wieder ab und ich hoffe, sie verbringt anregende und erfolgreiche Tage und hat vor allem viel Spaß.

Jetzt werde ich noch den heutigen Abend genießen und unter der Woche mal berichten, wie es mir so in Amt und Würden geht.

Allen Mitlesenden wünsche ich einen angenehmen Sonntagabend!
Eure Patentsocke

48. Text_Alles hat ein Ende

Standard

Liebe Blogbesucher!

Kaum zu glauben, aber wahr: Heute hatte ich meine 30. und letzte Bestrahlung.
6 Wochen täglicher Besuch auf der Radioonkologie liegen hinter mir.
Und obwohl ich mich ja nicht wirklich anfreunden konnte mit diesem täglichen Termin, war es heute schon ein eigenartiges Gefühl, das letzte Mal den Weg anzutreten, im Wartebereich auf die bekannten Leute zu treffen, das Personal zum letzten Mal zu sehen.
Aber ja, so ist es und eigentlich ist es gut so, dass ich das auch erledigt habe.
Beim anschließenden Arztgespräch wurden mir die Verhaltensmaßregeln für die nächste Zeit gegeben. So soll ich noch etwa 2 Wochen kein Vollbad nehmen, 3 bis 4 Wochen noch auf Schwimmbadbesuche verzichten, keine Saunabesuche unternehmen (gut, mit Sauna kommt mein Kreislauf ohnehin nicht zurecht, also bin ich auch keine Saunabesucherin) . Die „Kriegsbemalung“ darf ich mit Babyöl wegwischen, die Haut aber keinesfalls schrubbeln.
Die Haut, die ich jetzt 6 Wochen mit Babypuder ausgetrocknet habe, soll ich mit einer Ringelblumensalbe mit möglichst wenigen Zusatzstoffen eincremen.
Werde mich morgen im Drogeriemarkt mal nach einer guten umsehen.
Grundsätzlich soll ich darauf schauen, dass ich meinen rechten Arm pfleglich behandle, also Verletzungen vermeiden, Blutabnahmen links, Blutdruckmessung links. Es geht darum, dass die Lymphbahnen auf der rechten Seite geschont werden sollen – auch wenn nur der Wächterlymphknoten entfernt wurde.
Sonst soll ich es mir gut gehen lassen, kann alles unternehmen, was mir gut tut.
Diese Woche noch regenerieren und ab Montag darf ich wieder arbeiten.
In 3 Monaten – also Ende Juni/Anfang Juli soll ich zur Kontrolle kommen.
Ich habe dann noch den Kurantrag angesprochen, den ich auch mithatte.
Da bekam ich die Auskunft, dass das die praktische Ärztin erledigt.

Und damit war ich entlassen.

Bin vom Spital direkt zur praktischen Ärztin gegangen, wegen des Kurantrages bin ich auch zu ihr hinein, sie hat ihren Part ausgefüllt und ich habe auch ein Zeitfenster angegeben, in dem ich am besten auf Erholung fahren kann.
Muss ja meine Kleintochter betreuen lassen.
Nach telefonischer Rücksprache mit dem Leistungsträger habe ich meine Befunde kopiert und zusammen mit dem Antrag heute schon eingeschrieben abgeschickt. Jetzt bin ich gespannt, was da passiert.
Mit der praktischen Ärztin habe ich auch noch besprochen, wann ich in der Karwoche komme, um mir die nächste Trenantone-Spritze geben zu lassen.

Dann habe ich im Brustzentrum des Spitals angerufen, in dem ich operiert wurde.
Mir wurde nämlich beim letzten Termin im Jänner gesagt, ich solle mich nach Ende der Strahlentherapie melden.
Jetzt habe ich einen Kontrolltermin für 11. April. Da wird die Brust untersucht und besprochen, wie es nun mit der Behandlung/den Kontrollen) weitergeht. Auch falls ich Fragen habe, können wir die bei diesem Termin erörtern.

