260. Text_6 Jahre!

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Liebe Blogbesucher!

Ich sitze im Wartebereich des Spitals und wartet darauf, aufgerufen zu werden und das Ergebnis der Biopsie zu erfahren.
Innerlich ist mir irgendwie schon bewusst, wie der Befund lauten wird.
Spätestens als der Arzt, der die Biospsie durchgeführt hatte, mich gefragt hat, ob ich bereits den Befundbesprechungstermin hätte und – als ich das bejahte – noch hinzufügte: „Ich möchte meinen Kollegen ja nicht vorgreifen, aber für mich sieht es sehr danach aus, dass das operiert gehört.“
Ich erinnere mich, wie ich damals  am Gang des Spitals alle Informationen zum Thema Brustkrebs zusammengesammelt habe und mich zu Hause daran gemacht hatte, mir alle Informationen zu holen.
Ich wollte informiert sein, wenn ich den Befund bekomme, wollte wissen, welche Fragen ich stellen möchte, wollte herausfinden, was mir wichtig ist zu erfahren …

Das hat auch Unmut hervorgerufen.
Aussagen wie „Du weißt doch noch gar nicht, ob es wirklich so ist, mach dich damit doch nicht jetzt schon narrisch“ hielten mich aber nicht davon ab, meinen Weg zu gehen.
Es ging um mich und wie ich mit der Situation am besten umgehen kann.

Und nun sitze ich hier, beobachte, wie Frauen aus der Türe kommen,  andere hineingehen.
Bald werde auch ich da hineingehen. Und dann wird vermutlich alles anders sein.
Ein paar Minuten trennen mich noch von diesem Moment.
Ich merke, wie mein Handy vibriert, schaue auf das Display und sehe, dass mein ältester Sohn anruft. Ich verziehe mich in eine ruhige Ecke, hebe ab und höre, wie er sagt: „Mama, wir sind im Spital, schon im Kreißsaal, dein Enkelkind kommt wohl bald auf die Welt.“
Ich wünsche ihnen alles Gute, er verspricht, sich zu melden, sobald das Baby auf der Welt ist.
Ich gehe zurück zu meinem Warteplatz.
Zwei Welten: Ich stehe kurz vor einer ziemlich bösen Diagnose, einem neuen Lebensabschnitt.
Mein Sohn auch: Nur sein Lebensabschnitt offeriert Freude und neues Leben.
Und in mir nagt der Zweifel, wie ich es meinen Kindern beibringen soll.
Außer meiner Jüngsten, die meine diversen Untersuchungen mitbekommen hat und mit der ich über das mögliche Endergebnis geredet habe, weiß keines meiner Kinder, was seit Wochen von Untersuchung zu Untersuchung näher rückt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, es ihnen zu sagen?
Vor allem jetzt, wo alle ganz freudig-aufgeregt sind wegen des neuen Familienmitglieds.
Wie kann ich nur ihre Freude zerstören?
Ich spiele mit dem Gedanken, es ihnen gar nicht zu sagen, aber ich möchte andererseits auch nicht, dass sie es über drei Ecken von irgendjemandem erfahren.

