297. Text_Toughe Frauen

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Liebe Blogbesucher!

Kleintochters altes Auto, das sie ihrem Freund vor einem Jahr als Führerscheinneuling um die Kosten der nötigen Reparatur abgekauft hatte, hat vor Kurzem den Geist aufgegeben.
Die Werkstatt sagt, dass die Kosten, um es wieder in Gang zu bringen und die Verkehrszulassungsplakette auch zu bekommen, so hoch sind, dass sie den Wert des Autos übersteigen.
Kleintochter hat das Auto um sehr billiges Geld inseriert und ein Interessent, der es nun ausschlachten wird, hat es gestern gekauft.
Davor musste es aber noch aus der Werkstatt weggeschafft werden.
Und da es nicht mehr alleine fahren konnte (Kupplung kaputt), musste es abgeschleppt werden.
Vorgestern erfolgte der Anruf, ob ich sie mit meinen Auto abschleppen kann.
Ich habe zugesagt.
Danach kam dann das Lampenfieber, ob wir beide das auch schaffen.
Kleintochter hat noch Abschleppseil gekauft – gleich zwei Stück – und ich denk mir noch: Sie ist aber eine Sicherheitsdenkerin – muss sie von mir haben. 😉
Treffpunkt bei der Werkstatt: Von einer viel befahrenen Straße muss ich rückwärts in eine enge Hauseinfahrt hineintauchen – grade so breit wie das Auto und ein daneben mit dem Bauch an die Karosserie anstoßender Mensch – also wirklich eng!

Ihr Auto wurde vom Mechaniker an meines gehängt – jetzt weiß ich auch, wo ich meinen Abschlepphaken im Auto habe. 😉
Und los ging es.
Raus und gleich darauf auf eine noch viel stärker befahrene 4-spurige Straße.
Die Dunkelheit setzt auch ein.
Kleintochter hat die geniale Idee, mich anzurufen und  – wir beide im Freisprechmodus – mit mir zu reden. So kann ich ihr sagen, ob wir die Kreuzung noch übersetzen oder ob ich bremse.
Es geht einige Kilometer gut und dann reißt das Seil.
Wir zwar auf der langsamsten Spur, aber mitten im Abendverkehr.
Natürlich gibt es dann einige Autofahrer, die zwar an der schon die ganze Zeit leuchtenden Warnblinkanlage ersehen können, dass hier ein Auto abgeschleppt wird, aber dennoch ihren Unmut, dass sie jetzt 2 Minuten ihrer wertvollen Zeit verlieren, mit einem Hupkonzert kundtun möchten.
Davon lassen wir uns nicht beeindrucken, holen das 2. Seil hervor, anhängen und weiter geht es.
Wieder vergehen einige Kilometer, immer konzentriert, dass das Seil gespannt bleibt, dass wir niemanden zu sehr behindern …
3 Kilometer vor dem Ziel dann an einer Abbiegekreuzung versagt der Karabinerhaken und gibt das Seil frei.
Kleintochter steht mit ihrem havarierten Auto mitten auf der Kreuzung.
Ein Mann zwängt sich mit seinem Auto an ihrem vorbei, hubt, gestikuliert, um dann neben mir stehenzubleiben, die gerade das Seil vom Boden aufklaubt, und anfängt, beim heruntergelassenen Fenster wüst zu schimpfen.
Ich hab ihn angesehen und gemeint: „Sie können sich Ihre Kräfte für Beschimpfungen sparen und diese stattdessen einsetzen, um 2 Frauen in einer Notlage behilflich zu sein.“
Ui, da war das Fenster schnell wieder oben und er fuhr weiter.

Wir haben es dann bis zum Haus von Kleintochters Freund geschafft.
Beim Einbiegen in die wirklich enge Gasse, an deren Eck auch noch ein Auto geparkt war, mussten wir einen solchen Winkel verwenden, dass Kleintochter auf das Seil fuhr: Nichts geht mehr.
Ich steige aus und versuche, das Auto herunterzuschieben, aber da es ein wenig bergauf geht, schaffe ich das nicht.
Da kommt ein nachfolgender Autofahrer zu Hilfe und taucht mit mir an.
Verabschiedet sich, fährt weiter.
Noch ein Stückchen Weg: Zentimeter für Zentimeter an dem parkenden Auto vorbeigeschoben, dann lenkt Kleintochter ihr Auto Richtung Gehsteig.
Wir bleiben stehen.
Ich schiebe sie auf der ebenen Straße noch ein Stück nach hinten.
Geschafft!
Das Auto steht abgestellt, als ob es mit eigener Motokraft eingeparkt worden wäre.