Ich bin dann noch zu meiner Freundin, die neben ihrer Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin auch eine als Heilmasseurin hat und sie hat mir meinen Rücken massiert. Mhhh, tat das gut!

Und dann habe ich heute noch meinen Garten genossen, habe zwei Ladungen Waschmaschine auf der Wäschespinne aufgehängt. Ich finde, die trockene Wäsche riecht nach dem Freilufttrocknen besonders gut.
Meine Schwägerin kam dann auch noch auf einen schnellen Kaffee vorbei, den wir in den letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse genossen haben.

Ja, und jetzt bin ich herinnen, schau mir meinen hohen Bügelstoß  an … und beschließe, ihn liegen zu lassen. 😉

Ich wünsche euch auch einen erholsamen Abend!
Eure Patentsocke

47. Text_Was man so alles erlebt

Standard

Liebe Blogbesucher!

Nach meiner Boost-Bestrahlung bin ich gleich weiter zur Bezirksstelle meiner Krankenkasse, um der Einladung zur Vorstellung beim Amtsarzt nachzukommen.
Erstmal in einer langen Schlange anstellen, dann den Einladungsschrieb und die Krankmeldung am Schalter abgeben und im Wartebereich Platz nehmen, bis man aufgerufen wird.
Gesagt getan.
Also diese Bezirksstelle ist nicht unbedingt der Ort, den man öfter aufsuchen möchte und ich beneide auch keinen, der dort arbeitet. Die paar mickrigen Topfpflanzen vegetieren in dunklen Ecken vor sich hin, die Wandfarbe geht schon ins Schmutziggrau über und an der Wand hängen vergilbte Bilder von Trockenblumenarrangements. Ich kann mich aus meiner frühen Jugendzeit erinnern, dass diese Fotos mal beliebt waren als Jahreskalendermotive. Gut, so alt können die Bilder durchaus gewesen sein. Manch Heizkörperabdeckung hing auch schon windschief herab.
Ich sitze also in dieser trostlosen Umgebung, als plötzlich aus einer Tür eine Frau herausstürzt und sehr aufgeregt und lautsark ruft: „Es geht gar nichts, ich kann überhaupt nichts machen. Sie können gerne wieder gehen und später oder morgen wiederkommen. “
Meine Mitwartenden und ich haben uns nur mal groß angeschaut und dann hat eine Schwangere zaghaft nachgefragt, dass sie ja für heute bestellt ist und es fällt ihr nicht leicht, einfach morgen wieder zu kommen und was denn überhaupt das Problem sei.
„Der Computer ist ausgefallen, und das schon seit einer Stunde. Er kann in 5 Minuten wieder gehen oder erst in einer Stunde oder überhaupt erst am Nachmittag. Und Sie können es halt irgendwann wieder probieren oder zu einer anderen Bezirksstelle gehen. Aber der Computer geht nirgends! Ich bringe Ihnen jetzt Ihre Unterlagen und wer gehen will, kann die von mir bekommen.“
Sprach es, drehte sich um und machte mit Karacho die Tür hinter sich zu und dann hörten wir noch eine zweite Türe mit lautem Knall ins Schloss fallen.
Aha, also warum bekommen wir dann die Info, wir könnten zu einer anderen Bezirksstelle, wenn dort auch nichts geht?!?
Die Ärztin erschien wieder mit einem Stoß an Unterlagen und las die Namen laut vor.
Zwei der Wartenden haben sich ihre Unterlagen wieder aushändigen lassen und sind gegangen, eine Schwangere meinte, sie wäre ohnehin als Nächste dran und ob die Ärztin sich ihre Unterlagen nicht wenigstens ansehen könne und ihr den erforderlichen Stempel samt Unterschrift geben könne.
„Na komm´S rein, aber ich kann eigentlich nix machen, weil ich kann ihre Daten nicht weiterschicken.“
Ich habe mir selber 25 Minuten Wartezeit gegeben und vorgenommen, wenn sich in der Zeit nichts tut, dann werde ich auch meine Unterlage (Krankschroebung) retourverlangen und gehen.
Nachdem die Schwangere innerhalb kurzer Zeit wieder heraußen war, passierte nichts … außer dass von der Anmeldewarteschlange weiter Menschen in der Wartezone auftauchten.
Nach weiteren etwa 7 Minuten wurde ein Mitwartender aufgeraufen, der erstaunt in die Runde blickte und meinte: „Geht der Computer jetzt wieder?“
Jedenfalls war er nach 7 Minuten wieder heraußen und meinte: „Es scheint doch auch ohne Computer zu gehen“.
Ich nahm an, dass der Herr  neben mir vor mir aufgerufen würde, doch ich war die nächste Patientin, die aufgerufen wurde.
„Wie geht es Ihnen“
Na ja, es geht so. Meine Leistungsfähigkeit ist nicht so optimal.“
„Wie lange sind sie krankgeschrieben?“
„Ich soll laut meiner Radiologin mindestens bis zum Ende der Bestrahlung im Krankenstand sein. Die letzte Betsrahlung habe ich am Mittwoch und dann das abschließende Gespräch mit der Ärztin. Da werden wir, denke ich,  abklären, ob ich am Donnerstag schon arbeiten soll oder dann ab kommender Woche Montag.“
„Ja, so eine Strahlentherapie ist für den Körper eine Belastung. Der Körper erholtsich danach eh ganz gut. Es kann aber auch sein, dass nach einem Hoch in ein paar Wochen wieder ein Tief kommt. Ich schreib Ihnen da auf Ihre Krankenstandsbestätigung, dass ich Sie am 18. 5. wiedersehen möchte. Außer Sie arbeiten dazwischen wieder, dann brauchen Sie natürlich nicht wieder zu kommen.“
Sprachs, schrieb 18. 5. auf den Zettel und versah den Eintrag mit Stempel und Unterschrift.
Und ich war entlassen.