Mein Name ertönt, ich betrete das Untersuchungszimmer.
Eine Assistentin sitzt hinter ihrem Computer, eine Ärztin vis à vis von ihr, schaut auf, gibt mir die Hand und als ich mich gesetzt habe, sagt sie: Frau XY, es ist, wie wir befürchtet haben. Der Tumor ist bösartig. Wir müssen operieren.“
„Ich habe bereits ein paar Skitage mit meiner Jüngsten für Anfang des Jahres gebucht, auf die sie sich sehr freut. Können wir danach operieren?“
„Ihr Knoten ist recht klein, ich frag einmal bei der Oberärztin nach.“
Das, was ich vom Telefonat mitbekomme, lässt mich schon erahnen, dass die Oberärztin so bald als möglich operieren möchte.
„Ok, wenn es nicht nach den Skitagen geht, dann geben Sie mir bitte den nächstmöglichen Termin.“
Die Ärztin schlägt ein großes Buch auf, in dem alle OPs eingetragen sind, fährt mit dem Finger die Spalten entlang und schlägt dann einen Tag vor.
Ich schreibe ihn mir auf, frage sie alles, was ich wissen möchte.
Als sie alles beantwortet hat, schaut sie mich an und meint: Sie können aber schon weinen, wir können damit umgehen.“
Ich schaue sie verwirrt an. Was will sie von mir? Mir ist nicht nach weinen.
Der Boden ist noch unter meinen Füßen. Ich habe gerade nur die Bestätigung dessen bekommen, was ich seit Wochen ahne.
Ich bekomme die Überweisung zur OP-Freigabe und für die Blutabnahme und die Aufnahmemappe.
Ich verlasse mit einer Menge an Papierkram das Besprechungszimmer, am Gang sehen mich die anderen wartenden Frauen neugierig an.
Ich begebe mich zur Blutabnahme, dann weiter zur OP-Freigabe.
Aus dem Spital, mit all den anderen Menschen um mich, möchte ich niemanden anrufen, um zu sagen, dass ich Krebs habe. Das muss keiner der dort Sitzenden wissen.
Als alle Untersuchungen abgeschlossen sind, verlasse ich das Spital, sage in der Arbeit Bescheid, dass ich nicht kommen werde, fahre zum Supermarkt. Erst dort rufe ich im Auto sitzend meine Mutter an und sage ihr, was los ist.
Meiner Jüngsten sage ich zu Hause, als sie von der Schule kommt, dass ich in einer guten Woche operiert werde. Der Tag spürt sich nicht anders an als sonst: Nur, dass ich unter der Woche zu Hause und nicht in der Arbeit bin.
Mein Sohn meldet sich nicht mehr, ich gehe schlafen, vermute, dass ich einen unruhigen, leichten Schlaf haben werde.
Aber ich schlafe tief und fest und bekomme deshalb auch nicht mit, dass mein Sohn mir knapp nach Mitternacht eine SMS schickt, in der er die Geburt meines 1. Enkelkindes verkündet.
Ich wache vom Weckerläuten auf, blicke aufs Handy und sehe die Nachricht.

Und erst jetzt: Jetzt weine ich.
Und ich sage zu mir selbst: Ich möchte dieses Kind großwerden sehen.

Morgen feiert dieses Kind seinen 6. Geburtstag. 🙂

 

 

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259. Text_Lebenszeichen

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Ich lebe noch.
Und das Leben ist nach wie vor schön und interessant und bietet viele Begegnungen und Erfahrungen und viel Liebe und Harmonie und Lachen und Fröhlichkeit und und und.

Kleintochter orientiert sich neu:
Das gewählte Studium ist doch nicht das, was sie sich darunter vorgestellt hat.
Nun ist sie prallel am Neuorientieren.
Sie hat nun Infoveranstaltungen zu anderen Ausbildungen besucht und dort erfahren, dass es vier- bis zehnmal so viele Bewerber als Stellen gibt.
Es gibt jeweils ein Aufnahmeverfahren im Frühjahr und wenn man unter den Glücklichen ist, die tatsächlich einen Platz ergattert haben, dann beginnt das Studium kommenden Herbst.
Ich unterstütze sie, dass sie das für sie Richtige findet, das ihren Stärken und Interessen am nächsten kommt, sie zufrieden macht. Sie schafft sich jetzt ihr Basis. Und da finde ich es wichtig, dass sie sich alles, was sie interessiert, bei Infoveranstaltungen ansieht,  Erfahrungsberichte einholt und auch reflektiert, welchen beruflichen Weg sie sich vorstellt. Was ihr wichtig ist.
Sie intensiviert nun auch ihre Arbeitseinsätze, da sie genug Geld sparen möchte, um sich kommendes Jahr den Führerschein leisten zu können … und dann ist da noch ihre Zuneigung zu einem griechischen jungen Mann.
Nachdem sie ihn im Spetember besucht hatte, kam er letzte Woche in unsere Heimatstadt, wohnte bei uns und wir haben sehr interessante Gespräche gehabt.
Für Jänner haben die beiden Turteltauben mal besprochen, dass sie gemeinsam Skifahren gehen wollen.