Gestern hat sie es verkauft, heute abgemeldet.
Sie meint, sie ist nicht allzu traurig, denn es wären ja auch Fixkosten, die sie sich nun erspart.

Auf meiner Heimfahrt gehe ich die letzte Stunde nochmal im Geist durch:
Alles bravourös gemeistert, nicht nervös machen lassen, Kleintochter super reagiert.
Ja, wir waren echt tough!

Es grüßt euch eine
herzensglückliche Patentsocke

 

 

 

 

296. Text_Metamorphose

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Liebe Blogbesucher!

Wie doch eine einzige Bemerkung etwas in Gang setzen kann.
Wechseljahre und Tabletteneinnahme haben bewirkt, dass ich (zu) viel Fett auf den Rippen habe.

Ich mag schon an keinem Spiegel mehr vorbeigehen, habe keine Freude beim Kleiderkauf, da mich die Kleidergröße, die ich wählen muss, frustriert.
Seit Monaten schwanke ich zwischen: „Ich gefalle mir gar nicht“ und „Was zählt, sind die inneren Werte“, „Die Tabletten lagern nun mal Wasser ein, wenn ich sie nicht einnehme, wäre ich dann bald sehr schlank, weil nur mehr totes Gerippe“ …

Nun haben Herzensglück und ich ja bereits mit Yogalates eine Bewegungsaktion gesetzt. Und die lässt uns merken, dass unsere Beweglichkeit sehr …. naja ist.
Dabei bin ich ohnehin noch ein Gummimensch, denn ich kann im Sitzen bei gestreckten Beinen meine Zehen umfassen, im Stehen komme ich bei gebeugtem Rücken mit den Handflächen auf den Boden …
Aber ich bemerke bei einigen Übungen, dass einfach der Bauch im Weg ist.

Und dann kam der Fernsehabend letzten Donnerstag, bei dem Herzensglück beim Erscheinen einer Schauspielerin als Studiogast meinte: „Das ist schon eine sehr schöne Frau“.
Ich war echt sprachlos, denn ich finde die Frau aussehensmäßig jetzt nicht gerade den Burner, aber Geschmäcker sind halt verschieden.
Ich habe mich zu ihm gewandt und gesagt: „Das schockiert mich jetzt echt. DIE gefällt dir?“
Herzensglück: „Na die hat schon eine tolle Figur“.

Rums …. und in mir zerbrachen alle mühsam hochgehaltenen Argumente, warum ich halt so aussehe, wie ich aussehe.
Und plötzlich ging es nicht nur um meine zu viel vorhandenen Fettreserven, sondern auch um meine hässlich eingezogene Narbe auf der Brust und dass die operierte Brust überhaupt durch die Bestrahlung nun sichtbar kleiner ist als die andere.
Eine Nacht lang kämpfte ich mit mir, kämpfte mit allen abwertenden, negativen, frustrierenden Gedanken.
Am Morgen, als Herzensglück mich wie immer in den Arm nehmen wollte, damit wir so noch  – mein Kopf auf seiner Brust – ein wenig in den Tag hineinkuscheln, brach es aus mir heraus.
Ich fing haltlos zu weinen an, für allen Frust war Tür und Tor geöffnet.
Ich sprach schluchzend laut aus, dass ich meinen Körper nicht mehr mag.
Dass ich, als ich einmal das Statement einer Frau mit Brustkrebsnarbe las „Ich bin stolz darauf, denn sie zeigt, dass ich überlebt habe“,  mir diese Sichtweise zu eigen machen wollte.
Aber dass ich sie ganz innen drinnen einfach nur hässlich finde.
Dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich mit meinem Körper umgehen soll.
Versuche ich weniger zu essen (Der Grundumsatz ändert sich  im Wechsel: OT Gynäkologe), werde ich zittrig, fahrig, unkonzentriert und launisch.
Versuche ich es mit Laufen, lässt mein leichtes Asthma mich schnell kurzatmig werden.
Gedanken an „Dort gehen wir zu Fuß hin“ lassen mich erschaudern, weil ich weiß, dass ich einige Hitzeanfälle auf dem Weg habe und am Ziel durchschwitzt bin und das Gefühl habe, zu stinken.
Ich weiß einfach nicht, wo ich ansetzen kann.
Ich bin unglücklich mit meinem Aussehen.