*****
Noch ein kleiner Rückblick auf das Wochenende:

Also bei uns war das Wetter wirklich fantastisch. Sonne, 20 Grad Celsius, wolkenloser Himmel.
Am Samstag haben der Meinige und Kleintochter ihr Trampolin aufgestellt, ich hab auch ein wenig geholfen.
Dann haben wir faul auf der Terrasse gesessen und gelesen.
Sonntag kamen die Töchter des Meinigen zum Mittagessen. Die eine brachte ihren Freund mit und die andere ihr Kind, also das 3-jährige Enkerl des Meinigen. Wir waren den gesamten Nachmittag draußen, mit dem Kind wurde Ball  und fangen gespielt, es wurde im Trampolin gehüpft, wir haben geplaudert, später gejausnet (eine der Töchter hatte Torte aus der Konditorei mitgebracht) und das Beisammensein genossen.
Am Abend war ich dann trotzdem ganz schön geschlaucht und das Haupabendprogramm habe ich wie auch die letzten Tage verschlafen.

Jetzt gehe ich mir einen Kaffee runterdrücken und esse dazu ein Rahmtascherl mit Marmeladefüllung und genieße den Rest-Nachmittag und warte auf den Meinigen, der heute bei mir ist.

Euch wünsche ich auch einen angenehmen Montag!
Eure Patentsocke

46. Text_Sonnenanbeterin

Standard

Liebe Blogbesucher!

Heute wieder meinen obligaten Spitalstermin absolviert, bei dem ich mit einer Ärztin wegen meines Amtsarztbesuches kommende Woche reden konnte, die mir versicherte, dass die meisten der Strahlenpatienten im Krankenstand sind und wenn der Amtsarzt ein Problem hat, dann soll ich die Telefonnumer weitergeben und sie werden ihm die Situation dann schon erklären.
Ok, ich lass mich also überraschen und berichte in meinem Blog dann über die „Erlebnisse“.