Herzensglück und ich haben wieder einige schöne Unternehmungen gemacht, stellen immer wieder fest, wie gleich wir denken. Ich stelle immer wieder verwundert fest, wie einfach und harmonisch das Leben verlaufen kann. Ich bin, wie ich bin und ich werde so geliebt, wie ich bin. So viel Gleichklang, gleiche Interessen. Noch immer passiert es uns, dass wir zeitgleich dasselbe aussprechen.
Es ist so wohltuend und befreit mich, dass nicht jedes Wort von mir seziert und auf die Goldwaage gelegt wird, es wird nicht „besprochen“, wo ich mich besser abgrenzen muss etc. Zu meiner Familie haben wir ein normales Verhältnis, grenzen uns ab, wo wir nicht vereinnahmt werden wollen, genießen aber z. B. auch gemeinsame Abendessen mit meinem Bruder und seiner Frau oder mal ein Schlückchen Wein bei meinen Eltern bei einem Spontanbesuch.
Dieser Einklang zwischen uns bedeutet aber nicht, dass wir in einer tranigen Harmoniesucht versinken. Es tut sich gewaltig etwas. Immer wieder reflektiere ich und komme zu neuen Erkenntnissen. Ich erkenne meine Muster, ärgere mich auch manchmal, wenn ich wieder einmal in so ein unnötiges Muster reingekippt bin und ich es mir selber schwerer mache, als ich müsste. Wenn ich Gedanken habe, die jeder Grundlage entbehren.
Wir genießen auch die ruhigen Wochenenden, wie das vergangene: Samstag waren wir bei einer „Ausstellung“, die sich mit dem Thema Reisen beschäftigte, danach am nahegelegenen Weihnachtsmarkt auf einen Glühwein und anschließend haben wir es uns zu Hause gemütlich gemacht.
Sonntag wollten wir einen ausgiebigen Spaziergang unternehmen, da es aber den dreiviertel Tag heftig geregnet hat, ließen wir es bleiben und haben stattdessen miteinander gekocht und auf dem Sofa gefaulenzt mit lesen und 2 kurze Dokumentationen im Fernsehen angesehen.

In gut 2 Wochen fliegen wir nach London, worauf wir uns schon sehr freuen.
Und die Planung für unsere Reise nach Vietnam nimmt auch Gestalt an.
Es macht sehr viel Freude, gemeinsam die Köpfe über dem Reiseführer oder der Karte des Landes zusammenzustecken und zu planen, was wir alles sehen möchten. Vorfreude zu empfinden, was wir dort alles erleben werden, welche Begegnungen es geben wird.

Ihr seht also, ich lebe noch und ich liebe das Leben!

Eure herzensfrohe
Patentsocke

258. Text_Das Leben ist Veränderung

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Liebe Blogbesucher!

Veränderungen
Manche sind schön und auf andere könnte man verzichten.

Ich habe vor Kurzem erfahren, dass meine im Nachbarland lebende Tochter und ihr Partner sich trennen.
Tochter ist schon länger unglücklich, hat jetzt den Schussstrich gezogen.
Und ich bin sprachlos und fassungslos, habe ich ihren (Ex-)Partner doch sehr ins Herz geschlossen.
Aber ich lebe in keiner Beziehung mit ihm, doch der Gedanke, ihn nicht mehr in unserem Familienkreis zu wissen, ist wirklich sehr schwer für mich.
Die Idee, dass die beiden mit meinem Enkelkind Anfang kommenden Jahres wieder in meine Heimatstadt ziehen, ist auch hinfällig.
So werden sich die Besuche auf 1 bis 2 Mal im Jahr beschränken.

Die zweite Veränderung ist eine sehr schöne.
Mein zweitgeborener Sohn und seine Partnerin werden Eltern und damit ich zum 4. Mal Großmutter.
Es dauert noch einige Monate, aber ich freue mich über den neuen Erdenbürger.

Kleintochter meinte nun: „Dann bin ich also tatsächlich das letzte deiner Kinder, das Kinder bekommen wird.“
Nun ja, damit kann sie sich auch wirklich noch Zeit lassen.
Dieser Tage beginnt sie ihr Studium und sie hat sich zusätzlich einen Job gesucht, um Geld zu verdienen.
Leider ist ihr Vater ein finanziell sehr unzuverlässiger Alimentezahler … nun, sogar ganz im Gegenteil, es steht ihm das Wasser bis zum Hals und er pumpt seine Tochter an. 😦
Ich habe mit ihr ein ausführliches Gespräch gehabt, da sie einerseits weiß, dass sie das Geld nie wieder sieht und es ihr hart Erspartes ist, das sie „angreifen“ würde, das sie für Führerschein etc. auf die hohe Kante gelegt hat, andererseits fühlt sie sich als Tochter natürlich emotional verpflichtet, dem Vater unter die Arme zu greifen.
Nun ja, sie hat am Studienkalender gesehen, dass sie die nächsten Monate nur am Vormittag auf der Uni ist und möchte die freie Zeit nutzen, um Geld zu verdienen.
Sie wird vor allem im Gastrobereich eingesetzt und bei diversen Events – die alle im sehr gehobenen Segment stattfinden – mitwirken.
Sie hat eine Dienstkleidung bekommen und hatte auch einige Tage Einschulung. Was sie alles erzählt hat, hat sie eine ganze Menge gelernt.
Diese Woche hat sie bereits an 4 Tagen Dienste übernommen. Sie startet in einem 5*-Hotel bei einer Teamzusammenkunft einer bekannten Sportgruppe, dann ist sie bei einem Jubiläumsfest einer Bank im Einsatz usw.
Sie freut sich schon auf die Herausforderung. Sie kann sich je nach ihren Interessen auch fortbilden lassen, z. B. als Barkeeperin. Da sie sich flexibel je nach ihrem Stundenkalender für Einsätze bewerben kann, ist dies gut vereinbar.