Herzensglück nahm mich in den Arm und meinte, das er mich liebt wie ich bin.
Und ja, wir haben beide an Gewicht zugelegt und wir haben ja schon angefangen, etwas mehr Beweglichkeit in unseren Alltag zu bekommen.
Er fragte, wie er mich unterstützen kann, denn er fühle sich gerade so hilflos.

Und dann kommt das Thema auf, das wir schon einige Male angesprochen haben, aber nie in die Tat umsetzten: Fitness trainieren im Studio.
Kleintochter geht dort schon seit 1,5 Jahren hin, versuchte immer, uns zu motivieren, bot mir sogar an, dass ich mitgehen könnte, wenn sie einen Gratisgutschein bekommen hatte.
Und dann haben wir einfach Nägel mit Köpfen gemacht und sind zu dem Studio hingegangen, Tagestraining machen (die Kosten bekommt man zurück, wenn man Mitglied wird) und uns einen Eindruck verschaffen, ob uns das taugt.
Ich mag keine Studios, in denen die gertenschlanken Mädels einen mit schiefem Blick beäugen, wenn man nicht mit Modelfigut ausgestattet trainiert, ich mag keine bizepsgestählten Männer, die ständig in den Spiegel schauen, ob der Muskel eh genug hervortritt.
Ich will „Normalos“ wie mich.
Und genau das Publikum ist dort.
Die ganze Atmosphäre ist angenehm: sauber, moderne Geräte, wenige Leute, Einrichtung reduziert auf das Notwendigste …. und günstig.
Herzensglück und ich waren nun bereits 2 Mal dort (von zu Hause sind wir in 6 Gehminuten vor Ort), wir machen Cardiotraining und Krafttraining an den Geräten.
Wir merken schon, dass die Musklen beansprucht werden, weil sie sich so 1–2 Tage später melden, aber kein Muskelkater.
Kleintochter freut sich, da sie ab und zu mit uns trainieren gehen kann.
Sie gab uns auch Tipps (sie ist ja professionell im Badmintonverband) zum richtigen Trainingsaufbau und -ablauf.

Und es ist ein zufriedenstellendes Gefühl, wenn ich dort nach 90 Minuten hinausgehe und weiß: Ich hab etwas für mich getan!

So hat das abolute Frusttief mit dem schonungslosen Blick auf das, was mich stört, dazu geführt, dass ich etwas an dem ändere, an dem ich etwas ändern kann.
Ich habe mich und meine Situation angenommen, wie sie gerade sind, und bin aktiv geworden.

Liebe Grüße von einer herzensglücklichen
Patentsocke

295. Text_Wohlfühltage

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Liebe Blogbesucher!

Herzensglück hatte mir zum Geburtstag einen Gutschein für den Aufenthalt in einem Thermenhotel geschenkt, dem ein spezieller Spa-Bereich angeschlossen ist.
Da im Arrangement auch ein Frühstück bis 11 Uhr am Anreisetag direkt im Spa beinhaltet war, tranken wir zu Hause nur Kaffee, teilten uns miteinander ein kleines Kuchenstück und fuhren los.
Im Thermenhotel angekommen, wurden wir mit Badetasche mit Bademantel, Flip Flops, Handtüchern und viel Information ausgestattet.
Das Zimmer war erst ab dem Nachmittag bezugsfertig.
In der Tagesgarderobe zogen wir uns um und steuerten den Spa-Bereich an. Dort war schon eine Doppelliege für uns reserviert, die mit halbtransparenten Vorhängen umgeben war, was für Intimität sorgte.
Die haben wir in Besitz genommen und haben das Frühstück angesteuert, das wirklich sehr reichhaltig und gut war.
Auf dem Weg zurück zur Liege haben wir erkundet, wo die Angebote wie Dampfbad, Saunarium, Sauna, Pools sind.
Wir beschlossen, das Wasserbecken mit 34,5 Grad warmem Wasser als erstes anzusteuern. Im großen Innenbereich drehten wir ein paar Runden, schwammen durch eine Regenwand, bevor wir direkt ins Freie schwammen.
So herrlich, im dampfenden Wasser mit Blick auf herbstlich bunte Bäume vor blauem Himmel einfach im Wasser zu treiben oder auf der Sitzfläche, bedeckt mit warmem Wasser bis zu den Schultern, auszuruhen.
Wir verbrachten den Tag damit, auch das Solebecken zu genießen, Herzensglück gönnte sich einen Saunaufguss mit Salz-Peeling und ich inzwischen das für meinen Kreislauf verträglichere Saunarium. Danach war ich auch noch im Dampfbad.
Dazwischen lesen, auf dem bereitgestellten Tablet surfen, ein bissel dösen.
Am Nachmittag gab es auch noch Kuchen mit Kaffee und gegen 18 Uhr brachen wir auf, um unser Zimmer zu beziehen.
Im Gesamtpaket war auch ein fünfgängiges Abendessen enthalten, das wirklich sehr, sehr gut war.
Am nächsten Tag gab es ein großes Frühstückbuffet und danach gönnten wir uns noch ein paar Stunden im Hotelspa. Auch dieser offerierte einen Innenpool und im Saunabereich einen Außenpool und diverse Sanuakammern und ein Dampfbad.
Wir blieben bis am frühen Nachmittag.
Danach ging es nach Hause, da wir mit der Familie zum Abendessen verabredet waren. Das war wieder sehr gemütlich.
Samstag machte ich wie jeden Samstag meine Sozialbegleitung und konnte mich wieder daran erfreuen, dass mein Klient so viel Vertrauen zu mir hat, dass wir miteinander Spaß haben und wie ich immer wieder neue Blickwinkel durch seine Art, das Leben zu bewältigen, bekomme.
Abends kamen Freunde von uns zu Besuch und wir kochten gemeinsam typische Speisen eines Bundeslandes. Da wurde es in unsere Küche ganz schön eng, wenn 4 Personen gleichzeitig werken. Aber es machte sehr viel Spaß.
Nach Mitternacht endete das Beisammensein.
Der Sonntag gehörte dann ganz uns und dem Faulsein. Als die Sonne durch den Hochnebel brach, arbeitete ich auch ein wenig im Garten.