Danach habe ich bei meinen Eltern ein Frühstück bekommen und anschließend habe ich den Wochenendeinkauf erledigt.
Zu Hause nach einer Erholungspause Wäsche in die Maschine getan und dann gleich meinen Terrassensessel mit der Auflage bestückt und die Beine hochgelagert.
Ich genieße diese Tage sehr!
Der Meinige wird dann auch bald kommen und uns ein lecker Mittagessen kochen, das auf dem Tisch stehen wird, wenn Kleintochter von der Schule kommt. Wir werden das erste Mittagessen des heurigen Jahres auf der Terrasse einnehmen können. 🙂
Und die Sonne ist schon so stark, dass ich direkt von der Vollsonne in den Halbschatten gerückt bin.
Verrückt, das wartet man sehnsüchtig auf die ersten warmen Sonnenstrahlen und dann wird es einem gleich zu viel.
Ich merke auch, wie meine gerötete Haut die Wärme nicht unbedingt mag, auch wenn das T-Shirt die Haut bedeckt. Überhaupt sind diese Boost-Bestrahlungen für das Areal eine ziemliche Herausforderung – die Haut arbeitet mehr und es juckt auch mehr.
Mir kommt auch vor, dass ich die letzte Woche viel mehr Hitzeattacken habe.
Bin gespannt, ob die dann wieder für ein paar Wochen vergehen und dann wieder kommen (so wie es seit Beginn der AHT war) oder ob die jetzt ständige Begleiter bleiben.
Meine nächste Trenantone-Spritze hole ich mir ja auch in 3 Wochen wieder.

Außerdem habe ich seit etwa einer Woche vermehrt ein Herzstolpern – ich kenne diese Zustände von der Zeit meiner Schilddrüsenüberfunktion. Die kann es aber nicht sein, weil ja alle Werte bei der kürzlich gemachten Untersuchung absolut im Normalbereich lagen.

Werde das beim abschließenden Arztgespräch kommende Woche Mittwoch ansprechen. Vermutlich ist das eine der Wechselbeschwerden. Aber besser einmal mehr gefragt.

Und jetzt bekommt ihr noch drei Impressionen meines Frühlingsgartens:

Meine KorkenzieherhaselMeine Korkenzieherhasel

Auch meine Katze genießt den Tag!

Frühlingsgärtlein zu Füßen meines Birnbaumes.

Ich wünsche euch allen ein angenehmes Wochenende!
Eure Patentsocke

45. Text_Freu dich des Lebens!

Standard

Liebe Blogbesucher!

Da mir der Amtsarztbesuch doch einige Gedanken macht, habe ich heuteim Spital nachgefragt, ob ich diese Woche noch ein Arztgespräch habe, was verneint wurde, aber gleichzeitig die Frage kam, warum ich eines möchte und gleich eines für morgen nach der Bestrahlung organisiert wurde.
Ich möchte mit meiner Radiologin besprechen, ob sie mir irgendwas in die Hand geben kann, was ich vorweisen kann – außer meines bunten Oberkörpers – und auch, dass sie mir irgendwas Schriftliches gibt, aus dem hervorgeht, dass sie meinen Krankenstand „angeordnet“ hat. Sie wollte mir ja damals was auf die Ambulanzkarte schreiben (für die praktische Ärztin), die Karte hatte ich nur nicht mit, weil da nie etwas eingetragen wurde. Vielleicht kann sie diesen Vermerk ja morgen nachholen.

Heute war die erste Boost-Bestrahlung und ich habe den Eindruck, dass meine Brust an der Stelle, wo die Strahlen jetzt konzentriert reingehen, empfindlicher ist und „arbeitet“.