Und ich finde es gut, dass sie in dem Bereich soziale Kompetenz lernt, diverse Veranstaltungsstätten kennenlernt, es mit diversesten Menschen zu tun hat …

Herzensglück und ich haben es noch immer sehr, sehr gut miteinander.
Wir waren vor 2 Wochen bei einem großen Konzert und ich habe zum 1. Mal in meinem Leben in einem Zelt übernachtet – war gar nicht so übel – für 1 Nacht. 😉
Die freien Abende und Wochenendtage haben wir – und vor allem Herzensglück –  in der letzten Zeit damit zugebracht, seine Wohnung besenrein leer zu bekommen.
Gestern wurde das letzte größere Einrichtungsteil (das Waschbecken im Badezimmer) von einem Käufer abmontiert und mitgenommen.
Ich habe die Böden aufgewischt.
Zufrieden hat sich Herzensglück dann umgesehen und gemeint: „Jetzt ist sie also tatsächlich komplett leer.“
Morgen ist die Übergabe und wenn die gut über die Bühne geht, möchte Herzensglück das ausgiebig feiern.
Wir sind morgen bei einem tollen Konzert, für das wir schon vor einiger Zeit die Karten erworben haben, und wollen davor noch essen gehen.

Die nächsten Wochenenden sind dann wieder ruhig und ich freue mich schon darauf, je nach Wetter im Garten zu arbeiten, Ausflüge zu machen (bei Schönwetter mit dem Roller) oder einfach auf dem Sofa zu faulenzen.
Die letzten Monate waren wir ja tatsächlich sehr fleißig.
Nun haben wir dann wieder mehr Zeit, unsere nächste große Reise zu planen.
Ich hab euch darüber ja schon mal berichtet.
Heute verrate ich euch, wohin es geht: Wir werden Anfang kommenden Jahres für gut 4 Wochen durch Vietnam reisen.
Zu unseren konkreten Reiseplänen in einem anderen Blog dann einmal mehr.
Es grüßt euch eine herzensglückliche
Patentsocke

 

257. Text_Alle Jahre (nicht) wieder

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Liebe Blogbesucher!

Die Liedzeile stammt von einem Weihnachtslied.
Und mein Eintrag heute hat auch in gewisser Weise mit Weihnachten zu tun.