Am Abend im Bett ließen wir noch Arm in Arm liegend die vergangenen Tage Revue passieren und freuten uns über die schönen Momente, die wir miteinander verbracht haben.

Es grüßt euch eine herzensglückliche
Patentsocke

294. Text_Ein Sonntag, der es in sich hatte

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Liebe Blogbesucher!

Wir hatten gestern einen Enkelkindersonntag mit einem bald 8-jährigen Kind und einem mit 4 dreiviertel Jahren.
Da das Wetter für einen Ausflug auf einen Berg mit Auffahrt per 4er-Sessellift und dann Wanderung am Berg zu verschiedenen für Kinder attraktive Stationen aufgrund der Temperaturen nicht stattfinden konnte,
haben wir Plan B ins Auge gefasst und wollten eine Burg und einen Reptilienzoo besuchen.
Am Nachmittag dann Kino in der Stadt, die nahe dem Heimatort von Sohn, Schwiegertochter und den Kindern liegt.

Zum Frühstück waren wir bei meinem Sohn und Frau eingeladen, Schwiegertochters Mutter war auch da und so war es eine nette Frühstücksrunde.

Gegen 10.15 fuhren wir los, 40 Minuten später waren wir bei der Burg … und mit uns gaaaaaaanz viele andere Menschen und damit kein Parkplatz mehr verfügbar.
Auf dem Hinweg war uns in einem kleinen Ort am Hauptplatz ein Feuerwehrfest aufgefallen.
Also mal dorthin zurück und Herzensglück träumte davon, dass es dort für die Kinder Karussell und andere Attraktionen gibt.
Nun ja, das war halt ein kleiner Ort.
Und so standen dort 3 Feuerwehrautos herum, ein Rettungsfahrzeug und eine Hupfburg.
Wir gingen ins Zelt, weil das ältere Kind meinte, es hätte ein bisschen Hunger, und sind mitten in einem dörflichen Oktoberfest gelandet.
Die Dorfbewohner hatten sich mehrheitlich in Trachten geschmissen, auf einer kleinen Bühne saß ein Orchester und hat sehr laut Musik von der Art Musik produziert, die Herzensglück und ich so gar nicht hören, und ab und zu wurde ein Witz zum besten gegeben, die alle schon ewig lange Bärte hatten.
Natürlich wurden wir misstrauisch beäugt, weil wir waren bestimmt die einzigen „Fremden“ in dem ganzen Zelt.
Die Kinder wollten Pommes und Cola, Herzensglück nahm Weißwurst mit Laugenbrezel und ich war vom Frühstück noch satt.
Dann haben wir noch die Feuerwehrautos begutachtet, die Kinder durften hinein und dann haben wir beim Rot-Kreuz-Tisch noch diverse Geschenke abgeräumt.
Telefonat mit Sohn mit der Frage, was wir in der Gegend noch unternehmen könnten, das für Kinder geeignet ist, erbrachte, dass es eigentlich nix mehr gibt.
Bis zum Kinofilmbeginn waren es noch 2 Stunden.
Da mittlerweile die Sonne ein bissel rausgekommen ist, haben wir beschlossen, den Spielplatz in der Stadt, wo auch das Kino steht, anzusteuern (dank google haben wir in Erfahrung gebracht, dass es den gibt).
Wir sehen einen Parkplatz, Herzensglück schiebt zurück und trotzdem das Auto schon wie verrückt gepipst hat (macht es bei Hindernissen) und die Rückfahrkamera alles im hinteren Bereich des Autos anzeigte, hat es Rums gemacht, weil ein Baum „im Weg stand“.
Herzensglück meinte nach Besichtigung der „Kontaktstelle“, dass die schwarzen Fahrer auf dem weißen Lack nur Farbe der Rinde sind, die man mit Wasser bestimmt wegbekommt, er habe das mit Spucke schon ausprobiert.
Delle ist keine zu sehen.
Das Experiment mit dem Wasser hab ich noch nicht gemacht, kann daher noch nichts dazu berichten.

