332. Text_Gewohnheiten

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Liebe Blogbesucher!

Als im März 2020 der erste Lockdown war und ich erstmals in meinem Berufsleben im Homeoffice, habe ich es ganz bewusst genossen, in der Früh nach dem Frühstück auf die Terrasse zu gehen, einen tiefen Atemzug zu machen und es als angenehm zu empfinden, nicht sofort nach den nötigen Handgriffen Anziehen und Körperpflege ins Auto zu springen und 16 Kilometer zur Arbeitsstelle zu fahren, sondern Zeit zu haben, mich an den Sonnenstrahlen zu erfreuen, die ersten Pflänzchen nach der langen Winterpause sprießen zu sehen.
Ich habe bewusst die „geschenkte“ Zeit genutzt, um innezuhalten.

Nun bin ich seit 7 Monaten erneut im Homeoffice und es ist Gewohnheit geworden, nicht in die Arbeit fahren zu müssen.
Aber ich habe „verlernt“, das Neue, das Entstresste wirklich bewusst wahrzunehmen.

Die Routine hat sich breitgemacht: aufstehen, Körperpflege, Frühstück machen, in den 1. Stock ins Arbeitzimmer gehen, Computer einschalten … arbeiten.

Und heute war dieser Gedanke plötzlich wieder da, wie ich es voriges Jahr genossen habe, dass ich hinausgegangen bin, dass ich Energie gesammelt habe.
Und ich trat hinaus, spürte die Sonnenstrahlen, atmete die noch frische Morgenluft ein, hörte die Vögel zwitschern, sah die blühenden Blumen und Sträucher.

Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass ich mir im HO viel weniger Pausen gönne.
Im Büro stand ich immer wieder auf, plauderte mit Kollegen, ging mittags mit einer Kollegin Mittagessen besorgen.

Lag es daran, dass man mit dem Einbuchen ins System das Gefühl hatte „Ich bin nachweislich in der Arbeit“ und im HO sorgt man für dieses Gefühl, indem man ständig hinter dem Kastel sitzt?
An der Schraube muss ich noch drehen.
Noch dazu in meiner Situation. Denn was kann mir noch passieren als die Aussicht, am Ende des Jahres keinen Job mehr zu haben?

Auch im Privatleben ist immer wieder spürbar, wie selbstverständlich wir früher Familientreffen genommen haben, Termine, die mit Freunden ausgemacht wurden, haben gehalten, so nicht jemand krank wurde.
Jetzt hanteln wir uns von einem Lockdown zum nächsten.
Wenn man sich heutzutage bei einem Treffen verabschiedet, weiß man nicht sicher, wann man einander wieder sehen kann.
Es war Gewohnheit, Freunde oder Familie zu treffen, in ein Lokal zu gehen, bei einem Wochenendausflug irgendwo einzukehren, eine Reise zu planen.
Es war selbstverständlich.
Wird diese Gewohnheit je wiederkehren oder werden wir mit neuen Gewohnheiten leben und uns an das „alte Leben“ nicht mehr erinnern?









331. Text_Frühlingserwachen

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Liebe Blogbesucher!

In den letzten Tagen hat der Frühling Einzug gehalten.

Allerorten beginnen die Obstbäume zu blühen, Narzissen, Krokusse lösen die Schneeglöckchen ab.

Das Gras wird grüner, die Luft lauer und die Sonnenstrahlen sind stärker.
Neues Leben, Neubeginn.

Auch in mir merke ich einen Aufbruch, eine positive Grundstimmung.

Zwar ist keine meiner Bewerbungen in einer neuen Anstellung gemündet und dennoch fühle ich mich befreiter.
Ich kann wieder im Garten sein, meine Hände in die Erde stecken, neue Pflanzen setzen und den bereits vorhandenen beim Wachsen zusehen.
Die Natur lebt auf und auch ich lebe auf!
Im Hochbeet zeigt das Liebstöckel, dass es den Winter überlebt hat, die neu gesetzten Salatpflänzchen und das Mangold scheinen sich gut zu entwickeln.
Ich hab mir schon die Frage gestellt, ob es nicht besser gewesen wäre, ich hätte den Beruf der Gärtnerin erlernt.
Ich halte mich wirklich gerne draußen auf und bin mit Hingabe am Werk.

Letztens meinte ich zu Herzensglück, ich würde nur schnell die frisch gekauften Kräuter auf unser Regal stellen.
Als ich eine halbe Stunde später noch immer nicht im Haus zurück war, kam er heraus, lachte und meinte:
Kenne ich dich doch, du findest dir im Garten immer etwas zu tun.
Ich hatte begonnen, unsere frisch eingekauften Pflanzen an ihre Bestimmungsplätze zu stellen, um beim Einpflanzen dann nur mehr die Schaufel schwingen zu müssen.

Mein Kollektivvertrag sieht vor, dass ich mir im Ausmaß von 1/5 meiner Wochenarbeitszeit Freizeit in der Kündigungsfrist nehmen kann.
Ich hatte erst Skrupel, dies zu machen, da ich ja arbeiten möchte.
Doch nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, dass ich nur etwas in Anspruch nehme, was mir gesetzlich zusteht.
Der AG hat ja auch alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt, mit der aktuellen Situation bestmöglich für sich umzugehen. Also warum kann das nicht auch ich so machen?
So hatte ich z. B. gestern frei und da der angesagte Besuch von Kleintochter ins Wasser fiel und sich Herzensglück spontan Zeitausgleich nehmen konnte, beschlossen wir, mit dem Motorrad eine Ausfahrt zu machen.

Durch eine landschaftlich wunderschöne Strecke, die bekannt für ihre Marillen ist, zu einer Ausstellung in einer Burg. Die Ausstellung befasst sich mit dem Entdecken ferner Länder – also gingen wir auf Reisen in Zeiten, in denen das Reisen gerade nicht möglich ist.
Retour ging es wieder durch die schöne Landschaft und in einem Ort entdeckten wir Coffee to go plus Schokocremeschnitte und Cremeschnitte.
Der Lokalbesitzer kredenzte uns alles auf einem schönen Tablett, das wir zum Ufer des großen Stroms mitnehmen und dort in der prallen Sonne genießen konnten.

Es war wirklich ein herrlich schöner Tag!

Aufgrund meiner ehrenamtlichen Tätigkeit bekam ich von der Institution, bei der ich mitarbeite, die Möglichkeit, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

So habe ich meine 1. Teilimpfung bereits mit Moderna erhalten, die 2. folgt Mitte April.
Am Tag nach der Impfung hatte ich Kopfschmerzen und etwa 4 Tage danach fühlte ich mich abgeschlagen.
Seitdem ging es mir wieder gut.
Doch seit heute gehöre ich zu den 0,8 % der Menschen, die nach abgeklungener Impfreaktion an der Impfstelle erneut Rötung und Juckreiz haben.
Nun ja, das wird auch vergehen.