Herzensglück und ich haben ja vereinbart, dass wir einander zu Weihnachten nichts schenken, sondern uns gemeinsame angenehme Tage gönnen.
Die letzten beiden Jahre haben wir diese Tage Anfang des Jahres in einem Wellnesshotel verbracht.
So war es auch für  „heuer – also eigentlich Jänner 2018 – gedacht.
Und dann sah ich die Information, dass Robert Plant auftritt.
In London.
Herzensglück ist ja ein absoluter London-Fan und hat mir bei unserem Besuch viele schöne Ecken der Stadt gezeigt und mich zu einem Fan der Stadt gemacht.
Und er las, dass Robert Plant in der Royal Albert Hall auftritt.
Und so entspann sich in etwa folgender Dialog:
Ich: „Oh, das wäre toll, Robert Plant zu sehen.“
Herzenslück: „In der Royal Albert Hall!“
Ich : „Das wäre ja fast eine Idee zu schauen, ob man da Karten bekommt.“
Herzensglück tippt im Handy herum: „Kartenvorverkauf startet morgen um 9 Uhr.
Da braucht man einen persönlichen Zugang zur Royal Albert Hall, den hab ich noch von unserem letzten Besuch.“ (Anm: vom Ticketkauf bei unserem letzten Besuch)
Ich: „Also kümmerst du dich um die Karten?“
Herzensglück: „Ja, mach ich.“
Ich: „Was kosten eigentlich Flüge nach London?“
Herzensglück – weiter am Handy tippend: „Also bei XY kosten die Flüge XY Euro, da sind die Flugzeiten aber uninteressant. Bei  YZ kosten sie YZ Euro. Das wäre eine Option.“
Ich: „Ist schon ein bissel verrückt, dass wir da jetzt einfach so einen London-Trip überlegen …“
Herzensglück tippt weiter am Handy, beugt sich zu mir, hält mir das Display vor die Nase: „Schau, dieses Hotel habe ich schon lange auf meiner „Wunsch“liste stehen und das kostet zu dem Zeitpunkt nur XY Euro. So viel habe ich bereits vor 12 Jahren in einem Hotel gezahlt. Das ist absolut günstig. Und das liegt super nah an einer U-Bahn-Station.“
Ich: „Wollen wir das wirklich machen?“
Herzensglück: „Na, jetzt müssen wir erstmal Karten bekommen.“

Am darauffolgenden Tag – Vorverkaufsstart – schickt er mir einen Screenshot, der zeigt, dass er sich schon 1 Stunde vor Verkaufsbeginn in der RAH eingeloggt hat.
Selbst vor dem Start „steht“ man virtuell in einer Warteschlange, bekommt eine Nummer zugeordnet.
Ich denke: „Na ja, wir könnten ja auf jeden Fall nach London fliegen, auch wenn wir keine Karten für Plant bekommen.“
Da kommt schon ein Mail, in dem mir Herzensglück schreibt, welche anderen interessanten Konzerte es an unseren Aufenthaltstagen gäbe. Und wenn wir keines besuchen, wäre doch London alleine schon eine Reise wert.
Kurz nach Verkaufsstart kommt seine Info, dass er tatsächlich 2 Karten bekommen hat.
Das Konzert war bereits 30 Minuten nach Start ausverkauft!!
Die Flüge hatte er schon davor gebucht. Weil London ist immer eine Reise wert.
Und das Hotel hat er auch reserviert.

So ist unser Weihnachtsgeschenk heuer also ein London-Trip mit dem Konzert von Robert Plant. Wie ich mich darauf freue!
Wir haben uns am Abend tief in die Augen geschaut und gesagt:
„Es geht uns wirklich gut!“
Uns ist sehr bewusst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist.

 

 

 

256. Text_Auszeit

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Liebe Blogbesucher!

Bezüglich der Erzählungen zu unseren „großen“ Reiseplänen für Anfang kommenden Jahres, müsst ihr euch noch ein wenig gedulden.
Heute schreib ich euch ein paar Zeilen zu unseren vergangenen drei Tagen, die wir wieder sehr angenehm und auch arbeitsam verbracht haben.
Aber arbeitsam ist mit Herzensglück ja auch immer angenehm. 🙂

Freitag am frühen Nachmittag fuhren Herzensglück und ich in ein Nachbarbundesland und quartierten uns dort in ein Hotel mit Wellnessangebot ein.
Wir bezogen unser hübsches Zimmer und gingen gleich in den Wellnessbereich.
Also eigentlich nur in den Außenpool, da der Magen schon knurrte und die Enstcheidung zu fällen war, ob wir mit knurrendem Magen wellnessen oder gleich zum Essen fahren. Darum entschlossen wir uns für einen Mittelweg und gingen nur schwimmen. Der Außenpool führte auch ins Innere und dort entdeckten wir erhöht positioniert einen Whirlpool, den wir sofort in Beschlag nahmen, die Düsen in Betrieb setzten und es genossen, im warmen Wasser von den Massagedüsen durchgewalkt zu werden.
Noch eine Runde in dem –  sich nun wesentlich kühler anfühlenden Außenpool – und zurück ins Zimmer.
Auf ging es zu einem Lokal, das auf dem Hügel thront und von dem aus man einen herrlichen Blick in die Lansdschaft hat.
Die Qualität des Essens und die Größe der Portionen konnten mit dem Blick durchaus mithalten.