Der Spielplatz war dafür ein Highlight für die Kinder … wegen der dort zu Tausenden herumliegenden Kastanien, die mehr Begeisterung auslösten als die Spielgeräte.
Nach einer guten halben Stunde sind wir dann mit einem vollen Stoffsackerl (gut, dass ich so eines immer in der Handtasche habe) aufgebrochen.

Das Kino nach 10 Minuten erreicht, Tickets kaufen, große Packung Popcorn, großes Cola Zero gegen Bezahlung von 45,50 EUR erworben.
Auf dem Weg zum Saal schau ich auf die Karten und bemerke, wir haben für den falschen Film Karten bekommen.
Also ich wieder zurück zur Kassa, für den „richtigen“ Film Karten bekommen, mich noch erinnert, dass auf der Homepage stand, dass er in Saal 3 gespielt wird, dort reingegangen, wir die einzigen Menschen.
Dafür, dass der Film in 7 Minuten beginnt und laut Kassadame schon 50 Karten verkauft sind, ist das erstaunlich.
Dann haben wir doch mitbekommen, dass der Film wohl nicht in diesem Saal gezeigt wird, ich also ohne Brille auf die Karte geblickt und sage: Saal 1.
Also Saal 1 angesteuert, dort lief schon ein Film, also alles dunkel, wir finden die Plätze nicht, stehen zwischen Zusehern und Leinwand, werfen Schatten auf das Geschehen auf der Leinwand, nehmen dann irgendwelche Plätze und bemerken, dass wir im falschen Kinderfilm sitzen.
Also wieder raus – jedes Mal 2 Kinder, große Popcorn, großes Cola, 2 Kinderjacken, 2 Kinderhauben, meine Jacke und eine Sitzplatzerhöhung für das jüngere Kind schnappen.
Als wir endlich im richtigen Kinosaal sitzen, beginnen die Kinder die Popcorn zu mampfen und fragen, wo wir das Trinken haben.
Ich schaue zu Herzensglück, der den 1-Liter-Trinkbecher nach dem Kauf geschnappt hatte, und erfahre, dass sich der Becher beim Umziehen von einem Saal in den nächsten aufgelöst hat und er ihn weggeschmissen hat.
Großes gesalzenes Popcorn und 2 Kinder ohne Getränk in einem über 1,5 Stunden laufenden Film ist ein Ding der Unmöglichkeit, ich also wieder hinaus und neues Getränk gekauft.
Der Film war dann sehr nett, auch das jüngere Kind hielt durch.

Als wir vom Kino wegfahren, um die Kinder nach Hause zu bringen, tappt Herzensglück in eine Radarfalle und muss Strafe zahlen.

Ich hätte mir wirklich dringend einen Reset-Knopf für diesen Tag gewünscht.

Aber den Kindern hat es gefallen, obwohl wir improvisieren mussten und wir hatten Spaß mit ihnen  – abgesehen von den Unliebsamkeiten, die passierten.