Die nächsten Tage werden laut Wettervorhersage nicht mehr ganz so frühlingsschön sein, aber ich lasse mich nicht verdrießen.
Ich hab genug zu lesen und kann ja inzwischen in Gartenmagazinen schmökern.

Es grüßt euch eine frühlingsfröhliche Patentsocke

Marillenblüte


330. Text_Es zerrt an den Nerven

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Liebe Blogbesucher!
Nach wie vor hat sich an der Situation nichts geändert.
Kollegin K. vom Auftraggeber hat mich heute informiert, dass mein direkt vorgesetzter Kollege bei ihr wegen der Adaptierungen des Produkts auf einen Termin drängt.
Und sie hat bei mir nachgefragt, ob irgendjemand inzwischen mit mir geredet hätte, wie es mit meinem Verbleib aussieht.
Antwort: Niemand ist an mich herangetreten und hat mit mir geredet
K. und ich haben dann noch telefoniert und sie hat wieder ihr großes Unverständnis über die Vorgangsweise ausgedrückt.
Sie wird meinen Kollegen nun informieren, dass sie keinen Termin wegen Adaptierung ausmacht, wenn nicht klar ist, ob ich mit an Bord bin.
Mich als Auftragserfüllerin können sie laut ihrem Chef nicht in den Vertrag schreiben, da sie nur eine Leistung beauftragen können, aber dem Auftraggnehmer (= meiner GF) nicht vorschreiben können, wer den Auftrag zu erfüllen hat.
Das ist ja auch verständlich.
Aber sie kann äußern, dass es ohne mich zu keiner automatischen Verlängerung kommt, sondern das Projekt neu ausgeschrieben wird. Und solange es hier keine Bereitschaft meines Unternehmens gibt, mit mir zu reden und abzuklären, ob ich weiter an dem Projekt arbeite (kommt ja auch auf die Konditionen an, die man anbietet) und man mich wieder dabeihaben will, wird sie auch keinen Adaptierungstermin ausmachen, da das keinen Sinn macht, falls dann ein anderes Unternehmen das Projekt umsetzt.
Nun bin ich gespannt, ob sich irgendwas bewegt oder ob sich nach wie vor alle tot stellen.
Ich finde es sehr erstaunlich, mit wenig Respekt man einem Auftraggeber und einer langjährigen Mitarbeiterin gegenüber agiert.
Dazu kommt nun die Situation, dass schon etliche KollegInnen gekündigt wurden und immer mehr Personen bestrebt sind, ihr Können ins rechte Licht zu stellen. Es wird also um jede Möglichkeit konkurriert, darzustellen, wie fleißig und unentbehrlich man nicht ist.
Das macht das ganze Arbeiten auch nicht einfacher und lustvoller.
Und dann ist im allgemeinen Kalender ersichtlich, dass einige gekündigte KollegInnen sich bereits „Freizeit in der Kündigungsfrist“ (so heißt das) nehmen – ist dann als SU = Sonderurlaub angegeben.
Und das mache ich jetzt auch: Ich nehme mir Freizeit in der Kündigungsfrist.
Natürlich in Abstimmung mit meinem Projekt.

Und ich merke, wie die ganze Situation an meinen Nerven zerrt. Wie schnell ich bei kleinsten Probleme an meine Grenzen komme, wie ich manchmal einfach eine Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr sehen und hören mag.
Ich habe jetzt wieder ein Buch entdeckt, in dem auch auf die Meditationspraxis mit den Alphawellen im Kopf hingewiesen wird, und habe mich entsonnen, eine CD dazu zu haben.
Die habe ich jetzt mithilfe von Herzensglück auf mein Handy geladen und praktiziere 2 Mal/Tag die erste Meditation, die 8 Minuten dauert.
Das macht den Kopf klarer und entspannt.

Momentan habe ich 3 Bewerbungen ausstehend und bin gespannt, ob da auch gleich Absagen kommen.

Abseits dieser „Zustände“ genieße ich es, dass die Tage länger und streckenweise auch wärmer werden.
Letztes Wochenende waren wir bei meinem Ältesten samt Familie, ich konnte das allerjüngste Enkelchen knuddeln.
Und dem ältesten Enkelkind, das ja an allem, was mit Weltraum zu tun hat, interessiert ist, einen Meteoriten mit Echtheitszertifikat mitgebracht.
Was hat es sich gefreut.
Am nächsten Tag kam dann die Nachricht: Oma, ich freue mich sooooooo über das Geschenk. Und ich kann nur Danke sagen und das ist viel zu wenig für das tolle Geschenk. Und ich glaub manchmal, ich träume, weil so ein Geschenk kann ja gar nicht echt sein. Und dann zwicke ich mich und es ist wirklich wahr, dass ich so ein tolles Geschenk habe.
Ist das nicht schön?
Und dann denke ich mir: Auf das kommt es im Leben an!
Und dann trafen wir meinen Zweitgeborenen mit seinem Kind. Leider ist seine Beziehung zur Mutter des Kindes zu Ende.
Er sieht sein Kind aber regelmäßig und nun haben wir die Möglichkeit, einander öfter zu sehen.
Und Enkelchen hat mich bei der Hand genommen, damit ich es begleite, und dann hat es sich sogar zu mir auf den Lesesessel dazugezwickt und ist bei mir gesessen.
Es kann also doch noch ein schöner Kontakt zu diesem Menschlein entstehen.