Samstag begannen wir mit einem reichhaltigen Frühstück im Wintergarten, da es uns draußen doch eine Spur zu kühl war.
Da wir am Vortag neugierig in die diversen Räume und den Saunarium-Bereich geschaut hatten, wussten wir bereits, dass es im Raum der Stille hinter halbtransparenten Vorhängen eine große Ruhefläche gab.
Diese steuerten wir sofort an und machten es uns auf ihr für den Rest des Tages gemütlich.
Zwischen lesen und schlafen und Gesprächen gingen wir in die Sauna, in den Whirlpool und das Außenbecken und hatten all diese Bereiche bis zum frühen Nachmittag ganz für uns alleine.
Ich konnte wirklich herrlich entspannen – es ist doch etwas anderes, als zu Hause, wo ich  diesen und jenen Handgriff sehe, der zu erledigen ist, und eigentlich nie ganz zur Ruhe komme.
Am frühen Abend machten wir uns ausgehfertig, da wir Karten für eine Oper bei einem Freiluftfestival hatten. Die Opernaufführungen finden dort vor der Kulisse des Schlosses statt und beziehen Außenteile des Schlosses in die Handlung immer mit ein. Man sitzt auf Tribünen unter dem freien Sternenhimmel – gut, der war bei der Aufführung nicht wirklich sternenklar.
Ich hatte eine sehr große warme Decke mitgenommen (unter Herzensglücks kritischen Augen und der Anmerkung, dass meine Reisetasche wieder mal vieeeeel größer wäre als seine und ob ich nicht eine kleinere Decke mitnehmen wolle …), die mir gute Dienste leistete … und Herzensglück dann auch, denn der fror wie ein Schneider. Anscheinend verlangte sein Körper nach den heißen Saunagängen nach mehr Wärme. Jedenfalls teilte ich mir die Decke mit ihm und in der Pause holte er aus dem Auto dann eine Umzugsdecke, die wir immer im Kofferraum haben, und den 2. Teil konnte er dann gewärmt genießen.
Meine Eltern waren für die Aufführung mit Freunden auch gekommen, blieben nur eine Nacht und wohnten in einem anderen Quartier, und da vor der Aufführung vor dem Schloss diverse Spezialitäten der Region angeboten werden, hatten wir einen gemütlich Einstieg in den Abend.
Die Aufführung selbst war wieder sehr schön und gefiel uns sehr gut.
Zurück im Hotelzimmer stellten wir uns dann an den französischen Balkon, um vielleicht eine Sternschnuppe zu sehen, da der Himmel aufgeklart hatte.
Und tatsächlich: Kaum, dass wir umarmt am Fenster standen, sauste eine ganz helle, nahe Sternschnuppe herunter.
Was für ein schönes Symbol.
War es doch knapp nach Mitternacht und daher mein Geburtstag schon angebrochen.

Gestern genossen wir noch Frühstück und dann ging es heimwärts … also erst in Herzensglücks Wohnung, da der Bücherschrank und 10 Umzugskisten übersiedelt wurden.

Wir haben also den Schrank teilweise zerlegt, um den Abtransport einfacher zu gestalten, hängten Bilder ab, zogen Nägel aus der Wand und montierten eine Vorstellwand ab.
Der Mann, der die Küche von Herzensglück kauft, erledigte den Transport des Schrankes und der Kisten und stellte den Bücherkasten in unserem Heim wieder auf.
Dann waren wir gefordert, die jahrzehntealte Staubschicht aus den Regalen zu wischen.
Den Mittelteil haben wir noch eingeräumt, dann packte uns der Hunger und nach dem Essen die Müdigkeit.
Heute werden noch die Regalbretter der beiden breiten Kastenteile gesäubert und dann der Schrank eingeräumt.
Wir mischen seine und meine Bücher … wie hat mein Herzensglück gestern mit Augenzwinkern gemeint: Immerhin sind wir ja jetzt verheiratet. 😉
Nun gut, unsere CDs haben wir schon lange vor Antrag und Heirat zusammengemischt und es hat sich damals schon gut und selbstverständlich angefühlt, das „Mein und „Dein“ zu einem „Wir“ zusammenzuführen.
Unser Haus wird nun nach und nach zu einem wirklichen Wir. Sachen von ihm und mir gehen eine harmonische Koexistenz ein, dazu kommen gemeinsam ausgewählte Dinge.

Schön ist das und mit so viel Wohlgefühl verbunden.

Es grüßt euch eure
immer noch und immer noch mehr herzensglückliche
Patentsocke

 

255. Text_Es wird ernst

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Liebe Blogbesucher!