293. Text_ Puuuuuuuuh

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Gestern war sie also: unsere erste Einheit (50 Minuten) Yogalates.
Ich fühlte mich beim Heimkommen nicht besonders: Die Nase kitzelte (ich hatte untertags auch einige Male geniest), der Rachen war ein wenig rau, der Kopf schmerzte.
Aber ich wollte nicht schon beim 1. Mal aussetzen, also ein Aspirin genommen und beschlossen, dass wir nicht zu Fuß gehen, sondern mit dem Auto fahren. Vor allem angesichts der Tatsache, dass wir dann verschwitzt nach Hause gehen müssen und das vielleicht nicht so optimal ist.
Damit der Magen nicht belastet ist, haben Herzensglück und ich 2 Stunden vor der Einheit einen Basisbrei mit Milch angerührt. Diesen habe ich mit Sonnenblumenkernen, Cranberrys, Kokosraspeln verfeinert. Obenauf gaben wir noch Himbeeren und gesüßt wurde dezent mit Ahornsirup.
Eine halbe Stunde vor Beginn machten wir uns auf den Weg, mittlerweile hatte mich das Aspirin kopfschmerzfrei gemacht.
In der Garderobe ins Sportgewand und dann den Bewegungsraum aufgesucht – oh, eine große Spiegelwand – ich mag das ja gar nicht, wenn ich mich da selber ständig darin sehe.
Drei Frauen und ein Mann waren bereits im Raum, Herzensglück und ich suchten uns ein Plätzchen und dann warteten wir alle. Immer wieder ein Blick auf die Uhr, die Zeiger schritten voran und vom Trainer war nichts zu sehen. Ah, darum steht in der Beschreibung des Kurses, dass dies zu Balance und Gelassenheit verhilft. 😉

Mit fast 10-minütiger Verspätung kommt unser Trainer: ein drahtiger, muskulöser Mann. Und es geht los.

Wir kreisen mit dem Kopf, dehnen unsere Finger, strecken den Rücken …
Mir geht die Bemerkung einer Kollegin durch den Kopf: „Yogalates, das hab ich voriges Jahr mal gemacht. War ganz schön anstrengend“.
Noch merke ich nichts davon, es fühlt sich gut an, den Körper so zu strecken und zu dehnen.
Und langsam merke ich meine Rückenmuskeln – dabei hab ich doch gar keine „großartigen“ Bewegungen gemacht.
Und langsam wird mir warm.
Und dann beginnt der anstrengende Teil – vor allem, wenn man nicht geübt ist.
Meine Beweglichkeit (das hat meine Mutter immer verblüfft, dass ich so unsportlich bin und dabei so beweglich) unterstützt mich bei einigen Übungen, ein Blick zu Seite zeigt mir Herzensglück mit rotem Kopf und Schweißperlen im Gesicht.
Auch mir rinnt alsbald der Schweiß herunter – und beim Trainer sieht das alles so easy aus.
Körperspannung ist das Zauberwort – aber womit soll ich die schaffen, wenn die Muskeln nur rudimentär vorhanden sind?
Die Phase des Cooling Down ist angenehm.

Es war anstrengend, aber wir spüren eine Zufriedenheit, etwas für  unseren Körper getan zu haben.

Und heute geht es am Abend weiter mit der geistigen Fitness: Unser Italienisch-Kurs startet.

Liebe Grüße von eurer
herzensglücklichen – und bald körperfitten –
Patentsocke

292. Text_Im Frühtau zu Berge wir ziehn …

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Liebe Blogbesucher!

Etwas für die körperliche Fitness tun und – wie sich im Lauf des Tages herausstellt – auch für die seelische.