Und so ist mein Leben, auch wenn es gerade beruflich herausfordernd ist, privat sehr schön.
Es grüßt euch eine im Moment sehr viel lernende
Patentsocke









329. Text_Grandioses Feedback

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Liebe Blogbesucher!
Bei dem Projekt, das ich alleinverantwortlich betreue, arbeite ich mit einer Kollegin des externen Auftraggebers zusammen.
Bevor sie den Verantwortungsbereich übernahm, waren zwei ihrer Kolleginnen meine Ansprechpartnerinnen gewesen.
Mit einer von ihnen verbindet mich noch heute eine schöne Beziehung.
In Vor-Corona-Zeiten trafen wir einander (oft gemeinsam mit Herzensglück) zum Essen und Austausch der neuesten Reisepläne. Wir kommunizieren per Mail zu diversen Themen, aber nie über die Arbeit.
Sie ist so wie wir an Asien interessiert, ist gerne individuell unterwegs, so war sie z. B. mit einer Freundin mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs.
Meine momentane Ansprechpartnerin versteht sich sehr gut mit ihren beiden Vorgängerinnen und so gibt es entsprechenden Austausch, was sich bei jeder Einzelnen von uns so tut.
Jedenfalls informierte mich K. (nennen wir einfachheithalber meine Kollegin so) Anfang letzter Woche, dass es bzgl. der Vertragsverlängerung des Projekts, an dem wir beide arbeiten, ein Gespräch mit meiner GF und dem Gruppenleiter geben wird. Mein Unternehmen war an den Auftraggeber herangetreten, um nachzufühlen, wie es um unsere Chancen steht, den Auftrag weiter zu bekommen.
Sie hatte mich im Herbst gefragt, ob ich ihr im Fall einer Verlängerung ohnehin als Ansprechpartnerin und Hauptverantwortliche erhalten bleibe, weil ja Teile des Unternehmens in ein anderes Bundesland übersiedeln und ich deswegen (lange Anfahrtszeit) kündigen könnte. Denn ohne mich würde sie die Verlängerung des Vertrages mit unserem Unternehmen bei ihrem Chef nicht aktiv betreiben.
Damals habe ich sie beruhigt, dass ich wohl in den sauren Apfel der langen Anreise beißen würde, auf eine teilweise HO-Regelung hoffe und ich ihr erhalten bliebe.
Nun hat sich das mit meiner Kündigung ja komplett verändert und ich kann genau genommen meine Zusage ihr gegenüber nicht einhalten. Ich habe es als moralische Verpflichtung gesehen, sie darüber in Kenntnis zu setzen.
Darum habe ich beim Kündigungsgespräch meine GF darauf angesprochen, wo man meinte, kein Problem zu haben, meine Kündigung „zu argumentieren“.

Ich war mir dennoch nicht sicher, ob ich sie davon unterrichten darf, dass ich gekündigt bin, da ihr Unternehmen ja Auftraggeber bei uns ist und ich damit eine Verlängerung des Vertrages u. U. vereiteln könnte.
Eine arbeitsrechtliche Auskunft hat mich aber informiert, dass eine offiziell ausgesprochene Kündigung etwas ist, was ich weitersagen darf.
Ich wollte sie davon gerne in einem persönlich Gespräch unterrichten, aber es ergab sich durch Lockdown keine Gelegenheit eines persönlichen Treffens.

Und nun stand dieses Gespräch bevor, für das sie bzgl. Verlängerung ihren Chef informieren wollte, dass sie es mit unserem Unternehmen/mit mir fortsetzen möchte und rief mich an. Sie sagte mir, dass es für sie Grundvoraussetzung wäre, dass ich weiter für das Projekt in der Verantwortung wie bisher zuständig bin, sonst wäre sie für Ausschreibung (es gibt noch andere, die an dem Vertrag sehr interessiert sind). Daraufhin habe ich sie darüber informiert, dass ich gekündigt bin und mein Fortbestand im Unternehmen damit nicht gesichert ist und daher auch nicht, ob ich weiter mit ihr zusammenarbeite.
Sie war völlig perplex. Sie hat doch während des 1. Lockdowns im Frühling schon per Mail an alle deponiert, wie toll die Zusammenarbeit funktioniert, sie hat es immer wieder erwähnt, dass sie so zufrieden ist, wie reibungslos alles ist und wie engagiert ich bin. Und ob der Arbeitgeber nicht wisse, was er an mir habe. Und sie hat nochmal ausgesprochen, dass es für sie Grundbedingung ist, dass ich mit an Bord bin, andernfalls – hat sie mit ihrem Chef schon besprochen – vergeben sie den Auftrag neu.
Ich habe gemerkt, wie sich in mir etwas schwer tut, dieses sehr große Lob annehmen zu können, vonwegen: Na ja, soooo gut bin ich auch wieder nicht, es könnt ja jemanden geben, mit dem sie noch zufriedener ist …
Toll, wie eingelernte Muster aus der Kindheit (aus dir wird nie was, halt den Mund bevor du was Falsches sagst, auf dich kommt nicht so viel …) nach wie vor wirken. 😦

Sie hat dann noch mit ihren beiden Vorgängerinnen kommuniziert, weil sie deren Meinung einholen wollte, wie sie in dem Gespräch mit meiner GF agieren soll.
Daraufhin hat die Kollegin, mit der wir uns ab und an treffen, mir ein Mail geschrieben, in dem sie ihren Zorn über meine Kündigung rausgelassen hat und ihr Unverständnis ausgedrückt hat.
Auch sie hat nochmal betont, wie engagiert ich wäre und wie toll die Zusammenarbeit immer funktioniert hat, wie aufmerksam und verantwortlich ich meine Arbeit erledige …
Ich hatte dann direkt Tränen in den Augen ob der vielen Zustimmung der beiden Frauen und der Rückmeldung, dass ich „wertvoll“ bin.
Ich habe beiden gegenüber geäußert, dass ich ja Verständnis für die Vorgangsweise habe, denn wenn ich als GF nicht sicher sein kann, ob ich über das Ende des Jahres hinaus Arbeit für meine(n) Arbeitnehmer habe, dann muss ich rechtzeitig kündigen, da ich sonst weiter Gehalt bezahlen muss (also Kosten habe), die ich ja auf der anderen Seite nicht hereinbekomme, wenn es keine Arbeit gibt.

K. hat nach dem Gespräch mit GF und dem Gruppenleiter letzteren darauf angeredet, ob es eh dabei bleibt, dass ich weiter an dem Projekt arbeite, da bei dem Gespräch mit keinem Wort erwähnt wurde, dass ich gekündigt bin oder dass sich etwas ändern könnte. Sie hat daraufhin von ihm die Info bekommen, dass ich gekündigt bin. K. hat ihm gegenüber nochmal geäußert, dass sie mit mir zusammenarbeiten möchte und er antwortete ihr, dass die GF wohl nichts verändern wird, da sie ja schon mehrfach ihre große Zufriedenheit mit meiner Arbeit ausgedrückt hat.
Sie versteht nun nicht, warum man zwar sagt, dass es wohl keine Änderungen geben wird (wohl wissend, dass ich gekündigt bin und nicht wieder zur Verfügung stehen könnte, weil anderer Job ab 1. 1. 22 bzw. weil ich nicht zurückkehren möchte), mir aber gleichzeitig nicht zumindest eine Zukunftsperspektive im Unternehmen in Aussicht stellt, da es ja recht gute Chancen gibt, diesen Auftrag und damit Arbeit für mich zu bekommen.
Als sie diese Woche wegen eines Folgetermins von meinem Kollegen angeschrieben wurde, weil es um eine Adaptierung des Aussehens des Produkts geht und man dafür mit einer anderen Stelle des Unternehmens sprechen muss, hat sie ihm klipp und klar gesagt, dass sie wegen der Verlängerung verunsichert ist aufgrund meiner Kündigung und wissen möchte, wie die weiteren Aussichten sind.
Nun sind wir gespannt, was darauf folgt.