Als sich heute zu Mittag dann die Wolken verzogen und es mit dem Sonnenschein auch immer wärmer wurde, habe ich beschlossen, meine Terrassenmöbel auszupacken und zu säubern und auch gleich die Terrasse abgespritzt. Das gründliche Kärchern wird noch nachgeholt. Dann habe ich noch meine Oleander aus der Garage geholt und an ihren Platz gestellt und dann drei volle Stunden auf der Terrasse in der Sonne sitzend genossen. Ich hab die Meisen beobachtet, wie sie meinen Birnbaum abpickten – was die dort wohl finden? Zwei Schmetterlinge flogen auch schon durch den Garten. Meine Katzen haben es genossen, mit mir gemeinsam draußen sein zu können. Ich hab den Blick über meinen Garten schweifen lassen, bemerkt, dass die Schneeglöckchen schon am Abblühen sind, die Krokusse in voller Blüte stehen genauso wie meine Korkenzieherhasel. Die Wiese wirkt schon saftig grün und auf der Spiere zeigen sich mit ganz zarten grünen Spitzen die Blätter. Ich habe es wirklich seeeeeeehr genossen, einfach dazusitzen, mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen und gar nichts zu tun als mich an meinem Leben zu erfreuen.
Und das Allerschönste ist, dass für die kommenden Tage auch blauer Himmel und bis zu 20 Grad angesagt sind! 🙂
Da sollte es doch auch möglich sein, auf der Terrasse zu Mittag zu essen.
Sonntag zum Mittagessen besucht uns die Tochter des Meinigen mit ihrem Freund und da wäre es auch nett, wenn wir die Stunden draußen verbringen könnten.

Und so geht heute ein wunderbar entspannter Tag langsam zu Ende.

Ich wünsche euch noch einen angenehmen Abend!
Eure Patentsocke

44. Text_Bunt, bunter, am buntesten

Standard

Liebe Blogbesucher!

Nach dem gestrigen Tag mit seinen vielen schönen und bereichernden Momenten war heute wieder ein ruhiger Tag.

Begonnen hat er am Vormittag mit dem Spitalsbesuch, bei dem nach der regulären Bestrahlung die Einstellungen für die nun kommenden fünf Boost-Bestrahlungen vorgenommen wurden. Dazu wird auf das Bestrahlungsgerät ein sogenannter Tubus aufgesetzt, das ist so ein Metallrohr, das direkt über meiner OP-Narbe (also der Stelle, an der der Tumor saß) auf meiner Haut mit leichtem Druck aufsetzt. Dieser Tubus bewirkt, dass die Strahlen konzentriert in das Areal eintreten, in dem der Tumor saß. Und damit dieser Tubus immer korrekt auf derselben Stelle aufsetzt, habe ich jetzt zu meinen grünen, blauen und schwarzen Strichen und Kreuzen jetzt auch noch einen knallroten Kreis, der meine OP-Narbe umfasst.
Ich denke, ich kann mich demnächst bei einer Spielwarenfabrik als lebendes Spielbrett bewerben. 😉

Von meiner Krankenkasse fand ich heute eine „Einladung“ zur amtsärztlichen Kontrolle für kommende Woche vor – die wollen sich überzeugen, dass der Krankenstand wirklich berechtigt ist.
Ich soll Befunde mitnehmen – ok, aber von meinen Bestrahlungsterminen habe ich keinen „Befund“, nur die Ambulanzkarte, aus der nur hervorgeht, dass ich seit Anfang Februar bestellt bin, aber da steht auch nicht, wie viele Bestrahlungen ich bekomme.
Werde morgen zur Sicherheit in der Radioonkologie nachfragen, ob die mir irgendwas Schriftliches geben können, das ich vorweisen kann.
Ich weiß, es ist blöd, aber irgendwie macht mir diese Termin doch ein wenig  „Bauchschmerzen“.

In der Achselhöhle auf der Seite, wo ich die Narbe von der Wächterlymphknotenentfernung habe, ist heute so ein komisch ziehendes Gefühl.

Aber ich bin nicht mehr so antriebslos wie am Montag!
So könnte es von mir aus gerne bleiben. 🙂

Liebe Grüße!
Eure Patentsocke

43. Text_Dienstagswohlgefühl

Standard

Liebe Blogbesucher!