Die Wettervorhersage prohezeit für Samstag ein traumhaftes Spätsommerwetter und so beschließen Herzensglück und ich, unser Vorhaben, einen Hausberg vor den Toren unserer Heimatstadt zu bewandern, in die Tat umzusetzen.
Tagwache wird um 6 Uhr sein, also empfiehlt es sich, die 7 Sachen schon am Vortag zu packen.
Dabei fällt uns auf, dass wir eigentlich keine geeigneten Wanderrucksäcke haben. Also noch schnell in ein Sportgeschäft gefahren und zwei Rucksäcke erstanden.
Samstag 6 Uhr läutet der Wecker, ins Wandergewand geschlüpft, einen schnellen Kaffee mit Kipferl gefrühstückt und los geht es.
Da der Verkehr noch sehr wenig ist, sind wir in 60 Minuten an der Talstation der Gondel.
Herzensglück hatte bereits online die Berg- und Talfahrt gebucht. Eigentlich haben wir Plätze in der Gondel um 8.30 reserviert, aber die 1. Gondel auf den Berg um 8 Uhr hat noch freie Plätze und so starten wir gleich los.
In 8 Minuten bringt uns die Seilbahn auf das Hochplateau des Berges.
Wenn man nun denkt, „Hochplateau, das wird ein ebenerdig dahinlaufender Wandertag“, dann irrt man gewaltig.
Auf 1.545 Metern angekommen, begrüßt uns strahlender Sonnenschein, frische Luft und herrliche Stille. Die etwa 25 Wanderer, die mit uns heraufgekommen sind, verteilen sich auf die diversen Wanderwege und wir haben jenen zu einem Aussichtspunkt ganz für uns alleine.
Die Pflanzen im Schatten am Wegesrand sind noch im nächtlichen Frost erstarrt, Vögel zwistchern, es ist windstill und mein Herz lacht.
Am Aussichtspunkt blicken wir in ein felsiges Tal und auf den berühmten Nachbarberg.
Wir schlagen einen Weg zu einer unbewirtschafteten Hütte auf 1.477 Meter Höhe ein. Also geht es bergab durch einen verzaubert wirkenden Wald. Die Bäume haben Moos auf ihren Ästen und Stämmen, bemooste Steine liegen im Grün des Waldbodens und vereinzelt sprießen Pilze. Und ich merke: Meine Seele ist glücklich.
Dann erreichen wir eine Wegkreuzung, an der es zu unserem Ziel des heutigen Tages bergauf geht, da die Hütte in 1.648 Metern Höhe liegt. Ich schnaufe ganz schön und muss immer wieder rasten.
Mein leichtes Asthma (nicht so schlimm, dass man es therapieren müsste) macht sich bei der Anstrengung des Bergaufgehens bemerkbar. Ich scherze, dass ich 1.000 kleine Chinesen auf den Lungenflügeln mitschleppe und bei jeder Rast gebe ich 100 von ihnen die Chance abzuspringen. Nach 2,5 Stunden erreichen wir die Hütte. Die Tische, die vor ihr in der Sonne stehen sind bis auf einen alle noch frei. Das ändert sich in den nächsten 60 Minuten, in denen wir dort rasten, rasch und als wir aufbrechen, freut sich eine Familie über die frei werdenden Plätze.
Es geht wieder bergauf, da wir zum Kamm wollen, entlang dem wir zur Bergstation der Seilbahn wandern wollen.
Auf diesem Weg sind schon sehr viele Wanderer und ich sehne mich ein wenig nach dem einsamen Waldweg vom Morgen zurück.
Wir erleben Kleinkinder, die in der Trage sitzend dem Vater ihre Fäuste in den Rücken trommeln und ihm ihre volle Abneigung gegen solch einen Ausflug laut ins Ohr brüllen. Väter, die ihre weinenden Kinder hinter sich herziehen.
Da bin ich doch froh, dass diese Zeiten hinter mir liegen.
Wir erreichen eine weitere Hütte, wollen gerne im Freien ein Getränk, aber die Menschenmassen vergraulen uns und so lagern wir etwas abseits auf der Almwiese und verzehren unseren Proviant.
Noch einmal 20 Minuten und wir erreichen die Bergstation.
Wie es der Zufall so will, ist in der nächsten Gondel Platz frei, sodass wir direkt ins Tal abfahren können (unsere gebuchte Gondel wäre 60 Minuten später gefahren).
Auf der Heimfahrt, als unsere Muskeln kälter werden, merken wir die Anstrengung und ich wusste gar nicht, dass ich so viele Knochen und Muskeln im Körper habe.
Zufrieden und rechtschaffen müde klang dann der Tag auf dem Sofa aus.

Und morgen geht es mit unserem Yogalates-Kurs los.

Es grüßt euch
eure herzensglückliche Patentsocke

 

Hier ein paar Impressionen

bty

Auf den Berg

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Blick zum Nachbarberg

bty

Morgenfrost

bty

Bergblick

 

291. Text_geistiges, seelisches und körperliches Fitnessprogramm

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„Wir sollten etwas für unsere Gehirnleistung tun“, sagte Herzensglück im Sommer.
Da erst wenige Tage zuvor das gedruckte Programm der VHS eingetrudelt war,
stecken wir gleich die Köpfe darüber und machen uns schlau.
„Ein Sprachkurs wäre gut“, meint Herzensglück.
Ich hab ja voriges Jahr meine Französischkenntnisse in der VHS aufpoliert und war sehr zufrieden mit dem Niveau des Unterrichts, also nicke ich zustimmend.
„Es sollte eine Sprache sein, bei der wir vom selben Level starten“,  sage ich.
„Spanisch oder Italienisch?“, wirft Herzensglück in die Überlegungen ein.
„Hmmmm …“ vor meinem geistigen Auge taucht unser Urlaub in der Toskana auf … von Spanien hab ich kein Erinnerungsbild in meinem Speicher.
„Machen wir Italienisch“, schlage ich vor.
Herzensglück ist einverstanden.
Also gehen wir ab Ende September ein Mal die Woche am Abend in den Italienisch-Kurs.