Was mich sehr ärgerlich macht, ist die Tatsache, dass ich beim Kündigungsgespräch auf die Vertragsverlängerung und die hohe Zufriedenheit des Auftraggebers mit meiner Arbeit hingewiesen habe und zu meiner großen Verblüffung als Antwort sinngemäß bekam: Na ja, Sie stecken ja auch viel Engagement in das Projekt und ziemlich alle Ihre Ressourcen sind in dem Projekt.
Ich habe da einen Vorwurf herausgehört, dass ich für andere Arbeiten damit weniger zur Verfügung stehe und die GF das stört. Ich war völlig perplex, da ich dachte, es würde zu meinem Vorteil gereichen, wenn ich gute Arbeit leiste.
Nun ist ein Kündigungsgespräch zudem eine Ausnahmesituation und es wurde dann gleich weitergeredet, sodass mir erst im Nachhinein bewusst wurde, was da an Information mittransportiert wurde.
So habe ich ein Mail verfasst, in dem ich meinen Eindruck/Rückschluss bzgl. der Aussage geäußert habe, mitgeteilt habe, dass es seit Übernahme des Projekts kein Gespräch gegeben habe, in dem ich auf ein Überengagement hingewiesen wurde (ich kenne nicht mal den genauen Vertragsinhalt, also für welche Leistungen mein Unternehmen vom Auftraggeber bezahlt wird), aber falls es hier Korrekturbedarf gäbe, stünde ich selbstverständlich für ein Gespräch zur Verfügung.
Auf dieses Schreiben bekam ich bis heute keine Antwort.
Dachte schon, ich hätte das doch missinterpretiert und das wäre eh nicht Thema.
Und dann erzählt mir K., dass bei dem Gespräch vorige Woche der GF wieder erwähnt hat, dass ja viele Mittel auf mich konzentriert wären.
Also ist es Thema: Aber mit mir wird nicht geredet!!!

Ja, jedenfalls bleibt es spannend.

Mittlerweile habe ich 2 Bewerbungen verfasst und 2 Absagen erhalten.
Aber ich sehe es nach wie vor als gute Lernchance.

Es grüßt euch eine von den positiven Rückmeldungen der anderen Frauen erfreute
Patentsocke

328. Text_Es kommt Bewegung rein

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Liebe Blogbesucher!

Es ist wieder einige Zeit ins Land gezogen, seit ich den letzten Post veröffentlicht habe.
Ich war in der Zeit gut beschäftigt: im Job als auch mit mir.

Im Job habe ich mein Projekt abgeschlossen und nun sind ein paar Tage, die ruhiger verlaufen, bis Ende der Woche das neue Projekt wieder meine ganze Aufmerksamkeit fordert.
Nach wie vor sind wir im Homeoffice – bis auf ein paar KollegInnen, die vor Ort Dienst versehen.

Die, die im HO sind, müssen tagtäglich einen Tagesbericht abliefern – wir könnten ja Daumen drehen und den Hergott einen guten Mann sein lassen. Eigentlich sollte ersichtlich sein, wenn die Produkte, die wir bearbeiten, rechtzeitig fertig sind, dass wir alle nicht auf der faulen Haut gelegen sind.
Zudem dürfen wir keine Gut-/Überstunden machen und wenn aufgrund des Arbeitsanfalls die reguläre Tagesarbeitszeit überschritten würde, müssen wir das beim Leiter der Abteilung „genehmigen“ lassen.

Ich fand ja das bisher schon Kindergarten pur.

Nun gibt es noch die Steigerung, dass wir detaillierter berichten müssen, was wir be-/gearbeitet haben.
Ich kann mir schon vorstellen, woher der Wind weht: Der Eigentümer der Arbeitsstelle will wissen, wer wie fleißig ist, um auszusieben, wer arbeitsam ist, und mit denen dann verhandeln, die er bei weiterer Auftragslage weiter beschäftigen will und sich von den anderen trennen.
Ich frage mich dann nur, ob er in den 26 Jahren, die ich jetzt beim Unternehmen bin, noch immer nicht mitbekommen hat, welche Sorte Mitarbeiterin ich bin …
Aber ich habe gelernt, mir solche Fragen nicht mehr zu stellen.
Ich mache, was gefordert ist.
Was ich lerne, ist mich zu fragen, ob ich da weiter beschäftigt sein möchte.

Ich habe eine Liste begonnen, auf der ich in Stichworten notiere, welche Bereiche mich interessieren, welche Anforderungen ich an einen neuen Job/Arbeitgeber habe.
Was ist für mich sinnvolle Arbeit?
Und ich habe begonnen, mich zu bewerben.
Das macht psychisch etwas mit mir.
Ich werde aktiv.
Ich verharre nicht in der Starre, in der ich mit Tunnelblick auf das Ende des Jahres blicke und sich Horizonte erst ab Ende des Sommers auftun dürfen.
Ich schaue mich jetzt schon um.

Nachfrage bei den Arbeitsrechtsexperten erbrachte, dass ich trotz ausgesprochener Kündigung mit Einverständnis des Arbeitsgebers diese in eine Einvernehmliche umwandeln kann.
Und dies würde ich versuchen, wenn ich ein anderes Jobangebot annehmen könnte.

Und auch wenn meine Bewerbungen in Absagen münden, lerne ich etwas.
Ich habe einen Lebenslauf erstellt, habe mich mit Anschreiben/Motivationsschreiben auseinandergesetzt.
Setze mich aufgrund der Anforderungen in den Postenbeschreibungen mit Themen auseinander, die bisher nicht in meinem Fokus waren. Heute z. B. mit „Content Managament System“ und habe dadurch jetzt meinen WordPress-Auftritt optimiert.
Ich „lerne“ schon alleine durch die Jobauschreibungen neue Unternehmen und deren Angebote an ihre Mitarbeiter kennen.
Und ich muss euch sagen, da wackle ich gehörig mit den Ohren, welch attraktive Angebote es in manchen Unternehmen gibt.
Kurz gesagt: Es erweitert meinen Horizont.

Im Privaten ist alles in bester Ordnung.
Ich vermiss halt meine Enkelkinder, das jüngste habe ich zuletzt Anfang Dezember gesehen.
Sein großes Geschwisterkind schreibt mir per WhatsApp und schickt Sprachnachrichten.
Da ist so viel Herzlichkeit und Wärme in unserer Kommunikation – das ist richtig schön.