Nach dem gestrigen Tag, der für mich sehr schlimm war, weil ich sowas von zu nichts zu gebrauchen war, mich so schlapp fühlte … merke gerade, dass ich das mit Worten gar nicht ausdrücken kann, wie es mir gestern ging …, geht es mir heute viel besser. 🙂
Schon gestern am frühen Abend war es dann plötzlich so, als ob jemand eine schwere Decke von mir wegheben würde und ich fühlte mich wesentlich wohler, ausgeruhter, frischer.
Kleintochter kam erst am Abend aus der Schule und da ich sie nach ihrer Ankunft vom Skikurs nur kurze Zeit auf dem Parkplatz gesehen hatte, um sie zu begrüßen und um ihren Koffer mitnehmen zu können, damit ich ihr Gewand schon mal waschen kann, denn das Rückkehrwochenende war ihr Papawochenende, hatten wir gestern Zeit, ausführlicher über die Skiwoche zu plaudern.
Ist irgendwer bei dem Megasatz da oben ausgestiegen? 😉

Sie hat mir Videos am Handy gezeigt und ich habe festgestellt, dass ich froh bin, keine Lehrkraft zu sein und wusste auch, warum sie am Samstag eine heisere Stimme hatte. Der Lärmpegel in so einem Mädchenzimmer ist enorm!
Außerdem hat sie ihre Englisch-Schularbeit zurückbekommen, für die sie ganz alleine gelernt hatte. Auf meine Nachfragen, ob ich sie Vokabel abprüfen soll oder mit ihr Grammatik durchgehen soll, hatte sie immer abgewunken, dass sie das alleine machen kann.
Ich muss zugeben, dass ich ein bissel skeptisch war, wie da wohl das Ergebnis aussieht und siehe da: Kleintochter hat eine der besten 4 Arbeiten. Somit werden wir demnächst gemeinsam Eis essen gehen, was sie sich gewünscht hat, wenn sie eine 1 oder 2 bekommt.
Jedenfalls hatten wir gestern noch einen netten Abend.

*******

Für heute hatte ich mich schon vor Längerem mit meiner Freundin zu Frühstück und Museumsbesuch verabredet (war gestern noch seeeeeeehr skeptisch, ob ich das überhaupt schaffe). Gut, zum Museum sind wir nicht mehr, weil wir so viel bequatscht haben, dass wir beide gemerkt haben, dass uns das gemütlich Beeinander-Sitzen mehr taugt als aufbrechen zu müssen. So sind wir von 9 bis 14 Uhr im Lokal gesessen.
Als wir schon zum Bezahlen gerufen hatten, kam eine andere Bedienung und legte einen Reservierungszettel für 17.30 auf den Tisch und fragt mit einem Lachen, ob sich das für uns ausgeht.
Meine Freundin hat eine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin gemacht und sie arbeitet mit Menschen therapeutisch und viel im Kontext mit Traumatherapie. Somit sind unsere Gespräche auch immer sehr gehaltvoll und sie wirft oft Gedanken ein und zeigt mir neue Blickwinkel auf, sodass es immer sehr bereichernde Momente sind, die ich mit ihr verbringe.

Und jetzt am Abend kommen mal wieder alle meine Kinder zu Besuch. SohneMann mit Partnerin und meinem Enkelkind schon etwas früher, damit ich noch mit meinem Enkerl knuddeln kann, da es ab 19 Uhr ein bissel quengeliger, weil müde wird. Wir werden ein Käseraclette genießen und das Zusammensein.
Allzu spät wird es nicht werden, da alle morgen wieder aufstehen und in die Arbeit bzw. zur Schule müssen.

Gestern wäre das alles nicht möglich gewesen, aber heute freue ich mich über all diese schönen Momente.
Morgen habe ich wieder einen ruhigen Tag für mich – da kann alles möglich sein, muss aber nicht.
Je nachdem, wie es mir geht.

Euch wünsche ich auch noch einen angenehmen Dienstag!
Eure Patentsocke