„Wir liegen zu viel auf dem Sofa herum und machen zu wenig Bewegung“, grummelt Herzensglück vorige Woche vor sich hin.
Ich stimme ihm zu, der Gedanke, etwas für meinen Körper zu tun, kreist schon seit einiger Zeit in meinem Kopf herum.

Also haben wir das VHS-Programm wieder hervorgeholt und unsere Köpfe diesmal über der Rubrik „Gesundheit/Bewegung“ zusammengesteckt.
Herzensglück markiert mit gelbem Leuchtstift die Kurse, die uns ansprechen.
„Ich mag keinen Kurs, in dem die Tussen rumtanzen und auch keinen, in dem wir den Altersdurchschnitt extrem senken“, sagt Herzensglück.
Also scheiden Zumba, Bodystyling, Rücken fit für 60+ schon mal aus. 😉

Es bleiben ein paar Kurse über, leider finden zwei davon an dislozierten Standorten statt und müssten von uns mit dem Auto oder den Öffis angefahren werden.
Ein Kurs ist leider schon ausgebucht, also bleibt noch Yogalates.
Der Trainer heißt Konstantin – also ist Herzensglück zumindest nicht der einzige Mann. 🙂

Der Kurs findet am Standort statt, an dem wir auch Italienisch lernen.
Das ist gut, denn wir wollen den Hin- und Rückweg gleich als Bewegungsprogramm nutzen und zu Fuß gehen.

So gönnen wir nun unserem Geist und unserem Körper an zwei Abenden der Woche Fitness. Wohlfühlfitness.

Als ich Bedenken äußere, weil das schon auch Stress bedeuten kann, wenn ich spät aus der Arbeit wegkomme und wenn doch so viele andere Handgriffe im Haushalt zu tun sind, sagt Herzensglück:
„Du kannst es auch als die Zeit sehen, in der du etwas für dich tust.
Nicht als Stress, sondern als Auszeit, als Zeit, die ganz alleine dir zur Verfügung steht.“

Ich lasse mir seine Worte durch den Kopf gehen.
Es liegt wirklich an mir, wie ich meine Lebenszeit gestalte.
Dann liegt die Wäsche eben ein paar Tage länger in der Truhe und ich werde Herzensglücks schon öfter geäußertes Angebot „Ich kann ja meine Wäsche selber bügeln“, ganz einfach annehmen.
Ich muss nicht bis zum letzten Drücker in der Arbeit bleiben und dann nach Hause und zum Kurs hetzen, sondern an diesen beiden Tagen ganz bewusst pünktlich aus der Arbeit aufbrechen. Es ist ja immer mein eigener Perfektionsanspruch, dass ich das alles erledigen möchte, damit die Kollegen schnell zu ihren Sachen kommen.
Dabei habe ich ja schon oft erlebt, dass sie selbst oft gar nicht mehr im Haus sind und es vollkommen reicht, wenn ich ihnen das am nächsten Tag zur Verfügung stelle.
Und da habe ich gleich weitergedacht und noch ein paar Schräubchen gefunden, an denen ich drehen kann … und werde:
Mittagspause steht mir zu. 30 Minuten für mich.
Und auch im größten Stress werde ich nicht das Semmerl neben der Arbeit runterschlingen, sondern mir bewusst diese 30 Minuten gönnen.
Ich werde nicht mehr so viel in meinen Tag packen. Immer mit dem Gedanken „Wenn du das erledigt hast, dann kannst du kurz mal durchschnaufen““. Und kaum bin ich mit der einen Sache fertig, taucht schon die nächste auf … und damit beginnt sich das Karussel zu drehen.
Nun also auch die seelische Fitness – meinem Geist Ruhe gönnen, meiner Seele Gutes tun, indem ich weg vom Arbeitsplatz gehe, raus in das (bisschen) Grün. Abstand gewinnen.
Öfter „Nein“ sagen.

Geistige, seelische und körperliche Fitness!
Das klingt gut!

Liebe Grüße von eurer
herzensglücklichen Patentsocke