Mein reduziertes Essen hat mich schon 9 Kilo schlanker werden lassen.
Inzwischen ist Herzensglück auf den Zug aufgesprungen und versucht nun, auch bewusster und weniger zu essen.
Und gemeinsam schauen wir, dass wir genug Bewegung in unseren Alltag bringen.
Leider ist das Wetter der letzten Tage nicht unbedingt animierend, rauszugehen.
Und die Wettervorausschau sagt für die nächsten Tage auch winterlich kalte Tage an.

Ich schicke euch jetzt jedenfalls sonnige Grüße
Eure Patentsocke

327. Text_Fordernde Zeiten

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Liebe Blogbesucher!

Wieder sind ein paar Wochen ins Land gezogen, seit ich zuletzt schrieb.
Es waren Wochen mit viel Auf und Ab und ich merke, wie mich die gesamte Situation schlaucht.
Ich bin pandemüde und die berufliche Situation – im Speziellen die Aussichten – sorgt für zusätzliche emotionale Achterbahnfahrten meines Gemüts.

Über die Weihnachtsfeiertage war in meinem Unternehmen Weihnachtssperre und so hatte ich einige freie Tage.
Herzensglück arbeitete, weil er möchte seine Urlaubstage sparen.
Er hofft ja noch immer auf die große lange Reise im Jahr 2021 … auch wenn es eventuell erst gegen Ende des Jahres soweit ist.
Nun waren diese Tage für mich doppelt schwer, denn einerseits konnte ich nicht außer Haus gehen, um jemanden zu treffen oder ein Museum zu besuchen … und großteils „angenagelt“ an zu Hause, konnte ich mich auch hier nicht ganz frei bewegen, da Herzensglück im Wohnzimmer arbeitete und z. B. großer Hausputz oder exzessiv Serien anschauen nicht möglich waren.
Und wir merkten, dass bei aller Harmonie auch ein Bedürfnis nach Alleinsein auftauchte.
Im Frühjahr konnte ich z. B. auch in den Garten und mich dort austoben – aber bei Minusgraden und eigentlich nix zu tun im Freien fiel das auch flach.

Und dann beschäftigen mich weiterhin meine berufliche Situation und alle Unklarheiten, die damit momentan vorbunden sind.
Und es nutzt nichts, denn genau genommen sind mir die Hände für konkretes Aktivwerden gebunden.
Und ich merke, wie ich mit so einer Situation schwer umgehen kann.
Wenn sich ein Problem stellt, so möchte ich aktiv werden, Lösungswege betrachten, Aktionen setzen.
Das hat nur momentan keinen Sinn.
Stattdessen arbeite ich und weiß, dass es in 11 Monaten eventuell vorbei ist.
Und ab und zu schleicht sich der Gedanke ein: „Was engagiere ich mich hier so, am Ende bin ich die Dumme und man verzichtet auf mich, egal wie arbeitsam ich grade bin.“

Nun nutze ich über Berufsportale kostenlose Onlineseminare und stelle fest, wie eindimensional ich die letzte Zeit unterwegs war.
Alles, was direkt mit meinem Job zu tun hat, hatte ich wahrgenommen, aber es gibt so viele Dinge rechts und links des Weges, die auch wert sind, mal näher betrachtet zu werden.
Und sie geben ein paar Anregungen, beschäftigen das Hirn auf andere Weise.

Aber alles in allem schlaucht es schon und ich merke an manchen Tagen, dass die Tränen nicht weit entfernt sind und ich mental erschöpft bin.

Aber immer ist dann so ein kleiner Funke Energie in mir, der mir einen kleinen Tritt in den Hintern gibt und sagt „Aufgeben tut man nur einen Brief“. 🙂

Es grüßt euch eine hin und hergerissene
Patentsocke


326. Text_Was bringt 2021?

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Liebe Blogbesucher!

Fast ein Monat habe ich nichts geschrieben.
Es war viel los und es hat sich viel getan.

2021 wird ein spannendes Jahr – nicht nur aufgrund der aktuellen Pandemie und wie es da weitergehen wird mit Einschränkungen, Lockdowns, Impfung und und und.

In dem Unternehmen, in dem ich beschäftigt bin, endet kommendes Jahr ein großer Auftrag.
Die Neuausschreibung findet vermutlich im Frühling 2021 statt.
Die Entscheidung, ob das Unternehmen wieder den Auftrag erfüllen wird und wenn ja, in welcher Größenordnung dieser ausfällt, also wie viele Menschen man für die Erfüllung benötigt, wird vermutlich im Sommer oder zu Herbstanfang fallen.
Nun bin ich aufgrund meines Alters und des Kollektivvertrages mit einer langen Kündigungsfrist „gesegnet“ – um genau zu sein: 1 Jahr.
Der GF muss buchhalterisch schauen, dass er nicht durch die Finger schaut. Und so bin ich (und mit mir bereits sechs andere KollegInnen, die so wie ich lange Kündigungsfristen haben) Anfang des Monats gekündigt worden: mit 31. 12. 2021.
Bis dahin muss der alte Vertrag ja noch erfüllt werden.
Blöd, dass der Vertrag für das Projekt, für das ich hauptverantwortlich bin, und das nicht in dem großen Vertrag beinhaltet ist, ebenfalls nach 3 Jahren im November 2021 endet und dann vom Auftraggeber auf jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden kann.
Die Verantwortliche des Auftraggebers ist so zufrieden mit unserer Zusammenarbeit, dass sie auf ihren Chef einwirken möchte, dass weiter „mein“ Unternehmen den Vertrag erfüllt, verbunden mit der Zusage, dass ich ihre Ansprechperson bleibe. Das wäre ja ein Bonus für mich, mich weiter zu beschäftigen, wenn sich mein GF und der Verantwortliche des Auftraggebers einig würden.
Aber das alles steht in den Sternen und Fakt ist derzeit nur, dass ich meinen letzten Arbeitstag am 31. 12. 2021 habe.
Und wie wir wissen, kann sich in 365 Tagen eine ganze Menge ändern.
Wer hätte voriges Jahr um diese Zeit daran gedacht, dass Weihnachten 2020 so aussehen wird wie es aussieht?