Herzensglück gibt seine Wohnung auf –  wir reden ja schon länger davon, dass er sie Ende September zurückgibt …  vor ein paar Tagen hat er die Kündigung nun tatsächlich abgeschickt.
Jetzt ist es ernst – bis dahin müssen wir alle seine Habseligkeiten übersiedelt haben.
Und hat er mir immer vorgeschwärmt, dass er kein „Aufheber“ ist, stellt er jetzt selber fest, dass da so einiges auftaucht, an das er gar nicht mehr gedacht hat.
Sein Schuhkontingent hat sich z. B. explosionsartig vergrößert.

Unsere Freizeitbeschäftigung ist nun also die Wohnungsräumung.
Nach der Arbeit ist sie unser Meeting Point.

Aussortieren und bestimmen, was mitkommt und was er entsorgt, das muss natürlich er machen.
Die großen Gegenstände wie Sofa (da stand mein altes drinnen, weil seines ja schon voriges Jahr übersiedelt ist), Bett, Vitrinen, Couchtisch, Schrankraummöbel und auch die Küche sind verkauft.
Und bis auf die Küche, die diesen Monat abgebaut und weggebracht wird, und den Bücherschrank, der in unser Zuahse übersiedelt, ist schon alles weg.
Nun stehen noch unzählige Kisten, Taschen, Sackerl oder einfach nur „Häufchen“ herum und warten darauf, geordnet behandelt zu werden. Sei es nun, dass sie in die Umzugskisten kommen oder zur freien Entnahme an eine von unserer Heimatstadt angebotene Sammelstelle kommen, damit sie noch jemanden erfreuen, der sowas benötigt (Gläser, Kochgeschirr, Bücher, Decken …)

Kommende Woche übersiedelt sein Bücherschrank (und 10 Umzugskisten) in unser Heim. Somit baute ich meine Bücherschränke ab, verkaufte sie und auch bei uns zu Hause stehen nun Kisten und Taschen mit Büchern herum und warten darauf, in den neuen Kasten eingeräumt zu werden.
So oft wie die letzten Wochen habe ich all die Bücher noch nie in der Hand gehabt. 😉

Wenn ich „den Auftrag“ bekomme, die Küche oder das Bad komplett auszuräumen, denn da wäre in den Kasteln nichts mehr, an dem er hängt, ich soll halt schauen, ob ich noch was sehe, was wir benötigen könnten, dann sortiere ich und werfe weg. Und frag ihn dennoch häufig, ob er das wirklich nicht aufheben mag.

So leert sich die Wohnung …, aber keine Bange, es gibt noch genug zu tun.
Ich frag ihn dann, wie es ihm damit geht, weil er von sich behauptet, keiner zu sein, der Veränderungen liebt. Und außerdem hat er von seiner Wohnung immer als seinen Rückzugsort, seine Burg gesprochen. Er hatte sie wirklich zu einer Wohlfühloase gemacht. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als ich ihn nach seiner 3-Monate-Reise vom Flughafen abgeholt und zur Wohnung gebracht hatte und mit ihm hinaufgegangen war, wie wohl ich mich gleich gefühlt hatte.

Schon vor ein paar Monaten sagte er, sie sei eine Belastung für ihn und er würde sie lieber heute als morgen abgeben. Es waren aber noch ein paar Dinge bzgl. Umbauten zu klären und Ablöse etc.

Und er sagt, dass es für ihn eine Erleichterung sei, dass sich das nun dem Ende nähert, dass es für ihn total in Ordnung ist.
Mir ist bewusst, dass er ganz schön viel aufgibt.

Parallel richteten wir uns UNSER Zuhause im ursprünglich nur MEIN Zuhause ein.
Es ist erstaunlich, was sich in den letzten 18 Monaten alles getan hat, wie gemütlich, durchdacht, befreit von Ballast es nun ist.

Wir waren/sind ganz schön fleißig.

Für kommendes Jahr haben wir bereits beschlossen, dass wir keine „Baustelle“ aufreißen.
Kommendes Jahr wollen wir mit dem Roller am Wochenende die Umgebung erkunden, Ausflüge machen …

Und eine große Reise im März 2018 haben wir auch schon organisiert.
Davon aber in einem anderen Post mehr.

Es grüßt euch eine sehr herzensglückliche
Patentsocke

 

254. Text_Zeig mir deine Freunde und …

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… ich sag dir, wer du bist.