Ich möchte gar nicht verhehlen, dass diese Enstcheidung und diese Aussicht ganz unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst hat und nach wie vor auslöst. Von „In meinem Alter rennt mir keiner die Türe ein, ich werde bis zur Pensionierung in 5 Jahren nie wieder etwas finden“ (verbunden natürlich mit mehr oder weniger massiven Schreckensszenarien) bis zum hoffnungsvollen Bewusstsein, dass ich gute Arbeit leiste und man das auch an oberster Stelle weiß, der Vertrag weiter vom Unternehmen bedient werden wird und damit die Kündigung zurückgezogen wird bis zum Optimismus, auch jetzt noch Neues und Interessantes anfangen zu können.

Herzensglück steht mir in all diesen Momenten zur Seite. Ich weiß, dass er „für mich sorgen“ kann und wird, wenn das Worst-Case-Szenario zuschlägt und ich bis zur Pensionierung nie wieder Arbeit finde.
Er hat glücklicherweise einen Job, bei dem er nicht gekündigt werden kann – außer er lässt sich was Kriminelles zuschulden kommen. Aber ich möchte finanziell unabhängig sein, für mich selbst sorgen können.
Also ich bin bereit, auch abseits meines erlernten und jahrzehntelang ausgeübten Berufes einen Job anzunehmen. Natürlich werde ich erst mal schauen, ob es in meinem Bereich Möglichkeiten gibt, aber ich stehe auch nicht an, etwas anderes zu machen.
Herzensglück hat auch ein offenes Ohr, wenn ich mit Gedanken komme, wenn ich Ideen entwickle, wenn ich hadere, wenn ich niedergeschlagen bin.
Natürlich auch mit der Aussage, ich solle mir zu ein paar Dingen nicht jetzt schon Gedanken machen, denn es läge noch viel Zeit vor mir. Da hat er natürlich recht und ich versuche auch immer „im Hier und Jetzt“ so gut es geht zu bleiben, aber ich kann halt auch nicht ganz aus meiner Haut heraus und dann bin ich schon Monate voraus mit meinen Überlegungen. Also Job suchen macht im Moment definitiv noch keinen Sinn. 😉

So wird das kommende Jahr spannend und herausfordernd.
Und ich hoffe, am 22. 12. 2021 positiv in das neue Jahr zu blicken.

Ich hoffe, der/die eine oder andere von euch begleitet mich weiter auf dem Weg.

Jetzt wünsche ich euch noch ein frohes Fest, angenehme Festtage.
Rutscht gut rüber ins neue Jahr!
Und ganz wichtig: Schaut auf euch!

Es grüßt euch eine hoffnungsfrohe
Patentsocke

325. Text_Das Leben geht weiter

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Liebe Blogbesucher!

Seit voriger Woche bin ich nun 6-fache Oma. Mein Ältester und seine Frau bekamen das 3. Kind. Wie bei den anderen beiden Geburten auch, war medizinisch indiziert ein Kaiserschnitt nötig.
Und da wurde nun auch das Geheimnis um das Geschlecht gelüfetet: Es ist wieder ein …
Nun habe ich von dem einen Geschlecht 5 Enkel und vom anderen 1 Enkel.

In Zeiten wie diesen durfte mein Sohn seine Frau nur ins Spital bringen, musste dann wieder wegfahren (OP war zwischen 8 und 13 Uhr angesetzt), wurde ,als der Vormittags-Termin bekannt war, zeitgerecht wieder ins Spital geholt und musste dann vor dem OP warten.

Danach durfte er sein Kind und seine Frau sehen und da das Geburtszimmer danach nicht benötigt wurde, konnte er glücklicherweise bis am späten Nachmittag bleiben.
Aber in den Tagen ihres Spitalsaufenthalts durfte kein Besuch kommen, also auch er als Vater nicht und die beiden Kinder durften ihr Geschwisterl auch nicht kennenlernen.
So wie es aussieht, darf sie heute nach Hause gehen und dann ist die Familie endlich vereint und kann sich mit dem neuen Mitglied vertraut machen.

Ich werde mein neues Enkelkind vermutlich Anfang Dezember im Arm halten, wenn wir wieder soziale Kontakte pflegen dürfen.

****
Ich selber bin nach wie vor im Homeoffice und es ist derzeit auch ganz schön viel los. Aber ich mag die Ruhe in meinem Arbeitszimmer und dass die Wegzeiten entfallen. Und auch die Mittagsküche von meinem Mann ist exzellenter als die Mittagskost, die ich sonst „genieße“. 🙂

Uns gehen die Kulturveranstaltungen ab: Konzerte, Theater, Kabarett, Museen …
Natürlich gibt es viele Online-Angebote, aber die ersetzen halt nicht die Live-Atmosphäre eines wunderbaren Konzertsaals, das Stimmengewirr etc., wenn man zu zweit vor dem TV sitzt.
Aber ich hoffe, dass das auch wieder vorbeigeht.

Kleintochter hat eine Info vom Studium erhalten, dass sie zu den besten
10 % der Studenten in der Vergleichgruppe von 831 Personen gehört und ihr Notendurchschnitt bei 2,6 liegt. So gut hätte sie sich gar nicht eingeschätzt.
Und das Beste: Ihr macht das Studium Spaß und es interessiert sie.
Neben dem Studium arbeitet sie wieder 2 Mal die Woche in der Anwaltskanzlei, deren Besitzer sie coronabedingt im Frühjahr entlassen mussten.

Unsere für Anfang Dezember geplante Reise nach Berlin haben wir auch schon abgeschrieben.
Aber noch haben wir Hoffnung, dass wir Großtochter und ihre Lieben Anfang Jänner im Nachbarland besuchen können.
Der Herz-US, der bei ihrem älteren Kind gemacht wurde, weil bei 2 verschiedenen Untersuchungen ( 1Mal Kinderarzt-Kontrolle und 1 Mal Untersuchung für Einschulung) komische Herztöne aufgefallen waren, hat keinen Befund ergeben, also alles ok. Das war schon sehr erleichternd zu hören!
Dem kleineren Bauxerl, das im Jänner 1 Jahr alt wird, geht es auch gut. Das wächst und gedeiht und stellt sich schon überall auf und macht Schritte, solange es sich irgendwo anhalten kann.

Und sonstige Reiseplanungen?
Alles ausgesetzt, weil man derzeit nix planen kann: keine Vorfreude.
Für Ende Mai/Anfang Juni ist derzeit noch immer eine Motorradtour durch Italien angedacht. Davor werden wir mal mit einem verlängerten Wochenende mit längerer Anfahrtszeit zum Ziel ausprobieren, ob unsere Hintern und Rücken 2 bis 3 Stunden Fahrt durchhalten.
Immerhin haben wir ja auch schon den 5er vornweg stehen beim Alter. 😉

Und obwohl Herzensglück und ich nun 24 Stunden am Tag zu Hause sind, haben wir einander gestern wieder geherzt und gesagt: „Gell, wir sind erst seit einem halben Jahr verheiratet“.
Es fühlt sich nämlich noch immer so gut an. 🙂
Dabei sind es jetzt schon 3,5 Jahre!!!

So grüßt euch eine nach wie vor herzensglückliche
Patentsocke







324. Text_Mittendrin statt nur dabei

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Terroranschlag in meiner Heimatstadt und ich in der Nähe.

Herzensglück und ich waren in einem Konzert und als dieses zu Ende war, sagt uns eine Billeteur, es gäbe eine Schießerei in der Nähe und vielleicht wollen wir ja im Haus bleiben. Wir denken, es wurde ein Geschäft überfallen und alles nicht so schlimm, holen noch unsere Garderobe.
Mit uns sind die Mitarbeiterin des Auftraggebers vom Projekt, für das ich arbeitsmäßig zuständig bin und mit der ich eng zusammenarbeite und mich sehr gut verstehe, und ihre Freundin.
Wir hatten nämlich die 2 Karten für dieses Konzert, zu dem eigentlich unsere Freunde mitgehen wollten, deren Kind aber 5 Wochen zu früh zur Welt gekommen war und die ihre Karten weitergaben, ihr angeboten.
Im Eingangsbereich dann ein Mann aus dem Management, der sagt, die Polizei empfiehlt, das Haus nicht zu verlassen, von Fenstern und Türen wegzugehen und sie würden einen Saal zur Verfügung stellen, in dem man abwarten und sich die Nachrichten ansehen kann.
Wir sind noch etwas ungläubig, unser Motorrad steht ja direkt vorm Haus, es war ja ein lauer Novemberabend, also hatten wir das Zweirad genommen und nicht die öffentlichen Verkehrsmittel. Und während wir noch überlegen, doch heimzufahren, sehen wir Polizeieinheiten mit Helm und Schutzwesten mit schweren Waffen im Anschlag, die vorm Haus Stellung beziehen.
Ja, und dann sitzen wir 3 Stunden im Veranstaltungshaus fest, informieren uns über Handy, was los ist, erfahren von Schießerei und Toten sowie Verletzen und unübersichtlicher Lage. Man weiß nicht, wie viele Täter es sind, einer erschossen, andere vielleicht noch unterwegs, Bezirk abgesperrt, U-Bahn bleibt nicht in den Stationen dieses Bezirks stehen …
Meine Mutter ruft mich aufgelöst an, sie macht sich Sorgen, fragt, ob wir eh zu Hause sind und ist entsetzt, als sie hört, dass wir am Rand des Einsatzgebiets im Haus festsitzen. Ich gebe meinen Kindern Bescheid, dass es uns gut geht, sie wollen auf dem Laufenden gehalten werden.
Das Management teilt Mineralwasser aus, stellt die Verbindung zwischen uns Wartenden und der Polizei vor der Türe her und gibt Neuigkeiten an uns weiter.
Rundum hell erleuchtete Handys, jeder holt sich Info, schaut über Livestream die Nachrichten der Sondersendungen, die Verbindung ist nicht gut, immer wieder bricht sie ab. Wir beginnen uns darauf einzustellen, dass wir die Nacht hier verbringen. In einem wunderschönen Saal, in dem normalerweise wundervolle Musik genossen wird, in dem man das Schöne erlebt … jetzt ist es völlig konträr.
Alle versuchen zu begreifen, was sich draußen gerade abspielt.
Die Akkus werden leerer, das macht Sorge, wie verständigt man dann die Angehörigen, wenn man nach Hause darf, Telefonnummern werden auf Papier geschrieben, bevor das Handy erlischt, damit man von der öffentlichen Telefonzelle jemanden erreichen kann.
Nach Mitternacht dann die Information, dass alle großen Häsuser in der Umgebung evakuiert werden, die Polizei würde uns zur nächsten U-Bahn-Station evakuieren, damit wir aus der Gefahrenzone kommen.
Leute sind aufgeregt, wollen wissen, wohin diese U-Bahn fährt, ob dann dort Taxis zum Heimfahren stünden, ob man nicht doch nur durch den angerenzenden Park gehen könne, weil man sei dort gleich zu Hause.
Man fasst es nicht, wie eigenbezogen manche Menschen selbst in so einer Situation noch sind.
Es dauert noch lange Zeit, bis der Polizist zurückkommt und das Prozedere erklärt: Wir müssen uns in 4er-Reihen aufstellen, damit wir einen Pulk bilden, um den herum die Polizisten die Umgebung absichern können. Wir müssen zügig gehen. …
Wieder dauert es und dann setzen wir uns in Bewegung, gehen die Treppen im dunklen Stiegenhaus hinab in den Eingangsbereich, dort in 4er-Reihen aufstellen, die Polizei schreitet die Reihen seitlich ab und stellt Menschen, die alleine sind, noch zu Menschen, die nur zu dritt in der Reihe stehen.
Wieder der Befehl, zügig zu sein und keine Lücken in die Reihen reißen zu lassen.
Dann öffnet sich die Türe und wir treten hinaus, es geht zügig voran, Polizisten um uns, die angespannt mit gezogenen schweren Waffen die Umgebung abblicken, uns antreiben. Plötzlich Stillstand, wir stehen im Freien, rundum ist es dunkel, die Funkgeräte knacken, undeutliche Meldungen sind zu hören. Ich fühle mich nackt und unbeschützt trotz der vielen Polizisten. Im Haus habe ich mich sicherer gefühlt.
Herzensglück hält meine Hand noch ein wenig fester.
Nach ein paar Minuten geht es weiter, die Treppe zur U-Bahn hinunter, dort stehen wir vor versperrten Eisengittern, links geht ein Gang zu einer weiteren U-Bahn-Linie ab und gleichzeitig auch ins Freie zu einem Park. Polizisten leuchten den Gang entlang, einige werden abgestellt, den Gang zu sichern. Plötzlich ein wenig Hektik, ein Polizist hat eine offene Türe entdeckt, wir werden aufgefordert, den Bereich vor diesem Seitengang zu räumen. Mir wird bewusst, dass jemand, der draußen im Dunklen steht und hereinschießt, uns schön wie Jagdwild vor der Flinte hätte.
Es wird Entwarnung gegeben. Und es gibt tatsächlich noch in dieser angespannten Situation Menschen, die vom Polizisten, der den Einsatz befehligt, wissen möchten, wo dann ein Taxi warten könnte, wohin die U-Bahn genau fährt, ob nur bis zur nächsten Station oder bis zur Endstelle, was dort dann wartet… Ich bewundere den Mann, der trotz seiner Anspannung und dass er seine Kollegen im Auge haben muss, im Funkgerät die neuesten Infos hören möchte noch Nerven genug hat, freundlich zu bleiben.
Endlich die Info, dass wir diesen Gang zur U-Bahn gehen sollen, dort würden schon 2 Sonderwägen mit offenen Türen warten und uns aus der Gefahrenzone bringen.
Meine Projektkollegin entscheidet sich für die andere Fahrtrichtung, obwohl wir angeboten haben, dass sie mit uns kommt und wir sie dann nach Hause bringen, weil sie von der Station noch einen langen Heimweg habe, da sie näher an ihr Zuhause kommt.
Ihre Freundin steigt mit uns ein, da sie in die gleiche Richtung muss.
Es schließen sich die Türen und wir fahren ab. Die U-Bahn hält an allen Stationen, die auf ihrer Linie liegen, die Menschen steigen nach und nach aus. Ich telefoniere mit meinem Bruder, der angeboten hat, uns abzuholen, und sage ihm, wo wir aussteigen werden. Der Freundin der Kollegin biete ich an, das sie auch nach Hause gebracht werden kann, aber sie hat eine Freundin, die sie eine Station weiter abholen wird.
Wir haben uns alle versprochen, einander Bescheid zu geben, wenn jeder von uns wohlbehalten zu Hause angekommen ist.