Liebe Blogbesucher!

Ende vergangener Woche kamen Freunde meines Herzensglücks auf ihrer Heimreise bei uns vorbei und blieben bis Sonntag.
Ich verstand mich auf Anhieb sehr gut mit ihnen, schon der erste Abend endete nach Mitternacht.

Freitag hatten Herzensglück und ich uns freigenommen. So stand einem gemütlichen Frühstück nichts im Weg. Das Wetter schön, also nichts wie raus auf die Terrasse und mit viel Plaudern die ertse Stärkung des Tages eingenommen.
Für den Abend ware der Besuch von Herzensglücks Trauzeuge mit Frau schon seit Längerem ausgemacht.
Dazwischen lagen also noch genügend Stunden.
Da die beiden begeisterte Geocacher sind, hatten sie natürlich schon nachgesehen, wo in unserer Umgebung so Caches zu finden seien.
Und ich staunte nicht schlecht – quasi an jeder Ecke.
Herzensglück hat eine Zeitlang auch Geocaches gesucht, sodass er wusste, wie das so abläuft.
Also war ich das absolute Greenhorn in dieser Runde.

Und für diejenigen unter euch, die jetzt gar nicht wissen, wovon ich schreibe, bekommen ein bissel „Einblick“ … also  so viel ich halt darüber erfahren habe.
Geocaches sind versteckte „Dosen“ (die können in unterschiedlich Größe und Ausprägung auftreten, meist sind es Filmdosen), in denen sich ein Zettel befindet, auf den sich jeder, der diese Dose gefunden hat, mit Datum und seinem Cacher-Namen einträgt (zu Hause wurde dann noch in einer Cacherliste eingeloggt, dass man erfolgreich war).
Der „Weg“ zu diesen Caches ist ganz unterschiedlich.

Auch wir haben am Freitag die unterschiedlichsten Caches gefunden.
Manche gehören zu einer Reihe von Caches, bei manchen musste man Rätsel lösen und hat damit die Koordinaten bekommen, unter denen sie zu finden sind (und dann sucht man oft noch minutenlang), manche hatten Hinweise zum Auffindungsort und man musste die Augen offenhalten.
Manche waren gar nicht so einfach zu finden.

Jedenfalls hat es immens viel Spaß gemacht und wir waren 4 Stunden und 8 Kilometer weit unterwegs.
Und ich habe Lunte gerochen.
Das möchte ich jetzt öfter machen.

Abends kamen dann unsere anderen Freunde und wir hatten einen wirklich total gemütlichen, spaßigen Abend.
Jeder unterhielt sich mit jedem.
Die Männer kochten thailändische Gerichte in der Küche, wir Frauen tratschten auf der Terrasse, dann wurde gemeinsam gegessen und getrunken.
Kleintochter aktivierte ihre Shisha.
Der Tabakgenuss ging in der Runde herum.
Bis 2 Uhr in der Früh waren wir beisammen.

Samstag startete wieder mit gemütlichem Frühstück, dann bereitete ich einen Kuchen für die Nachmittagsjause, zu der mein Cousin mit seiner Frau kamen.
Wieder wurde es ein sehr geselliges Beisammensein.
Es wurde viel geredet, gelacht … und dauerte fast bis Mitternacht.

Sonntag wieder Frühstück, von dem ich aufbrach, weil ich mit meinem Klienten ein Treffen vereinbart hatte.

Als ich zurückkam, waren die Freunde bereits aufgebrochen und Herzensglück und ich genossen den Tag mit lesen und Gesprächen.
Wir hatten beide den Eindruck, dass sich alle unsere Freunde untereinander sher gut verstanden haben, dass es eine sehr zwanglose und vergnügte Atmosphäre war, jeder am anderen interessiert, offen für viel verschiedene Themen.
Herzensglück meinte dann: „Meine Mutter sagt immer ,Zeig mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist‘“.
Ich glaube, wir sind sehr gesellig, weltoffen, interessiert an anderen Menschen …

Von den Durchgereisten hörte Herzensglück noch, dass ich ein „Volltreffer“ sei und er und ich so viel Gemeinsamkeit und Liebe ausstrahlen und dass das wirklich gut passt.

Schön, wenn unsere Liebe und unser WIR auch ein bissel zu den anderen Menschen strömt.

Es grüßt euch
eure herzensglückliche
Patentsocke