Mein Bruder wartet auf uns, wir reden bei der Fahrt über das Geschehene, bekommen letzte Meldungen, die er im TV gesehen hat.
Zu Hause sind wir noch zu aufgewühlt, um schlafen gehen zu können, wir drehen den Fernseher auf, können trotz all der Erklärungsversuche nach wie vor nicht begreifen, was da los ist.
Es kommt ein SMS der Freundin der Kollegin, sie sei gut zu Hause angekommen, auch meine Kollegin schickt eine Nachricht, sie ist zu Hause, auf dem halben Heimweg sei ein Taxi aufgetaucht, mit dem sie fahren habe können statt 45 Minuten gehen zu müssen.

Die Bilanz: 4 Tote, ein toter Attentäter, 22 Verletzte und viele offene Fragen, wie das passieren konnte.
Aber auch Meldungen über viel Unterstützung und Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt.

Es grüßt euch eine nachdenkliche, aber auch zuversichtliche
Patentsocke



323. Text_November-Zeilen

Standard

Liebe Blogbesucher!

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe.
Keine Bange, es geht mir gut, kein COVID-19-Ausfall, aber genug zu arbeiten. Meine Kolleginnen hatten die letzten Wochen abwechselnd Urlaub und ich habe daher zusätzlich zu meinem Projekt noch die jeweils diensthabende Kollegin unterstützt, wobei bei einer an einem Tag das Internet im Homeoffice ausfiel und ich dann gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht: Arbeitsauftrag über Arbeitsauftrag trudelte per Mail herein. Und alles natürlich uuuurdringend. Hat mich an meine Schulzeit erinnert, als alle Professoren der Meinung waren, ihr Fach ist das Allerwichtigste und daher die gestellten Aufgaben unbedingt sofort zu erledigen.
Aber wie man merkt, habe ich es überlebt. 😉

Mittlerweile erleben wir ja schon wieder aufgrund der steigenden Infektionszahlen den Lockdown und ich habe heute in meinem Kalender wieder etliche Kulturveranstaltungen herausgestrichen, die wir im November besucht hätten.
Mitte November war auch wieder ein Sonntag mit den Kindern meines Sohnes angedacht, der nun auch ins Wasser fällt.
Das 3. Kind der beiden = mein 6. Enkelkind wird nun am 19. 11. auf die Welt geholt. Es ist aufgrund medizinischer Indikation so wie bei den anderen beiden ein Kaiserschnitt nötig.
Das Rätselraten um das Geschlecht ist nach wie vor aktuell.
Das nächste Treffen wird Anfang Dezember erfolgen, da das ältere Kind dann seinen 9. Geburtstag feiert und damit einhergehend wird auch das neue Menschlein kennengelernt.

Herzensglück und ich waren Ende Oktober übers Wochenende noch einmal in Italien, genauer gesagt in Triest. Die Autofahrt mit Transit durch ein angrenzendes Land verlief gut, an der Grenze überhaupt keine Probleme.

Und so verbrachten wir noch drei schöne Tage bei sehr angenehmen Temperaturen, die mit dem Sonnenschein, der ab Samstagmittag herrschte, direkt sommerlich waren.
Wir haben wieder die Stadt erkundet, waren im Theater Verdi bei einem Konzert. In das Theater passen normal 1.400 Personen und ich habe übers ganze Theater verteilt etwa 100 Besucher gezählt. Auch Herzensglück und ich saßen in unterschiedlichen Reihen. Leider war der Applaus dann naturgemäß auch sehr dünn, obwohl die Leistung des Orchesters wesentlich tollere Ovationen verdient hätte.
Mund-Nasen-Schutz ist in Italien auch im Freien zu tragen gewesen und wir haben wieder sehr disziplinierte Menschen erlebt, die Abstand hielten, vor Geschäften warteten, wenn drinnen die Kapazität erreicht war.
Am anderen Tag erkundeten wir per Auto die Umgebung der Stadt, fuhren in die karstigen Hügel, die sich hinter der Stadt erheben, und ins Hinterland, danach noch nach Duino und auf die andere Seite der Stadt nach Muggia.
Am letzten Tag haben wir dann noch diverse kulinarische Köstlichkeiten eingekauft, unter anderem das allerjüngste Olivenöl, das am Tag zuvor frisch gepresst und abgefüllt wurde.
Es schmeckt richtig schön frisch, grasig und ein bissel brenzlig am Gaumen.

Die nächsten Wochen werden wir die Zeit wieder mehr zu Hause verbringen, arbeiten, lesen, den Garten winterfest machen.
Hoffen wir, dass die Zahlen zurückgehen, unser Gesundheitssystem nicht kollabiert und es im Dezember wieder ein bissel „normaler“ wird.

Für ein bissel optischen Genuss sorgen hoffentlich die Fotos aus Triest, die ich hier poste.

Es grüßt euch mit Hoffnung und Liebe im Herzen

Eure Patentsocke

Triest_
Piazza dell’Unità d’Italia bei Nacht
Stadtansicht Triest
Theater Verdi
Blick aus dem Hotelfenster
Italienische Mobilität
Wallfahrtskirche Monte Grisa
Wallfahrtskirche Innenraum 1. Stock
Blick von der Kirche Richtung Triest
Stadtansicht Muggia
Hafen für Kleinboote von Muggia